Weniger Bürokratie und flexiblere Arbeitszeiten

MdB Daniela Ludwig beim Tourismusgespräch in Bad Aibling

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Bad Aibling – Komplizierte Förderrichtlinien, endloser Papierkrieg und zu starre Arbeitszeitregelungen bereiten den Verantwortlichen im Tourismus zunehmend Kopfzerbrechen. „Wir müssen die Bürokratie abbauen und die Arbeitszeiten neu regeln. Dafür werde ich mich mit allen Kräften einsetzen“, sagt die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig nach einem Gespräch im Haus des Gastes in Bad Aibling. Bürgermeister Felix Schwaller, der Referent für Tourismus der Stadt Stephan Schlier und Kurdirektor Thomas Jahn hatten der heimischen Wahlkreisabgeordneten zuvor ihre Anliegen und Sorgen geschildert.

„Sobald wir irgendwo eine staatliche Förderung beantragen, stolpern wir über Formulare und Verordnungen“, so Kurdirektor Thomas Jahn. „Das geht auch anderen Kommunen so, und es führt dazu, dass man vielerorts gar keine Lust mehr hat, Zuschüsse zu beantragen, weil man den bürokratischen Aufwand nicht mehr schultern kann.“ Eine Endlosgeschichte war in der Kurstadt beispielsweise ein Projekt im Leader-Plus-Programm. „Es ist schon Jahre her, und nun müssen wir erneut Formulare ausfüllen und Berichte schreiben. Das kann nicht sein“, sagt Bürgermeister Schwaller. Einen vermehrten Aufwand haben die bayerischen Heilbäder und Kurorte. Sie müssen in regelmäßigen Abständen die Luftqualität neu prüfen lassen und auch mehr Infrastruktur vorhalten als andere Kommunen. Eine neue Verordnung des Bayerischen  Innenministeriums sorgt jetzt für Unverständnis: Danach sollen die Heilbäder alle zehn Jahre das komplette Anerkennungsverfahren zum Heilbad neu durchlaufen. „Uns reichen die Gutachten zur Luftqualität, die wir regelmäßig machen und zahlen müssen“, berichtet Jahn. „Aber ein komplettes Anerkennungsverfahren ist zuviel des Guten.“  Daniela Ludwig hat dafür ebenfalls kein Verständnis. „Das ist unnötig und den Heilbädern und Kurorten nicht zuzumuten.“ Aus diesem Grund hat die Abgeordnete bereits beim Innenministerium nachgehakt und gebeten, diese Neuregelung sofort abzuschaffen.

Probleme gibt es auch mit dem Fachkräftemangel in touristischen Bereichen, wie etwa in der Gastronomie. „Aktuell haben wir fünf offene Stellen für Köche, und ein Betrieb musste deshalb schließen“, erzählt Thomas Jahn. Ein großes Hindernis sind hier nach Ansicht von Stadtratsmitglied Schlier die starren Arbeitszeitregelungen: „Wir brauchen mehr Flexibilität, wenn wir im Tourismus  auf Dauer bestehen wollen. Hier ist der Gesetzgeber gefragt.“ Daniela Ludwig stimmt dieser Forderung zu. „Die Politik kann nicht beim Fachkräftemangel, wohl aber in Sachen Arbeitszeiten eingreifen. Wir sind eine Tourismusregion, und Bayern ist Tourismusland Nummer eins in Deutschland. Fixe Arbeitszeiten von neun bis fünf Uhr gehören längst der Vergangenheit an.“ Erst kürzlich setzte sich Ludwig deshalb im CSU-Parteivorstand für die Forderung nach mehr Flexibilität ein. „Wir werden das in den Bayernplan der CSU aufnehmen, und ich werde das genau weiter verfolgen. Mehr Flexibilität ist hier nicht nur im Interesse der Arbeitgeber, sondern auch für die Arbeitnehmer von Vorteil. Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten betrifft zudem alle Dienstleistungsbranchen. Sie gehört zur Servicequalität und ist ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen.“

Neben dem Tourismus war die Gesundheitspolitik für die städtischen Vertreter ein zentrales Themengebiet mit größter Bedeutung. „Bad Aibling ist nicht alleine nur Tourismus- sondern mit dem Krankenhaus, den Kliniken und den vielen niedergelassenen Ärzten auch die Gesundheitsstadt unserer Region“, so Schlier. Während man zwar derzeit gut versorgt sei und den Bedarf weitestgehend decken könne, sei die Politik dennoch aufgefordert, dieses hohe Niveau der medizinischen Versorgung aufrecht zu erhalten – als Wirtschaftsfaktor und Attraktivitätsmerkmal für die Kurstadt, in erster Linie allerdings für die heimische Bevölkerung. Probleme zeichneten sich insbesondere im Bereich Fortführung und Übergabe bei Hausarztpraxen ab. Daniela Ludwig setzt sich dafür ein, die politischen Rahmenbedingungen so zu stecken, dass für junge Ärzte der Beruf des Hausarztes gegenüber Angeboten von Kliniken, der Wissenschaft und dem Bereich der Pharmazie an Attraktivität gewinnt.

 

Foto: Der Referent für Tourismus der Stadt Bad Aibling Stephan Schlier, Kurdirektor Thomas Jahn, MdB Daniela Ludwig, Bürgermeister Felix Schwaller (v.l.)

 

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