Hassan Ali Djan in Bad Aibling

Lesung in der Stadtbücherei: „Afghanistan. München. Ich“

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Bad Aibling – Ein Dauerthema in den Medien: wie kann Integration von Flüchtlingen gelingen? Ein ganz positives Beispiel einer gelungenen Integration ist Hassan Ali Djan, der seit zwölf Jahren in München lebt und inzwischen deutscher Staatsbürger ist. Zur Lesung aus seinem Buch „Afghanistan. München. Ich“ kamen am Freitag, den 5. Mai, über hundert Gäste, darunter auch viele Flüchtlinge mit ihren Paten, in die Stadtbücherei. Ein wunderbarer Abend, musikalisch umrahmt von MD Rocks, der deutsch-pakistanischen–nigerianischen-Band vom Kreis Migration.

Der Kreis Migration Bad Aibling e.V. und die Stadtbücherei hatten zu dieser Lesung eingeladen.

Anita Fuchs, selbst ehrenamtliche Patin und Helferin im Kreis Migration, begrüßte den Autor und die Anwesenden. Sie ist durch ein BR-Interview auf Hassan Ali Djan aufmerksam geworden und zusammen mit der Bücherei entstand die Idee, den Autor zu einer Lesung einzuladen. Und die war bestens besucht und kam bei den Zuhörern sehr gut an.

Hassan Ali Djan spricht perfekt Deutsch, er las zunächst einige Passagen aus seinem Buch „Afghanistan.München.Ich. Meine Flucht in ein besseres Leben“, das im Herder Verlag erschienen ist. Mitautorin war Veronica Frenzel, eine Berliner Journalistin, die auf ihn aufmerksam geworden ist und die Idee zu diesem Buch hatte.

Kaum zu glauben ist der Entwicklungsweg dieses jungen afghanischen Mannes. Als er elf Jahre alt war, starb sein Vater und er musste sich um seine Familie kümmern. Er war ein armer Hirtenjunge, konnte weder schreiben noch lesen und verließ als Kind seine Heimat, um im benachbarten Ausland Geld zu verdienen. Als Jugendlicher sah er in diesen schwierigen Verhältnissen keine Perspektive mehr und wagte den Schritt zur Flucht nach Europa.

Er schreibt vom unerträglich langen Warten auf den Ausgang des Asylverfahrens, von seinem Leben zwischen den Welten und von seinen Anfängen in München: „Ich habe zwei Leben. Das erste Leben muss geendet haben, als ich im Oktober 2005 in Deutschland ankam. Das zweite Leben beginnt in München“. Es hat sich für ihn alles zum Guten gewendet, er ist dankbar für sein jetziges Leben und möchte mit seinen Lesungen und Gesprächen für Verständnis und Integration werben. Deutsche und Flüchtlinge können voneinander lernen, wenn Offenheit und Aufgeschlossenheit da sind.

Dieses besondere Schicksal lässt keinen kalt und man möchte mehr erfahren, am Anschluss der Lesung ging Hassan Ali Djan sehr offen und sprachgewandt auf die vielen Fragen der Zuhörer ein. Er fühlt sich jetzt als Deutscher, kennt die Gepflogenheiten, hat deutsche Pünktlichkeit gelernt und viel mehr. Eine große Stütze war seine damalige Patin in München, so wie in vielen Orten – auch hier in Bad Aibling – die Paten ganz wichtige Bezugspersonen für die Flüchtlinge sind. Diese ehrenamtliche Arbeit verdient höchsten Respekt und Anerkennung!

Zu Beginn und am Ende der Lesung spielte die Band MD Rocks, die deutsch-pakistanisch–nigerianische Band vom Kreis Migration unter der Leitung von Michael Lackner.

Die Gäste waren begeistert von der Lesung und der Band MD Rocks! Anschließend wurden bei einem Glas Wasser oder Wein noch viele angeregte Gespräche geführt und alle waren sich einig, dass dies ein wunderschöner, ganz besonderer Abend war.

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