Herzhafte Suppe mit klaren Botschaften

Politischer Aschermittwoch der CSU - Brenner-Nordzulauf Thema Nummer eins

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Eine herzhafte Suppe, gewürzt mit klaren, politischen Botschaften – dieser traditionelle, politische Aschermittwoch stieß bei den Besuchern im voll besetzten Saal des Wirtshauses Kreidl in Höhenmoos auf großen Beifall. Die Wirtsleute servierten ihre weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannte Bohnenknödelsuppe, die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig (unser Foto) würzte den Abend mit ihrer Rede und bekam dafür lang anhaltenden Beifall. Thema Nummer eins war der Brenner-Nordzulauf.

„Hier haben wir die größte Überraschung des Jahres erlebt“, berichtete der örtliche Bürgermeister Christian Praxl. „Der von der Bahn so hoch gelobte Planungsdialog ist bei uns nicht angekommen. Oder hat irgendjemand mitbekommen, was die Bahn im stillen Kämmerlein so vor sich hingeplant hat?“

Daniela Ludwig zeigte vollstes Verständnis für den großen Ärger über die Korridorpläne der Bahn und den Widerstand der Bürger.

„Ich teile die Kritik am Verfahren der Bahn zu 100 Prozent“, so Ludwig. „Im Gegensatz zu anderen Gemeinden war Rohrdorf in keines der Gemeindeforen des Planungsdialoges eingebunden. Bevor man mit einer so weitreichenden Korridorkarte an die Öffentlichkeit geht, hätte man alle Betroffenen in einen ausgeweiteten Dialog holen müssen. Das muss jetzt nachgeholt werden.“

Ludwig bekräftigte ihr Nein zu „surrealen Planungen“ der Bahn wie dem Samerberg-Tunnel und forderte die Bahn zu einer modernen Verkehrsplanung auf. „Wenn sich ein Planer über eine Karte beugt und über grüne, unverbrauchte Flächen Korridore legt, hat das nichts mit moderner Verkehrsplanung zu tun. Vielmehr sollte man sich an bestehenden Infrastrukturtrassen orientieren. Wenn wir ein 3. und 4. Gleis brauchen, gilt für uns das Gleiche wie für Tirol: So viel Tunnel wie möglich.“

Vor einer Ausweitung des Planungsdialoges müsse die Bahn nachvollziehbar erläutern, ob es den Bedarf neuer Gleise gebe, betonte die Abgeordnete.

Sie dankte der Gemeinde Rohrdorf dafür, dass sie sich der Resolution zum Brennernordzulauf angeschlossen hat, die am kommenden Montag, 6. März, an Bundesverkehrsminister Dobrindt in Rosenheim übergeben wird (wir berichteten ausführlich).

„Eine große Mehrheit der Landkreisgemeinden, die Stadt Rosenheim, der Landrat, die beiden Landtagsabgeordneten Stöttner und Lederer und ich tragen diese Resolution mit. Darüber freue ich mich. Es war mir wichtig, dass wir möglichst geschlossen auftreten und auf Augenhöhe mit der Bahn verhandeln.“

Dazu sei auch ein Mediator nötig, so Ludwig. Bürgermeister Praxl betonte, die Resolution trage eindeutig die Handschrift von Daniela Ludwig. „Wir bedanken uns dafür, denn wir finden hier unsere Hauptforderungen wieder, die uns und unsere Nachbargemeinden bewegen.“

Die Bundestagswahl war das zweite beherrschende Thema am Aschermittwoch. Daniela Ludwig bezeichnete sie als Schicksalswahl für Deutschland und als klare Richtungsentscheidung.

„Das wird der härteste Wahlkampf seit  Jahren und ein sehr, sehr knappes Rennen“, erklärte sie und warnte vor einer Denkzettel-Wahl. „Wer rechts außen wählt, wird eine Regierung links außen bekommen.“

Rot-Rot-Grün sei längst kein Phantom mehr, sondern habe im Bundesrat bereits eine Mehrheit. Für die CSU sei eine Obergrenze bei der Zuwanderung die Bedingung für den Eintritt in eine Regierung. „Nur wenn wir die Zuwanderung begrenzen, funktioniert die Integration, schaffen wir die Finanzierung, und erhalten wir die Innere Sicherheit.“

Wer Leistung und Verantwortung wolle, Freiheit und Toleranz statt Ideologie und Verbote, Steuersenkungen statt Steuererhöhungen, komme um die CSU nicht herum. „Nach der Bundestagswahl am 24. September darf kein Weg an der CSU vorbei führen. Nur so können wir  bayerische Interessen in Berlin vertreten“, so Ludwig.

Der CSU-Ortsvorsitzende Markus Unterseher schloss sich dieser Botschaft an. „Unsere Anliegen kann keine andere Partei in Deutschland vertreten. Und es ist wichtig, dass wir wieder einen CSU-Verkehrsminister bekommen.“

 

 

 

 

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Ein Gedanke zu „Herzhafte Suppe mit klaren Botschaften

  1. Kritischer Leser

    „Und es ist wichtig, dass wir wieder einen CSU-Verkehrsminister bekommen.“ Also dieser Satz ist doch wohl hoffentlich nur humoristisch im Sinne des Aschermittwochs gemeint, oder? Ein Bundesverkehrsminister, der gerade noch so vor dem Ende der Legislaturperiode eine wackelige Maut hinbekommen hat und beim Diesel-Skandal wegschaut, ist alles andere als eine Bereicherung für Deutschland.

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