Shishabars in Rosenheim kontrolliert

Aufgrund eines Vorfalls im Februar: Polizei, Zoll und Feuerwehr prüfen CO-Werte

image_pdfimage_print

Rosenheim – Wie bereits berichtet kam es am 11.Februar in einer Shishabar in Rosenheim bei einem Jugendlichen zu einer Kohlenmonoxidvergiftung. Die Feuerwehr stellte daraufhin in der Shishabar einen extrem erhöhten Kohlenmonoxidwert fest, der unter anderem auf eine fehlende Abluftanlage zurückzuführen war. Die Bar musste umgehend geräumt werden, da für alle Anwesenden eine erhebliche gesundheitliche Gefahr bestand.

Deswegen und auch aufgrund der jüngsten Vorfälle mit Kohlenmonoxidvergiftungen, die im Falle von Arn­stein mit sechs Jugendlichen tödlich endeten, wurden am vergangenen Wochenende mehre­re Shishabars im Stadtbereich Rosenheim kontrolliert.

Arbeitsschutzrechtlich ist für die Shishabar ein Grenzwert von 30 ppm (Kohlenmonoxid­konzentration in der Luft (parts per million)) zulässig. Ab einer Belastung von 80 ppm arbeitet die Feuerwehr nur noch mit Atemschutzgerät. Kohlenmonoxid (CO) entsteht beim Zubereiten und/oder Rauchen von Shishas/Wasserpfeifen und verursacht erhebliche Gesundheitsgefahren für Gäste und Beschäftigte, wenn keine ausreichende Be- oder Entlüftung vorhanden ist. Kohlenmonoxid ist ein Atemgift mit Wirkung auf Blut und Zellen. Dabei zeigt der Körper keine Abwehrreaktionen (wie  Augentränen oder Brechreiz). Auch wenn Betroffene nicht über Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit klagen, kann eine CO-Vergiftung schwere Spätfolgen verursachen, unter anderem Folgeschäden am Herz- und Nervensystem.

Bei dem Vorfall vom 11. Februar in Rosenheim, konnte ein Wert von 300 ppm gemessen werden.

Somit wurden Ende Februar in diversen Shishabars in Rosenheim Kontrollen durch das Hauptzollamt Rosenheim und die Polizeiinspektion Rosenheim mit Unterstützung der Feuer­wehr Rosenheim durchgeführt. In zwei von fünf Bars wurden sehr hohe Kohlenmonoxidwerte von bis zu 170 ppm gemessen. Zudem wurden verschiedene Verstöße gegen das Gesund­heitsschutzgesetz (Nichtraucherschutz) und das Jugendschutzgesetz festgestellt. Das Rau­chen von Wasserpfeifen/Shishas mit tabakhaltigen Substanzen in geschlossenen Gasträumen sowie die Nutzung von E-Shishas durch unter 18-Jährige ist generell nicht gestattet. Durch das Hauptzollamt Rosenheim wurden zwei Shisha-Bars Verstöße nach dem Tabaksteuerge­setz festgestellt und Steuerstrafverfahren gegen die Shisha-Bar-Betreiber eingeleitet.

Die Stadt Rosenheim wird in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Rosenheim, auch in naher Zukunft weitere Kontrollen durchführen und bei entsprechenden Verstößen Bußgelder erlassen. Dazu wird der Erlass von weiteren Auflagen für die Betreiber von Shishalokalen geprüft wie beispielsweise die Anschaffung von CO-Warnmeldern oder die Installation von Lüftungsan­lagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.