Löste ein Lagerfeuer den Waldbrand am Heuberg aus?

Zeuge berichtet von einem Lagefeuer im Wald gestern um 22.30 Uhr - der Polizeibericht

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Nussdorf – Am Freitagmorgen ging bei der Integrierten Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst eine Mitteilung über einen möglichen Brand am Heuberg in Nußdorf a. Inn ein. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und der Polizei begaben sich daraufhin zur Einsatzörtlichkeit. Schnell stellte sich heraus, dass eine Rauchentwicklung nahe der „Bichleralm“ besteht.

Eine Bergwandererin stellte glücklicherweise bei dem Aufstieg zum Heuberg fest, dass nahe der „Bichleralm“ ein Feuer brannte. Es handelte sich hier um Glutnester, welche durch den böigen Wind immer wieder aufflammten. Es war bereits eine Fläche von circa 20 auf 20 Meter betroffen. Überwiegend brannte das Wurzelwerk der Bäume, sodass sich die Glut unterhalb des Bodens ausbreitete.

Auf Grund der schwer zugänglichen Örtlichkeit, welche nur durch einen fußläufigen Zustieg erreicht werden konnte, war es für die Einsatzkräfte sehr schwer, entsprechende Einsatzmittel an die Brandörtlichkeit zu bringen. Ein Voraufklärungstrupp der Feuerwehr kämpfte sich mit schwerem Gerät auf die Höhe der „Bichleralm – 1024 Meter“ und begann umgehend mit der Brandbekämpfung.

Auf Grund des unwegsamen Geländes wurde als Löschunterstützung ein Hubschrauber der Bayrischen Polizei angefordert. Nach anfänglichem Aufklärungsflug wurde an dem Hubschrauber vom Typ EC135 ein Außenlastbehälter angebracht, welcher mit etwa 300 Liter Wasser befüllt wurde. Das Wasser stammt aus einem nahegelegenen See und wurde durch die Feuer mit einem umweltschonenden Schaum der Klasse A angereichert. Das geschöpfte Wasser wurde dann an der sich ausbreitenden Brandstelle abgelassen und so effektiv die Glutnester bekämpft.

Der Wind spielte den Einsatzkräften aber definitiv nicht in die Karten, denn durch diesen entstanden gleich zweierlei Probleme. Durch die starken Winde war es der Hubschrauberbesatzung nicht mehr möglich den weiteren Betrieb fortzusetzen und das Feuer wurde immer wieder angefacht.

Allerdings konnte nach einer Einsatzzeit von knapp acht Stunden das Ausbreiten der Glut so eingegrenzt werden, dass ein kleiner Trupp der Feuerwehr das steil abschüssige Gelände mit Hacken umgraben und per Hand löschen konnte. Gesichert wurden diese von 20 Ehrenamtlichen Einsatzkräften der Bergwacht, welche die Absturzsicherung der Einsatzkräfte am Berg übernahmen sowie für mögliche medizinische Einsatzlagen bereitstanden.

Aktuell dauern die Löscharbeiten noch an. Allerdings konnte der Großteil der 50 ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte nach Hause geschickt werden. Auf Grund des Platzmangels ist es nur einer kleiner Anzahl an Einsatzkräften möglich, den restlichen wenigen Glutnestern Paroli zu bieten. Eine Brandwache für die Nacht ist bereits gesichert.

Allerdings hat der tolle und durchaus harte Einsatz der ehrenamtlichen Helfer auch einen faden Beigeschmack. Ein Zeuge teilte der Polizei mit, dass er am 22. Juni gegen 22.30 Uhr ein größeres Lagerfeuer in genau dem Bereich feststellte, welcher nun Schauplatz der Einsatzkräfte war.

Daher werden aktuell Ermittlungen durch die Polizei Brannenburg, wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung, geführt.

Es werden daher Zeugen gesucht, welche sachdienliche Angaben zur Brandentstehung oder möglichen Personen, welche sich im Zeitraum um 22.30 Uhr an der „Bichleralm“ aufhielten, geben können. Sie werden gebeten sich bei der Polizeiinspektion Brannenburg unter 08034/9068-0 telefonisch zu melden.

Es bleibt nun zu hoffen, dass dieser Einsatz eine Seltenheit bleibt, denn in den Medien wurde oft und lange genug auf die herrschende Trockenheit hingewiesen, sodass selbst der Letzte wissen müsste, dass es überaus gefährlich ist, nahe eines Waldes, ein offenes Feuer zu entzünden. Es bleibt daher nur der Appell an die Vernunft eines jeden Einzelnen, sich verantwortungsvoll beim Umgang von offenen Feuerstellen in der Umwelt zu verhalten. Denn die ehrenamtlichen Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Bergwacht sowie die Einsatzkräfte der Polizei setzten mit ihrem Einsatz ihr eigene Gesundheit aufs Spiel, um den Fehler anderer auszubaden. Es wird trotz Ehrenamt eine höchst professionelle Arbeitsweise an den Tag gelegt, die allerdings nicht unnötig ausgereizt werden sollte.

 

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