Aibling will hoch hinaus

Kontroverse Diskussion im Stadtrat um Bebauung des Ludwigsbad-Geländes

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Bad Aibling – Es rührt sich was auf dem Gelände des Ludwigsbads. Die seit dem Brand und dem Abriss des Hotels brachliegende Fläche soll neu bebaut werden (siehe Zeichnung). Dazu präsentierte Architekt Stefan Behnisch am Donnerstagabend in der Stadtratssitzung Bad Aibling seinen Vorentwurf, der sogleich sowohl bei den Stadträten als auch im Publikum auf geteilte Meinungen stieß. Der Knackpunkt dabei ist ein 35 Meter hohes Gebäude, das inmitten von insgesamt sechs geplanten Gebäuden etwas nach hinten versetzt im Park stehen soll. Für die einen attraktiv, für die anderen ein No Go.

So schüttelte Florian Weber (Bayernpartei) konsterniert den Kopf. „Durch so eine massive Bebauung am falschen Platz würde sich das Ortsbild dramatisch ändern. Einem Hochhaus mit zehn oder zwölf Etagen kann ich auf keinen Fall zustimmen.“ Was der Architekt anders sieht. „Für mich ist das noch kein Hochhaus“, sagte er. Vielmehr wäre das etwas, das charakteristisch für Bad Aibling werden könnte. „Architektur prägt“, ist seine Meinung. „Viele Städte verbindet man mit bestimmten Gebäuden.“

Mit seiner ablehnenden Haltung zum hohen Gebäude steht Florian Weber nicht allein da im Stadtrat. Auch Rosemarie Matheis (ÜWG) sagte: „Elf oder zwölf Stockwerke sind für Bad Aibling einfach zu hoch.“ Ihre Fraktionskollegin Irmengard Ranner-Sobihard dazu: „Ich denke, vom Charakter passt es nicht zur eher ländlichen Kurstadt Bad Aibling. Mich haben die Vorentwürfe spontan an das Münchener Olympiagelände erinnert.“

Zuspruch gab’s dagegen sowohl von den meisten CSU-Stadträten als auch aus den Reihen der Grünen. Heidi Benda: „Wir finden’s nach wie vor schön und sind positiv dazu eingestellt. Ich denk auch an das höhere Haus auf dem B & O-Gelände. Das ist für mich nicht zu hoch.“ Damit liegt sie auf einer Linie mit Bürgermeister Felix Schwaller, der einem derart hohen Gebäude vor den Toren der Innenstadt durchaus zustimmen könnte. Seine Meinung: „Manchmal muss man sich auch mal was trauen.“ Die Zukunft wird zeigen, wieviel Mumm Bad Aibling hat, wenn’s hoch hinaus gehen soll.

 

 

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