Happy End für Elvis

Familie aus Bad Aibling findet Pflegestelle für behinderten Hund aus Ungarn - Spenden erwünscht

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Bad Aibling – Manche Menschen reden gerne und viel darüber, wie ihnen die Tiere in ausländischen Tierheimen leid tun und wie sehr ihnen diese Schicksale an die Nieren gehen. Und manche Menschen helfen einfach. Wie Conny und Christian Mörwald aus Bad Aibling. Das Ehepaar setzt sich schon seit einigen Jahren mit dem „Projekt-Pusztahunde e.V.“ für geplagte Tiere ein. Immer wieder fährt der Verein mit einem Kleintransporter nach Ungarn und holt dort aus Tierheimen Hunde ab, die sonst abgeschoben und vereinsamt ihr Dasein fristen müssen. Wie zum Beispiel Elvis, ein Hund mit drei Beinen, für den sie jetzt eine geeignete Pflegestelle gefunden haben …

Elvis hat es zu Beginn einigermaßen schön gehabt in seinem Leben. Er lebte vielleicht nicht als Haushund, da dies in Ungarn nicht üblich ist, aber er bekam genügend Futter. Vielleicht hatte er auch eine Hütte und wahrscheinlich tat ihm auch niemand etwas, denn er ist den Menschen sehr zugetan und nicht ängstlich ihnen gegenüber. Doch dann wendete sich im Jahr 2014 das Blatt für Elvis. Zuerst kam er, aus welchen Gründen auch immer, ins Tierheim. Wurde von dort wieder weiter vermittelt, aber dann gegen einen Welpen eingetauscht und wieder zurück ins Heim gebracht.

Das war für ihn nicht einfach. Er, der Menschenbezogene, verlor plötzlich alles, was ihm wichtig war. Es blieben Menschen, die keine Zeit für den einzelnen Hund haben und ein Haufen Hunde, die ihm nicht wichtig sind.

Damit nicht genug: Dazu kam ein Tumor am Schultergelenk seines rechten Beins, das Bein musste amputiert werden. Das gab dem Tier vorerst den Rest. Elvis wurde zunehmend apathisch und begann, sich aufzugeben. Bei Menschen würde man in so einem Fall von schwerer Depression sprechen.

Glücklicherweise wurden Conny und Christian Mörwald auf Elvis aufmerksam und schafften es über eine Bekannte, für den sich aufgebenden Hund eine Pflegestelle in Bayern zu finden, wo er bei „guter Führung“ vermutlich auch bleiben darf.

Am vergangenen Samstag nun kam der große Moment für den Glatthaar Foxterrier. Nachdem seine Microchipnummer kontrolliert war und das obligatorische Spot On Präparat gegen Parasiten aufgetragen war, wurde er in seine Box im Hundetransporter gesetzt, und gegen 10 Uhr begann die Reise ins Ungewisse.

Nach der langen, fast zehnstündigen Fahrt vom Tierheim Orosháza zur BAB-Raststätte Bayerischer Wald wurde ein ziemlich geschaffter Elvis aus seiner Reisebox befreit. Dabei hatte er noch das Glück, nur bis Bayern zu fahren. Seine mitreisenden Gefährten mussten schließlich noch teilweise bis nach Norddeutschland und damit doppelt so lange in ihren Boxen aushalten. Elvis sah sich zunächst ängstlich und abwartend um und tapste dann steif und unsicher mit den Fahrern und den Mörwalds auf ein Grasstück. Pieseln und trinken traute er sich in dieser Situation nicht. Schließlich wurde Elvis auf die Rückbank des Autos gesetzt und Conny Mörwald (Foto r.) gelang es nach kurzer Strecke, ihn zu beruhigen.

 

Auffällig: Mörwalds eigene vier Hunde (Foto unten) in der Box im Kofferraum haben nicht einmal wegen des Eindringlings in ihr Revier gebellt oder geknurrt. Haben Sie etwa gespürt, was hier vor sich geht? Vor ziemlich genau einem Jahr, als sie den Hugo an gleicher Stelle abgeholt haben und zu seiner neuen Familie gebracht haben, haben sie sich ebenso vorbildlich verhalten.

Sicherlich wird Elvis bei seinem Start in sein neues Leben noch die ein oder andere Hilfe brauchen, wie ein Maßgeschirr für dreibeinige Hunde und eine Gelenksstütze für sein überbelastetes gesundes Vorderbein, damit er auf seinen so geliebten Spaziergängen mit seiner neuen Hundefreundin Daisy von seiner Pflegefamilie sicher geführt werden kann. Bei einem Hund mit so einer gravierenden Behinderung werden auch weiterhin Tierarztbehandlungen und Therapiestunden nötig sein.

Seine erste Untersuchung in der Bad Aiblinger Tierarztpraxis von Dr. Katrin Plessmann, die auch ein großes Herz für Tierschutzhunde hat, hat Elvis mit erstaunlicher Gelassenheit absolviert.

Unterstützung für Pusztahunde:
Deshalb ist jede Unterstützung für Elvis und seine noch in Ungarn wartenden Hundekollegen sehr willkommen – Spendenkonto: Projekt-Pusztahunde e.V., Kasseler Sparkasse,
IBAN: DE17 5205 0353 0217 0012 45, BIC-/Swift-Code: HELADEF1KAS
Verwendungszweck: „für Elvis und seine Freunde“

Wer sich über die Arbeit und die Ziele des Vereins Projekt-Pusztahunde e.V. informieren möchte oder sogar überlegt, einem Kumpel von Elvis ein Heim zu geben, der ist herzlich auf die Seite www.projekt-pusztahunde.de eingeladen. Das Team vom Projekt-Pusztahunde e.V. freut sich auf Sie und Ihren Besuch auf der Homepage.

 

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