Kiebitz gegen Supermarkt

Ein brütender Vogel behindert die Bau-Planungen für das Nahversorgungszentrum in Westerham

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Feldkirchen-Westerham – Es gab zwei Hauptpersonen am Dienstagabend im Gemeinderat Feldkirchen-Westerham. Zum Einen war das Neu-Bürgermeister Hans Schaberl, der angesichts der vielen anwesenden Zuhörern schmunzelnd anmerkte, er habe gar nicht gewusst, dass er hier schon einen Fanclub hat. Und zum Anderen war das der Kiebitz. Denn dieser Vogel fühlt sich in der Nähe des geplanten Westerhamer Nahversorgungszentrums auf einem Erdbeerfeld pudelwohl. Was die Bauplanungen ziemlich verzögert.

Der Kiebitz soll erst einmal in Ruhe brüten dürfen, das dauert wohl bis zum 15. Juli. Dann muss das Gelände für den Vogel erstens „unattraktiv“ gemacht werden und zweitens muss eine Ausgleichsfläche geschaffen werden, auf die er umgesiedelt werden kann. So weit das EU-Recht und die Theorie. In der Praxis aber sieht das wohl anders aus. Schaberl kann davon als Landwirt ein Lied singen: „Dem Kiebitz fahren wir Bauern schon seit vielen Jahren mit dem Bulldog hinterher. Der fühlt sich überall da wohl, wo er Schutz findet, ob das ein Erdbeer- oder ein Maisfeld ist. Was er aber gar nicht mag, sind Spaziergänger.“ Deshalb ist der dagegen, aus dem Gebiet zwischen Feldkirchen-Westerham, und Bruckmühl einen „vierten Nationalpark“ zu machen.

„Wenn wir jetzt wegen des Vogels aufhören zu bauen, dann können wir jeden Bebauungsplan zwischen Feldkirchen und Westerham einstampfen und lassen alles so wie’s ist. Dann fahren die Leute zum Einkaufen nach München und wir haben wieder mehr Verkehr auf den Straßen.“

Doch scheinbar hilft hier alles nichts. Die Gemeinde muss sich an die Bestimmungen der EU halten und die Brutzeit abwarten. Eine Ausgleichsfläche soll dann bis Februar im Bereich der Mangfall geschaffen werden. Mit einem Risiko: Wenn dann dort zu viel Spaziergänger unterwegs sind, macht der Kiebitz dort den Rückzug und lässt sich wieder woanders nieder. Wenn’s ganz blöd läuft wieder neben einer Fläche aus dem Bebauungsplan.

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