Mehr Unfälle im Landkreis

Bilanz der Polizei für 2016 - Anstieg der Verkehrsunfälle und Verletzten

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Oberbayern/Landkreis – Man nimmt sie oft nur sehr subjektiv wahr – die von der Polizei registrierten Unfälle. Deshalb ist die jährliche Unfallbilanz ein verlässlicher Wegweiser dafür, wie es mit der Sicherheit auf den Straßen der Region tatsächlich bestellt ist. Die weniger erfreuliche Nachricht: Im Landkreis Rosenheim stieg die Zahl der Unfälle um 7,1 Prozent. Die der Verletzten um 5,3 Prozent. Damit liegt der Landkreis im südlichen Oberbayern hinter München, was den prozentualen Anstieg der Verkehrsunfälle angeht, an zweiter Stelle. Hier die detaillierte Übersicht der Polizei: 

Der Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd umfasst die kreisfreie Stadt Rosenheim sowie die neun Landkreise Rosenheim, Miesbach, Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting, Mühldorf, Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen. Zusätzlich sind im Bereich der Landeshauptstadt und des Landkreises München knapp 50 Autobahnkilometer als Übertragungsbereich zu betreuen. Insgesamt summiert sich das
Straßennetz auf eine Länge von ca. 15.500 km. Genau 1.142.593 Fahrzeuge waren zum Stichtag 31.12.2016 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums zugelassen, was einer Steigerung von 1,8% bzw. 19.796 Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr (31.12.2015) entspricht.

Gesamtentwicklung

Auf den Straßen und öffentlichen Verkehrsflächen im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ergab sich bei der Gesamtunfallentwicklung ein leichter Anstieg um 0,9% von 37.753 auf 38.088 Unfälle. Die Zahl der schwerwiegenden Unfälle mit Sachschaden erhöhte sich geringfügig von 10.793 auf 10.987 (+1,8%) ebenso wie die Anzahl der Kleinunfälle (von 20.846 auf 20.858 Unfälle; +0,1%). Bei den Kleinunfällen sind 6.184 Wildunfälle enthalten (Vorjahr 6.029; +2,6%). Die Unfallfluchten verbuchten leider auch wieder ein Plus (um 1,4% auf 7.960 Unfälle).

Verkehrsunfälle mit Personenschaden

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden nahm um 2,1% auf 6.243 zu. Verletzt wurden dabei 8.245 Personen (+1,2%). Trotz des Anstiegs der Getöteten im Straßenverkehr stellen die 83 Verkehrstoten (Vorjahr: 72; +15,3%) den zweitniedrigsten Wert seit Einführung der Statistik dar.

Hauptunfallursachen

Insbesondere bei den tödlichen Unfällen spielt überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit die größte Rolle. 32 Personen (und damit mehr als ein Drittel der Verkehrstoten) verloren im Straßenverkehr ihr Leben, weil zu schnell gefahren wurde. Raser sind zudem für 1.438 zum Teil schwerverletzte Verkehrsteilnehmer verantwortlich. Bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Bereich Alkohol am Steuer ist erneut ein leichter Anstieg auf 584 Unfälle zu verzeichnen. Dieser
Bereich gehört nach wie vor zu den Hauptursachen bei schweren Unfällen mit Verletzten oder Getöteten. 7 Personen starben und 357 erlitten Verletzungen, weil betrunkene Fahrer am Steuer saßen.

 

 

Hauptrisikogruppen

Es ist sowohl ein Anstieg bei der Zahl unfallbeteiligter Radfahrer (von 1.963 auf 2.137 oder + 8,9%) als auch bei den dabei verletzten Personen (von 1.698 auf 1.828 oder +7,7%) festzustellen. Die Anzahl der getöteten Radfahrer verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr von 8 auf 16.
Auffallend in diesem Bereich ist die erhebliche Zunahme von beteiligten Pedelecs (von 70 auf 137; +95,7%), der dabei verletzten Personen (von 68 auf 129; +89,7%) sowie der getöteten Fahrer von Pedelecs (von 1 auf 5). Hier schlagen sich nunmehr die stark gestiegenen Verkaufszahlen von
E-Bikes und Pedelecs in der Unfallstatistik nieder. Hinzu kommt leider die sehr schlechte „Schutzhelm-Moral“.
Fußgänger waren wieder häufiger an Verkehrsunfällen beteiligt (Zunahme von 519 auf 574 oder +10,6%) und wurden vermehrt verletzt (Zunahme um 5,0% von 398 auf 418). Die Zahl der getöteten Fußgänger entwickelte sich negativ und erhöhte sich von 5 auf 10. Zu den Hauptrisikogruppen zählen auch Motorradfahrer. 1.133 Fahrer bzw. Mitfahrer waren an Unfällen beteiligt. Davon wurden 953 verletzt (Vorjahr 1.096, entspricht einem Rückgang um 13,0%). Getötet wurden hier 15 Personen und damit 14 weniger als noch ein Jahr zuvor.

Diese erfreuliche Bilanz bestätigt die polizeiliche Schwerpunktsetzung, sich den Risiken des Motorradfahrens intensiver anzunehmen. Hauptunfallursache in diesem Bereich ist allerdings nach wie vor nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit. Die behördenübergreifenden Kraftanstrengungen zur Verbesserung der Motorradsicherheit scheinen ihre positive Wirkung ebenfalls zusehends zu entfalten.

Die Zahl der Schulwegunfälle erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 62 auf 99. Die Anzahl der dabei verletzten Schüler nahm von 64 auf 101 (davon 85 nur leicht verletzt) zu. Getötet wurde auf dem Schulweg kein Kind. Auffallend ist hier vor allem der starke Anstieg bei den beteiligten Rad fahrenden Schulkindern (Zunahme von 34 auf 62).
Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd nahm diese unerfreuliche Entwicklung zum Anlass, die präventiven und repressiven Maßnahmen zur Verbesserung der Schulwegsicherheit (Verkehrserziehung, Präventionsaktionen wie „Schokolade oder Zitrone“, Verkehrsüberwachung, Kontrollen, Öffentlichkeitsarbeit) zu verstärken und auszuweiten.

Bei den unfallbeteiligten Senioren (65 Jahre und älter) im Straßenverkehr stellt die Polizei eine negative Entwicklung bei der Gesamtunfallzahl sowie bei den verletzten und getöteten Senioren fest: 4.076 Unfälle mit 1.057 Verletzten und 28 Getöteten (Vorjahr: 3.923 Unfälle; 1.003 Verletzte, 15
Getötete). Um im Bereich der Senioren eine positive Entwicklung zu erreichen, wurden vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd dazu im Jahr 2016 mehrere Sicherheitskurse für Senioren durchgeführt. Diese freiwilligen Präventionskurse in Kooperation mit der Landesverkehrswacht Bayern und der Sicherheitsgemeinschaft Inntal finden sehr großen Anklang und werden vermehrt angeboten. Sie werden heuer um den Schwerpunkt „EBikes/Pedelecs“ erweitert.
Bei der Risiko-Zielgruppe der „Jungen Erwachsenen“ (18-24 Jahre) blieb die Gesamtunfallzahl nahezu gleich. 1.241 Verletzte (Vorjahr: 1.180) schlagen hier zu Buche. Mit 14 Getöteten (Vorjahr: 16) hält die positive Entwicklung bei der jungen Generation an, wenngleich sie immer noch einen überproportional hohen Anteil am Gesamtunfallaufkommen aufweist.

Regionale Zahlen

 

 

Unfallentwicklung

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd ist im Rahmen des vom Bayerischen Staatsministerium des Innern initiierten Verkehrssicherheitsprogramms 2020 „Bayern mobil – Sicher ans Ziel“ nach wie vor gefordert, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Polizeipräsident Robert Kopp (Foto) erläutert: „Verkehrsunfälle sind in den meisten Fälle keine schicksalhaften Ereignisse. Ich wünsche mir deshalb, dass sich alle Verkehrsteilnehmer wieder mehr die Grundregel des § 1 der Straßenverkehrsordnung zu Eigen machen:
Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
Durch die Einhaltung dieser Grundregel leisten alle Verkehrsteilnehmer selbst einen wesentlichen Beitrag für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Aktive Verkehrsteilnahme heißt Verantwortung – insbesondere für die Schwächeren – zu übernehmen“.
Darüber hinaus werden die Polizistinnen und Polizisten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd neben alltäglichen Kontrollen im Streifendienst auch in diesem Jahr Schwerpunktaktionen, wie z.B. den Blitzmarathon zur Bekämpfung der Hauptunfallursache Geschwindigkeit, Alkohol/Drogen und Sicherheitsabstand im Rahmen der polizeilichen Verkehrsüberwachung durchführen. Hinzu kommt eine Vielzahl von öffentlichkeitswirksamen Präventionsveranstaltungen, insbesondere zu den Themen Schulweg- und Motorradsicherheit, Mobilität im Alter, Gurt- und Schutzhelm-Moral sowie Ablenkung im Straßenverkehr.

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Ein Gedanke zu „Mehr Unfälle im Landkreis

  1. und warum ist ist bei uns im landkreis so eine unfallhäufigkeit zu verzeichnen?ganz deutschland,holland und andere angrenzende länder durchqueren auf dem weg in den süden unseren landkreis.da wundert es mich nicht,daß so viele unfälle in der region passieren.diese personen haben eine lange fahrt hinter sich wenn sie unsere region erreichen und dann passiert es.leider werden wir bei der kfz versicherung aufgrund dieser tatsachen dafür zur kasse gebeten.

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