368 000 Schülerinnen und Schüler in Oberbayern

Schuljahr 2017/2018 - Aktuelle Zahlen und Fakten - 567 weniger Erstklassler

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Oberbayern – Im kommenden Schuljahr 2017/18 werden rund 368.000 Schülerinnen und Schüler an Oberbayerns öffentlichen und privaten Schulen unterrichtet. Die Schülerzahlen entsprechen in etwa denen des Vorjahres (364.000). Leichte Zuwächse ergeben sich im Bereich der Grundschulen und Förderschulen.

Im Schuljahr 2017/18 besuchen rund 162 000 Schülerinnen und Schüler die 716 Grundschulen, rund 65.000 Schülerinnen und Schüler die 291 Mittelschulen, rund 24.000 Schülerinnen und Schüler die 126 Förderschulen, rund 117.000 Schülerinnen und Schüler die 382 beruflichen Schulen Oberbayerns.

Für 40.285 ABC-Schützen in Oberbayern – 567 weniger als im Vorjahr – beginnt am 12. September die Schulzeit. Um die Unterrichtsversorgung decken zu können, wurden in Oberbayern insgesamt 1.271 Lehrkräfte neu an Grund- und Mittelschulen ins Beamtenverhältnis eingestellt: 714 Grundschullehrkräfte, 412 Mittelschullehrkräfte, 105 Fachlehrkräfte und 40 Förderlehrkräfte. Darüber hinaus werden 94 Gymnasiallehrkräfte und 53 Realschullehrkräfte im Rahmen von zwei Sondermaßnahmen zur Zweitqualifizierung beschäftigt, darunter erstmalig auch eine Maßnahme zur Zweitqualifizierung für das Lehramt an Grundschulen. 401 Grund- und Mittelschullehrkräfte wurden aus Oberbayern in andere Regierungsbezirke Bayerns versetzt.

Im Durchschnitt werden an der Grundschule 21,50 und an der Mittelschule 19,43 Schülerinnen und Schüler pro Klasse unterrichtet. Rund 92 Prozent der Klassen haben eine Klassengröße von 25 oder weniger Schülern. Für Vertretungsunterricht an Grund- und Mittelschulen werden wie im Vorjahr ganzjährig 860 Vollzeitstellen zur Verfügung gestellt. Die Kontingente für weitere Aufstockungen gibt es wie im Vorjahr bereits ab Schuljahresbeginn.

Aufgrund der gestiegenen Schülerzahlen im Förderschulbereich um 800 Schülerinnen und Schüler wurden 44 zusätzliche Klassen gebildet, insbesondere im Bereich der Diagnose- und Förderklassen, in den Förder-Schwerpunkten geistige und emotional-soziale Entwicklung sowie in den Schulen für Kranke und Klassen für Kranke an den Förderzentren. Hierfür wurden zusätzliche Personalressourcen zur Verfügung gestellt. Auch im Förderschulbereich gibt es wieder eine Maßnahme zur Zweitqualifikation für das Lehramt für Sonderpädagogik, an der in Oberbayern 30 Realschul- und Gymnasiallehrkräfte teilnehmen sowie weitere spezifische Zusatzqualifikationen.

 

Im Bereich der beruflichen Schulen konsolidieren sich die Schülerzahlen im Vergleich zum Vorjahr. Alle geeigneten Bewerberinnen und Bewerber für das Lehramt an beruflichen Schulen haben eine Anstellung gefunden. Darüber hinaus wurden Mittel für die Beschäftigung von Aushilfslehrkräften im erheblichen Umfang zur Verfügung gestellt. Damit ist der Unterricht für die Schülerinnen und Schüler Oberbayerns sichergestellt.

 

Weiter gibt es an allen Schularten eine Reihe von pädagogischen Schwerpunktsetzungen und Neuerungen.

Für die besondere Förderung der Schülerinnen und Schüler mit Asyl- und Migrationshintergrund an Grund- und Mittelschulen wurden wie im Vorjahr zusätzliche Ressourcen für die Sprachförderung und Integration zur Verfügung gestellt. Neben der Errichtung von 185 Übergangsklassen für die Intensivförderung, davon 30 Klassen in gebundener Ganztagsform, erfolgte ein Ausbau der Deutschförderklassen. Dieses Angebot ermöglicht insbesondere eine intensive Sprachförderung, einhergehend mit einem hohen Maß an Integration. Zum Schuljahr 2017/18 wurden 200 Deutschförderklassen an Grundschulen (GS) und 37 an Mittelschulen (MS) eingerichtet (im Vorjahr 179 an GS und 6 an MS). Im Berufsschulbereich werden im kommenden Schuljahr 2017/18 nun in allen Landkreisen beide Stufen der Berufsintegrationsklasse (BI) angeboten. Obwohl erstmals seit der Einführung der BI-Klassen ein leichter Rückgang an berufsschulpflichtigen Asylsuchenden und Flüchtlingen festgestellt werden kann, werden wieder 260 Berufsintegrationsklassen an beruflichen Schulen eingerichtet und so ein hoher Versorgungsgrad aufrechterhalten. Dies sorgt mit den Möglichkeiten der Sprachintensivklassen (Beginn ab November/Dezember oder März/April) dafür, dass man gegebenenfalls flexibel auf Veränderungen reagieren kann. Ebenso trägt der neue Lehrplan für die BI-Klassen zur weiteren Konsolidierung der Berufsintegrationsklassen bei. Daneben gibt es an sechs Standorten in Oberbayern ein Berufsübergangsjahr in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Für die den Pflichtunterricht ergänzende Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrations-, beziehungsweise Fluchthintergrund werden im Haushaltsjahr 2017 sogenannte Mittel für Drittkräfte in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro für die oberbayerischen Schulen zur Verfügung gestellt. Damit kann das Unterrichtsangebot der Schulen ergänzt werden beispielsweise durch weitere Sprach- und Alphabetisierungskurse oder interkulturelle Projekte.

 

Der Ausbau von Ganztags- und Mittagsbetreuungsangeboten schreitet im Regierungsbezirk Oberbayern für alle Schularten weiter voran, am deutlichsten in der Grundschule. Sowohl offene Ganztagsangebote als auch Mittagsbetreuungsangebote werden verstärkt nachgefragt: 15 neue Standorte und 91 neue Gruppen im offenen Ganztagsbereich, 215 Gruppen mehr in der Mittagsbetreuung an staatlichen Grundschulen. Ein offenes Ganztagsangebot besteht nun an insgesamt 104 Grundschulstandorten (76 staatlich, 26 privat), ein Angebot der Mittagsbetreuung ist an 614 staatlichen und privaten Grundschulen eingerichtet. Der Ausbau der schulischen Ganztagesangebote in den Sonderpädagogischen Förderzentren ist mittlerweile nahezu abgeschlossen.

 

Die Maßnahmen im Bereich Inklusion werden im Schuljahr 2017/18 weiter ausgeweitet. Erstmals gibt es auch für die beruflichen Schulen die Möglichkeit, das Schulprofil Inklusion zu tragen. Im Regierungsbezirk Oberbayern haben drei Tandems, bestehend aus je einer Berufsschule und je einer Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung, beziehungsweise einem Sonderpädagogischen Förderzentrum das Schulprofil Inklusion erhalten. Im Bereich Grund- und Mittelschule gibt es 4 weitere Schulen mit dem Schulprofil „Inklusion“ (insgesamt nun 57 Grund- und Mittelschulen), sechs Klassen mit festem Lehrertandem, 70 Partnerklassen, 218 Kooperationsklassen (alle Klassen in etwa vergleichbarer Anzahl zum Vorjahr). 15 Förderschulen tragen das Schulprofil Inklusion, eine Schule mehr als im Vorjahr. Weiter werden Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Rahmen der Einzelinklusion an den Regelschulen beschult. Die Unterstützung der Regelschulen durch Lehrkräfte der Sonderpädagogik wurde weiter ausgebaut.

 

In der Mittelschule sowie in den Förderzentren mit Mittelschullehrplan wird im Schuljahr 2017/18 der neue „LehrplanPLUS“ in der Jahrgangsstufe 5 eingeführt, jedes weitere Schuljahr in der folgenden Jahrgangsstufe. In der Grundschule sowie in einer Vielzahl von Förderzentren ist mit Abschluss des vergangenen Schuljahres 2016/17 die Implementierung des „LehrplansPLUS“ abgeschlossen. In der Wirtschaftsschule wird der neue „LehrplanPLUS“ nach der Jahrgangsstufe 9 im vergangenen Schuljahr nun in der Jahrgangsstufe 10 eingeführt.

 

Im Schuljahr 2017/18 wird an allen Schulen des Freistaates ein Schwerpunkt im Bereich der Digitalen Bildung gesetzt mit den Zielen, die Schülerinnen und Schüler auf die digitale Welt und Arbeitswelt vorzubereiten und die Chancen, die in den digitalen Medien stecken, für das Lernen zu nutzen. Alle Schulen haben die Aufgabe, ein schulisches Medienkonzept zu erstellen. Unterstützt werden die Schulen dabei durch speziell ausgebildete Experten, zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen, Schulversuche und entsprechende Finanzmittel für die digitale Ausstattung. Zwei Grund- und eine Mittelschule nehmen als Netzwerkschulen am Schulversuch „Digitale Schule 2020“ teil. Vier Berufsschulen Oberbayerns können beim Förderprogramm Industrie 4.0 zum Zuge kommen, eine Ausweitung erfolgt im Schuljahr 2018/19. Für die Förderschulen in Oberbayern startet flächendeckend ein blended-learning-Weiterbildungsangebot zur digitalen Bildung mit Kooperationspartnern aus Universität und der Landeshauptstadt München.

 

In der Grundschule wurde die Zahl der jahrgangskombinierten Klassen um 17 auf 223 Klassen weiter ausgebaut. Das Profil der Flexiblen Grundschule, in der Schülerinnen und Schüler je nach Entwicklungs- und Leistungsstand die Jahrgangsstufen 1 und 2 in einem, zwei oder drei Jahren durchlaufen, wurde an sechs weitere Grundschulen vergeben, so dass es nunmehr 45 Grundschulen mit diesem Profil – flächendeckend in allen Landkreisen – gibt. Der Schulversuch „Lernen in zwei Sprachen – Bilinguale Grundschule Englisch“ wird im 3. Jahr an sieben Grundschulen Oberbayerns umgesetzt. Ziele sind die Entwicklung und Erprobung eines Unterrichtskonzeptes für einen bilingualen Unterricht in Deutsch und Englisch. Erweitert wurde dieser Schulversuch auf die französische Sprache; drei Grundschulen in Oberbayern nehmen am Schulversuch „Lernen in zwei Sprachen – Bilinguale Grundschule Französisch“ teil. 122 Grundschulen beteiligen sich am Mathematikprogramm „SINUS an Grundschulen“, welches für weitere zwei Jahre mit dem neuen Schwerpunkt „Problemlösendes Denken in der sachbezogenen Mathematik und im Geometrieunterricht bei Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen fördern und fordern“ fortgeführt wird. Neu angeboten wird die Bund-Länder-Initiative zur Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler, an der sich vier Grundschulen Oberbayerns beteiligen.

 

In den Mittelschulen wird der im Schuljahr 2015/16 gestartete Schulversuch „Talente finden und fördern an der Mittelschule“ (TAFF) weitergeführt. Elf Mittelschulen Oberbayerns begehen und erproben neue Wege der gezielten Talentfindung und –förderung. Aufgrund der positiven Erfahrungen in der Grundschule kann zum Schuljahr 2017/18 erstmals auch in der Mittelschule anstelle des Zwischenzeugnisses in der Jahrgangsstufe 5, in den Übergangsklassen aller Jahrgangsstufen und für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf ein dokumentiertes Lernentwicklungsgespräch angeboten werden. In den Jahrgangsstufen 6 – 10 kann das Lernentwicklungsgespräch eine ergänzende Maßnahme zum Zwischenzeugnis sein. Neben den seit langem etablierten Mittlere-Reife-Klassen werden in 28 Mittelschulen (Vorjahr 27) sogenannte „Vorbereitungsklassen“ angeboten, in denen gute Schüler mit qualifizierendem Abschluss nach der 9. Klasse in zwei weiteren Schuljahren an den Mittleren Bildungsabschluss herangeführt werden. An 28 Mittelschulen sind Praxisklassen eingerichtet zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lern- und Leistungsrückständen und verstärkt praktischer Begabung.

 

An den Berufsschulen und Berufsfachschulen wird im Schuljahr 2017/18 in der Jahrgangsstufe 10 der neue Lehrplan für das Fach Deutsch eingeführt. Das Unterrichtsprinzip Berufssprache Deutsch des neuen Basislehrplans gilt bereits seit dem Schuljahr 2016/17. Im Bereich der Wirtschaftsschulen startet das Pilotprojekt „Bilingualer Sachunterricht an der Wirtschaftsschule“ ab der Jahrgangsstufe 8. An Pilotschulen in Oberbayern wird in den Fächern Geschichte/Sozialkunde, Wirtschaftsgeographie oder Übungsunternehmen bilingualer Sachunterricht angeboten. Eine neue Führungskultur gibt es an 12 staatlichen Berufsschulen (Vorjahr 8), an denen eine erweiterte Schulleitung eingerichtet wird. Damit können die Führungsspannen an Schulen verkürzt und bessere Voraussetzungen für eine optimale Personalförderung und –entwicklung geschaffen werden. Im Regierungsbezirk Oberbayern wurde zum Schuljahr 2017/18 die erste staatliche Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe in Bayern errichtet, als Teil des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums für Gesundheitsberufe München.

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