Die Nonfiktionale startet heute

Zehnjähriges Jubiläum des Aiblinger Filmfestivals beginnt um 10.30 Uhr - Eröffnung um 19 Uhr

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Bad Aibling – Es ist wieder Nonfiktionale-Zeit. Das weit über die Grenzen hinaus bekannte Doku-Filmfestival in Bad Aibling nimmt heute wieder Fahrt auf. Los geht’s schon um 10.30 Uhr mit der Jugend-Doku „Der Kapitän und sein Pirat“ – die offizielle Eröffnung findet allerdings erst am Abend statt. Hier liegt um 19 Uhr der Film „Borderland Blues“ (Foto) auf der Rolle. Die Infos zu den Filmen gibt’s hier:

Der Kapitän und sein Pirat
(D/Belgien 2012, 76 Minuten, OmU)

Regie: Andy Wolff

Kamera: Andy Wolff, Tobias Tempel, Yusuf Guul

Montage: Ulrike Tortora, Michèle Hubinon

Musik: Sebastian Zenke

Produktion:  Brockhaus/Wolff, Mans Films Productions

Redaktion: Jutta Krug (WDR), Claudia Gladziejewski (BR)
Darum geht’s: Ein provisorisches Piratencamp in der somalischen Wüste und eine psychosomatische Klinik in Deutschland. An diesen voneinander so weit entfernten Orten treffen wir zwei Männer: den wortgewandten Piratenchef Ahado und den traumatisierten deutschen Kapitän Krzysztof Kotiuk. Nach und nach erfahren wir die Einzelheiten der erschütternden vier Monate, die sie gemeinsam als Geiselnehmer und Gefangener auf dem Containerschiff Hansa Stavanger verbracht haben. Während dieser Zeit entwickelte sich eine ungewöhnliche Beziehung, die von Ängsten, Zwängen und Interessen, aber auch von gegenseitigem Respekt bestimmt war. Die Entscheidungen des Kapitäns in dieser extremen Situation führten zu einem Vertrauensbruch mit der eigenen Mannschaft. Der Film zeichnet ein Bild der Ereignisse, indem er die Erinnerungen der beiden ungleichen Männer zusammenführt. Entstanden ist ein spektakulärer Film. Neben den seltenen Einblicken in die Denk- und Lebensweise eines modernen Piraten offenbart er zugleich die innere Zerrissenheit des Kapitäns, der noch immer eine Geisel der Ereignisse ist, die ihn seinen Ruf, seinen Job und seine Gesundheit gekostet haben.

Preise:
Spezialpreis der Jury, Millenium Film Festival Brüssel 2013; Preis der Jugendjury, DOK Leipzig 2012; Preis der DEFA-Stiftung, Max Ophüls Preis 2013; FFF-Förderpreis Dokumentarfilm, DOK.fest München 2013; Bester Film, Cebu International Documentary Film Festival 2013; Bester Dokumentarfilm, Zagreb International Film Festival 2013; Bestes Drehbuch, Kinofest Lünen 2013; Bester Schnitt, Deutscher Kamerapreis 2014

 

Borderland Blues
(D 2016, 73 Minuten, OmU)

Regie, Produktion: Gudrun Gruber

Kamera: Bernd Effenberger

Montage: Gaby Kull-Neujahr

Musik: Dominik Giesriegl

Sounddesign: Jörg Elsner

Produktion: HFF München
Darum geht’s: Das Grenzland zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten, ein Ort der Abwehr und der Verheißung. Knapp ein Drittel der über 3000 km langen Staatsgrenze wurde in den letzten Jahren durch mehr oder weniger durchlässige Grenzanlagen befestigt. Den einen ist die Sicherung zu lasch, die anderen sehen sie als Ausdruck einer menschenfeindlichen Politik. Einigkeit herrscht nur darüber, dass dort, wo der Staat versagt, Eigeninitiative gefordert ist. Gudrun Gruber begleitet unterschiedlichste Akteure auf US-amerikanischer Seite: Farmer, deren Land als „Niemandsland“ gilt und die zwischen den Bedürfnissen nach Sicherheit und Freiheit gefangen sind. Aktivistinnen, die Wasservorräte in der Wüste deponieren. Freiwillige einer Bürgerwehr, die ihre Grenzpatrouillen auch als eine Art humanitären Auftrag verstanden wissen wollen. Indigene, deren Land durch den Grenzverlauf geteilt und deren Leben von dieser Grenzziehung bestimmt wird. Der Film zeigt, vor welche alltäglichen Probleme und moralischen Entscheidungen diejenigen gestellt sind, die an und mit der Grenze leben. Jenseits politischer Parolen stellt er damit die zentrale Frage nach der Menschlichkeit und Selbstverantwortung des Einzelnen.

 

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