Hornissen nicht vernichten

Sie sind selten geworden und in ihrem Bestand bedroht - „Hygienepolizei des Waldes“

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Altlandkreis – Hornissen sind mit ihren bis zu vier Zentimeter groß werdenden Königinnen die größte in Deutschland lebende Wespenart. Ab jetzt Mitte Mai beginnen die Königinnen wieder – meist in hohlen Bäumen – mit dem Bau von bis zu 60 Zentimeter großen Nestern aus morschem Holz und Speichel. Sollte die Beseitigung eines Nestes an Haus und Hof notwendig werden, ist Folgendes zu beachten: Hornissen sind in Deutschland selten geworden und in ihrem Bestand bedroht.

Sie dürfen ohne Ausnahmegenehmigung nicht vernichtet werden. Daher bittet das Umwelt- und Grünflächenamt, sich bei Problemen mit Hornissen an die Gemeinden oder an die Untere Naturschutzbehörde zu wenden.

Da natürliche Baumhöhlen immer seltener werden, suchen sie sich Ersatzhöhlen in Schuppen oder auf Dachböden. Auch Holzverschalungen an Terrassen und Balkonen sowie Winterverkleidungen an Dächern dienen als Nestersatz. Ein solches Hornissennest hält jedoch nur ein Jahr. Ab Anfang November geht das ganze Volk zugrunde und nur die befruchteten Jungköniginnen, die im Erdreich oder in morschem Holz überwintern, suchen sich im Frühjahr einen neuen Platz für ihr Nest.

Hornissen ernähren sich von süßen Baumsäften und Nektar, ihre Larven hingegen werden mit dem Fleisch erbeuteter Insekten gefüttert. Ein Hornissenvolk fängt pro Tag bis zu einem halben Kilogramm Insekten, unter anderem Mücken und Fliegen.

Auch zahlreiche Forst-, Zier- und Nutzpflanzenschädlinge stehen bei den Hornissen auf der Speisekarte. Daher bezeichnen Förster die Hornissen gerne als die „Hygienepolizei des Waldes“. Wenn futtersuchende Hornissen in die Nähe von Menschen kommen gilt es ruhig zu bleiben und auf keinen Fall um sich zu schlagen. Hornissen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Meist verschwindet das scheue Tier sehr schnell von selbst.

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