BlueWhaleChallenge – die Polizei informiert

Keine Panik, doch Eltern sollten Medienkonsum ihrer Kinder immer beobachten

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Landkreis – Es gibt eine neue Internet-Challenge, namens Blue Whale. Viele Medien berichten darüber, machen sie oft gefährlicher als sie ist und beunruhigen damit viele Eltern. Dennoch: Völlig harmlos sind solche kettenbriefähnliche Erscheinungen nie. Dazu kommt, dass Blue Whale auch hier im Landkreis verbreitet ist. Um Eltern und auch Usern die Möglichkeit zu geben, die Sache etwas differenzierter einzuschätzen, nimmt die Polizei Rosenheim dazu wie folgt öffentlich Stellung:

„Auch bei uns sind mittlerweile Anfragen zur BlueWhaleChallenge eingegangen, weswegen wir uns nach kontroverser Diskussion im Sinne der Prävention entschlossen haben, Stellung zu beziehen: Zu dieser angeblichen Challenge kreisen auch bei uns in manchen WhatsApp-Gruppen ‚Informationen‘ und diese sind somit zwangsläufig auch bei Schülern der Region Thema …

Aber:

Nicht nur unserer Meinung nach handelt es sich dabei eher um einen dieser leidigen „Kettenbriefe“ (Sie kennen bestimmt diesen hier: „…Schicke diese Nachricht bis heute Abend an alle deine Kontakte weiter, sonst wirst du verflucht und wirst sterben…“), die vor allem unsere Jüngsten zu allen möglichen, teilweise unschönen und in diesem Fall bis hin zu lebensbedrohlichen Handlungen animieren/auffordern.

Jedoch ist uns eine administrator-gesteuerte Anleitung oder Kommunikation, die peu à peu zu schlimmeren und sich selbst schadenden Handlungen auffordert, nicht bekannt. Ganz zu schweigen davon, dass jemand im südlichen Oberbayern dadurch zu Schaden gekommen wäre.“

Auf Facebook ist deshalb folgender Text der Polizei veröffentlicht:

„Eine angeblich hochgefährliche Internet-Challenge macht derzeit Schlagzeilen und das ist genau das Problem: Die Challenge bekommt gerade durch die massive Medien-Berichterstattung Aufwind und so werden vor allem Jugendliche darauf aufmerksam. Wie bei vielen Phänomenen ist die Berichterstattung ein zweischneidiges Schwert. Einerseits soll gewarnt werden, andererseits weckt gerade die dramatische Darstellung erst das Interesse an einem Phänomen.

Wir wollen dazu folgendes feststellen:
Im Internet gibt es natürlich Foren und Challenges, die Themen wie Suizid oder anderes selbstzerstörendes Verhalten wie z.B. Magersucht thematisieren. Die Polizei erhält immer wieder konkrete Hinweise und geht diesen auch nach.

In Deutschland sind derzeit nur vereinzelte Fälle bekannt, bei denen die sogenannte BlueWhaleChallenge angeblich Auslöser für Selbstverletzungen gewesen sein soll.

Panikmache in sozialen Netzwerken oder auch im realen Leben bewirken erst, dass solche Challenges zum Hype und somit verbreitet werden. Wir raten daher dringend davon ab, entsprechende Meldungen unreflektiert zu teilen.

Eltern sollten den Medienkonsum und das Verhalten ihrer Kinder beobachten und bei Veränderungen hellhörig sein. Je nach dem Alter des Kindes können Themen auch offen angesprochen werden. Denn wenn sie in den Medien oder auf den gängigen Sozialen Netzwerken präsent sind, haben die Kinder schon oft vor den Eltern Kenntnis davon.

Bei auffälligen Verhaltensänderungen eurer Kinder solltet ihr euch Hilfe holen, z.B. bei der Nummer gegen Kummer, die sowohl ein Kinder- und Jugendtelefon (116 111) als auch ein Elterntelefon (0800 111 0550) betreibt.

Deshalb KEINE Panik! Ruhe bewahren, Informationen einholen und dann handeln.“

Ihre Polizei

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