Zu Ehren der Mutter Gottes gespielt und gesungen

Mariensingen in Weihenlinden: eindringlich und ergreifend

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Bruckmühl/Weihenlinden – Nicht nur für den Kulturförderverein sondern auch für große Teile der hiesigen Bevölkerung ist das jährliche Mariensingen eines der großen Highlights des Maxlrainer Kultursommers. Die zweite Vorsitzende des Vereins, Resi Englhart, hatte wieder mehrere Volksmusik- und Singgruppen für die denkwürdige Veranstaltung – diesmal in der Wallfahrtskirche Weihenlinden –   gewinnen können. Diakon Klaus Schießl begrüßte die zahlreichen Zuhörer, darunter auch MdL a. D. und 1. Vorsitzender Sepp Ranner und der Tuntenhausener Altbürgermeister Josef Haas, und erteilte später auch den Schlusssegen.

Die Bairer Winkler Hausmusi (aus dem südl. Eck des Lkr. Ebersberg, Foto), Schlechinger Sänger (Foto ganz unten) und Wieslberg-Musi (Tanzlmusi und Weisenbläser vom Samerberg) wurden diesmal unterstützt vom Dreiwinkl-G’sang (zusammengekommen aus dem Rupertiwinkel, dem Miesbacher Oberland und dem Inntal). Die Gesangsgruppe Geschwister Pilstl musste leider krankheitsbedingt absagen. Mediative Texte des besinnlichen Abends sprach Eva-Marie Martius mit einfühlsamen Worten und Inhalten. In ihrer textlichen Begleitung des zu Herzen gehenden Musikabends ging sie zunächst auf Geschichte und Bauwerk der 1653 erbauten Kirche ein, die nach Entdeckung einer Heilquelle als Wallfahrtskirche zu einem beliebten Ziel für Pilger wurde. Eine bereits ab 1643 errichtete kleine Gnadenkapelle mit einem sehr verehrten Marienbild befindet sich noch heute innerhalb des Gotteshauses hinter dem Hochaltar. Diese und das prächtige Innere der dreischiffigen Emporenbasilika mit ihrer frühbarocken Kanzel ziehen auch heute noch Besucher in ihren Bann.

Spürbar ist in diesem Gotteshaus die von den Gläubigen tief empfundene Marienverehrung, der Eva-Marie Martius (Foto, am Pult) große Teile ihrer mediativen Texte gewidmet hat. Wie ein roter Faden ziehen sich durch ihre zu Herzen gehende textliche Begleitung des gelungenen Musik- und Gesangsabends ihre Rezitation der Desiderata („Lebensregel von Baltimore“) bzw. der Lebensweisheit des amerikanischen Rechtsanwalts Max Ehrmann, der mit einfachen Worten verdeutlicht, was im Leben wirklich wichtig sein sollte. „Geh Deinen Weg gelassen im Lärm und in der Hektik dieser Zeit und behalte im Sinn Deinen Frieden, der in der Stille wohnt“. Dazu gehören: Zuhören können und mit Menschen auszukommen, ohne sich aufzugeben, wie auch das Streben nach Idealen, aber auch das Recht, da zu sein. Der Mensch solle nicht verzweifeln trotz Trug und Mühsal; denn trotz zerbrochener Träume sei die Welt doch wunderschön. „Sei gut zu Dir, strebe danach glücklich zu sein“, so rezitierte Eva-Marie Martius aus der Desiderata.

Ihre eindringlichen Worte wurden musikalisch unterstrichen von den drei Musik- und Gesangsgruppen, deren intonierten sakralen Beiträge ebenfalls die Herzen anrührten. Ohne eine Gruppe besonders hervorheben zu wollen, wurde das Angelus-Gebet, besser bekannt als „Der Engel des Herrn“ (Volksweise aus Südmähren) als besonders eindrucksvoll empfunden, verband es doch Marienverehrung, Lesung und Musikerleben in ausgezeichneter Harmonie. „Auch Sterne prallen zusammen und es entsteht etwas Neues. Heute weiß ich, das ist Leben“, so schloss Eva-Marie Martius ihre Lesung. Die Interpreten sangen und spielten gemeinsam mit den Zuhörern das „Gegrüßet seist du, Königin“, bevor  alle als Beschenkte nach der Erteilung des Segens den Heimweg antraten. Lutz Ellermeyer

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