Neubau statt Sanierung

Einstimmiger Kreistagsbeschluss zu Operationssälen an RoMed-Klinik Bad Aibling

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Die Operationssäle in der RoMed-Klinik in Bad Aibling werden nicht saniert, sondern in einem Neubau untergebracht. Der Rosenheimer Kreistag hat seine Sanierungsbeschlüsse vom Juli 2013 und September 2015 aufgehoben. Stattdessen soll auf dem Gelände der Klinik ein dreigeschossiger Neubau entstehen. Die Entscheidung des Kreistags fiel einstimmig.

Auf Antrag von Landrat Wolfgang Berthaler hatten die  Mitglieder des Rosenheimer Kreistags den Tagesordnungspunkt aus dem nichtöffentlichen in den öffentlichen Teil der Sitzung verschoben. Berthaler ärgerte sich hörbar darüber, dass einige die Debatte um die Schließung der Geburtsstation dazu nutzten, den Klinikstandort als Ganzes in Frage zu stellen. In einer emotionalen Ansprache widersprach er solchen Gedanken und machte deutlich, wir wollen Bad Aibling modern aufstellen. Ähnlich äußerte sich der Geschäftsführer der RoMed-Kliniken, Peter Lenz. Zu den Neubauplänen, die im Plenum vorgestellt wurden, sagte er, ein deutlicheres Zeichen kann es nicht geben.

Im Zuge der Ausarbeitung der Planungen für die zuerst angestrebte Sanierung wurde deutlich, dass diese stärker als gedacht in den täglichen Klinikbetrieb eingreifen. So hätten einzelne Abteilungen wie Küche, Sterilisation und Technik nicht nur provisorisch untergebracht, sondern während der Bauphase auch mehrfach versetzt werden müssen. Die geplanten Sanierungskosten in Höhe von 22 Millionen Euro hätten nicht ausgereicht.

Deshalb wurde parallel eine Neubaulösung geprüft. Im Ergebnis kann auf dem derzeitigen Personalparkplatz im Norden des Klinikgeländes ein dreigeschossiges Gebäude errichtet werden, in dem drei Operationssäle, die Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung und die Lüftungszentrale untergebracht werden können. Die Baukosten, grob geschätzt 21,6 Millionen Euro, liegen nicht höher als die Sanierungskosten und die Bauzeit ist im Vergleich zur Sanierung kürzer.

Für die Neubaulösung sprach zudem, dass das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die für die Sanierung bereits zugesagten Fördermittel in Höhe von 14 Millionen Euro auch für einen Neubau zur Verfügung stellt. Dem Landkreis Rosenheim bleiben die nicht förderfähigen Kosten von 7,6 Millionen Euro. Für ihre Finanzierung wurde bereits eine Rücklage von knapp 2,3 Millionen Euro gebildet. Der verbleibende Betrag von 5,3 Millionen Euro wird über den jährlichen Pauschalzuschuss des Landkreises an RoMed in Höhe von 3 Millionen Euro finanziert.

Der Neubau soll am Anfang einer Gesamtsanierung der RoMed Klinik Bad Aibling stehen. Bis voraussichtlich 2018 sind vier Bauabschnitte vorgesehen. Nach einer ersten groben Schätzung werden bis dahin zwischen 45 und 50 Millionen Euro investiert.

 

 

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