Max Mannheimer muss warten

Stadtrat Bad Aibling beschließt „Maximilianstraße" als Namen für neue Straße südlich der Bahnlinie

image_pdfimage_print

Bad Aibling – Für Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller war es ein großer Wunsch: Die Straße, die zum neuen Maximiliansplatz südlich der Bahnlinie hinführt, soll Max-Mannheimer-Straße heißen. Sieht er doch durchaus eine Verbindung der Stadt mit dem Holocaust-Überlebenden und Buchautor, der im September vergangenen Jahres ursprünglich die Literaturtage hätte eröffnen sollen und kurz darauf, am 23. September, verstorben ist.

Viele Stadträte teilten die Meinung des Rathaus-Chefs. Und doch gab es in der Sitzung am Donnerstagabend einen anderen Beschluss. Auf Antrag der CSU-Fraktion wird die Straße nun „Maximilianstraße“ heißen – mit der ausdrücklichen Option, dass der Platz im Neubaugebiet an der Ellmoser Straße dann „Max-Mannheimer-Platz“ genannt wird. Denn, so Markus Stigloher von der CSU: „Eine Sackgasse wird dem Lebenswerk dieses Mannes nicht gerecht.“

Martina Thalmayr von den Grünen äußerte dagegen die Befürchtung, dass die Signalwirkung nach außen falsch sein könnte. Denn „es stand schon überregional in den Medien, dass wir diese Straße so benennen wollen.“ Wenn jetzt die Namensgebung auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben würde, dann sehe das so aus, als ob man vor den warnenden Stimmen einknicken würde, die befürchten, dass der Straßenname Schmierereien aus der rechten Ecke ausgesetzt wäre.

Rudolf Gebhart von der ÜWG schlug aus praktischen Gründen vor, den Straßennamen „Am Güterbahnhof“ zu belassen. Denn dies wäre noch in den meisten Navis drin, stehe auch so in den Telefonbüchern und für Bad Aibling wäre der Güterbahnhof einst wichtig gewesen – auch wenn der Name ziemlich unattraktiv klingen würde.

Am Ende folgten bei der abschließenden Abstimmung die meisten Stadträte dann doch dem CSU-Vorschlag. Max Mannheimer muss also warten …

Foto: © Elija Boßler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ein Gedanke zu „Max Mannheimer muss warten

  1. Meistens fühle ich mich richtig wohl in Bad Aibling, aber manchmal muss ich mich fremdschämen! Eine „Max-Mannheimer-Straße“ in der Mitte von Bad Aibling hätte das richtige Zeichen gesetzt, in Zeiten, in denen ein Herr Höcke und seine Kumpanen ihre unsäglichen, anti-semitischen, nationalistischen Gedanken z. B. zum Holocaust-Mahnmal in Berlin ausscheiden. Stattdessen wird über einen „Max-Mannheimer-Platz“ in der Aiblinger Peripherie in ferner Zukunft nachgedacht. Das ist mehr als peinlich!

    Die Aiblinger Stadträte sollten sich über die Außenwirkung ihres Abstimmungsverhaltens bewusst sein. Ich möchte in einem weltoffenen, liberalen und geschichtsbewussten Bad Aibling leben. In der heutigen Zeit müssen wir alle dafür klar Stellung beziehen und genau zeigen, für welche Werte wir stehen.

    Am 18. September sollte eine Lesung und Gespräch mit Max Mannheimer in der Bad Aiblinger Stadtbücherei stattfinden. Leider wurde sie abgesagt. Max Mannheimer, einer der letzten Holocaust-Überlebenden, starb am 23. September 2016. Wie traurig – ich wäre ihm gerne noch begegnet.

    Antworten