Erneut weniger Arbeitslose im Landkreis

Ausgesprochen gute Situation: In nahezu allen Wirtschaftsbereichen Auftragslage bestens

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Landkreis – „Nach den bayerischen Sommerferien geht die Zahl der Arbeitslosen tendenziell zurück, in diesem Jahr sogar deutlicher als in den vergangenen Jahren“, so Dr. Nicole Cujai bei der Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarktdaten. Im Landkreis Rosenheim sind 3 239 Personen arbeitslos gemeldet. Es errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent – im Vormonat August waren es 2,5 Prozent.

Von den Erwerbslosen sind im Landkreis 1 863 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 182 weniger als im Vormonat.

Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 376 arbeitslose SGB II-Kunden, 20 weniger als im August. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 645 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 900 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

„Für den erneuten Rückgang gibt es mehrere Gründe: In nahezu allen Wirtschaftsbereichen ist die Auftragslage gut. Nach der Urlaubszeit haben die Personalverantwortlichen in den Unternehmen und Handwerksbetrieben die eingegangenen Bewerbungen gesichtet, Einstellungsgespräche geführt und anschließend auch verstärkt eingestellt. Das sieht man auch an der deutlichen Zunahme der Abgänge in Beschäftigung gegenüber dem Vormonat.

Bei der Personengruppe der unter 25-Jährigen gibt es verschiedene Abmeldegründe. Diejenigen, die mit Arbeitslosigkeit den Sommer überbrückt hatten, starten mit dem Studium, besuchen wieder die Schule (Trend zu höherer Schulbildung) oder beginnen eine Ausbildung. Andere wechseln zu einem neuen Arbeitgeber und melden sich daher bei uns ab. Im Vergleich zum Vormonat ist daher die Zahl der Arbeitslosen um 480 gesunken auf aktuell 7 400.

Im Vorjahr lag der Rückgang von August auf September lediglich bei 160. Für die Septemberdaten bedeutet dies, dass nun im Vergleich zum Vorjahr sogar 780 Arbeitslose weniger bei den Agenturen für Arbeit in Rosenheim, Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen sowie in den jeweiligen Jobcentern arbeitslos gemeldet sind.

Die Arbeitslosenquote ist im ganzen Bezirk ebenfalls gesunken und zwar von 2,7 Prozent im August auf 2,5 Prozent im September.

Cujai dazu: „Wir können mit dieser Quote, die ein wichtiger Gradmesser für Vollbeschäftigung ist, in diesem Jahr nun schon für drei Monate, nämlich Juni, Juli und September, diesen niedrigen Wert ausweisen. Außerdem liegen die neuesten Beschäftigtendaten für den Monat März 2017 vor, und auch die sind positiv. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um über 4 000 auf 186 300 angestiegen“.

Eine Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent bedeutet keinen Stillstand, im Gegenteil, die große Dynamik auf dem regionalen Arbeitsmarkt macht sich zum Herbstbeginn vor allem in der hohen Zahl an Abmeldungen aus der Erwerbslosigkeit bemerkbar. Von Mitte August bis Mitte September haben sich bei den Agenturen und Jobcentern des Agenturbezirks 2 970 Arbeitslose abgemeldet, 2 500 Männer und Frauen haben sich in diesem Zeitraum neu beziehungsweise wieder arbeitslos gemeldet.

Dazu die Agenturleiterin: „Die Tatsache, dass die Zahl der Abgänge mit 465 Personen deutlich über der Zahl der Neuzugänge liegt, unterstreicht die ausgesprochen gute Lage auf dem Arbeitsmarkt in unserer Region. Leider profitieren nicht alle Gruppen gleichermaßen. Hier ist es auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Biografien mit langer Arbeitslosigkeit oder Langzeitbezug von Sozialleistungen zu beenden oder besser noch erst gar nicht entstehen zu lassen.“

Die Chefin der Rosenheimer Arbeitsagentur und die Jobcenter, die für die Betreuung der Langzeitarbeitslosen zuständig sind, nehmen den ausgesprochen guten Arbeitsmarkt zum Anlass, an die Arbeitgeber zu appellieren, bei der Besetzung von Arbeits- und Ausbildungsstellen vermeintlich Schwächeren, Älteren und Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben.

Aufgrund unvollständiger Bewerbungsunterlagen, schlechter Noten, fehlender Zeugnissen, unterbrochener Biografien (Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, persönliche und gesundheitliche Probleme) schaffen es manche Bewerber nicht bis zum Vorstellungsgespräch.

In der Praxis zeigt sich aber häufig, dass für bestimmte Tätigkeiten die Formalien nur ein Faktor sind, wichtiger sind der Einsatz und das Engagement jedes einzelnen.

Gerne können Sie im Rahmen einer unkomplizierten Arbeitserprobung die Menschen in ihrem Betrieb kennen lernen und sehen, ob die Bewerber/innen zu Ihnen und zum restlichen Mitarbeiterstamm passen. Auch finanzielle Mittel stehen zur Verfügung, um Qualifizierungsdefizite, die vielleicht einer Arbeitsaufnahme im Wege stehen, auszugleichen.

Rufen Sie in diesen Fragen einfach den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Service-Nummer 0800 45555 20 an. Außerdem wird laufend in die berufliche Qualifizierung investiert. So haben im September 160 Personen eine berufliche Weiterbildung begonnen, 660 befinden sich derzeit in entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen. Daneben gibt es eine Reihe von kürzeren Maßnahmen, die ebenfalls den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen.

Ein Blick auf den Stellenmarkt

Der sogenannte „Bestand“ an offenen Arbeitsstellen ist schon das ganze Jahr über hoch. Zum Stichtag (12. September) waren im Fachverfahren der Vermittlungsfachkräfte 4 740 Stellenangebote gespeichert, ein Plus von 780 Stellen zum Vorjahr.

Nach wie vor werden die meisten Stellen, nämlich 3 000, für Vollzeitkräfte angeboten. Über 80 Prozent der gemeldeten Arbeitsstellen sind unbefristet. Ebenfalls die meisten, nämlich 4 430, unterliegen der Sozialversicherungspflicht, darunter sind auch viele Stellen der Zeitarbeitsbranche (1 080).

Ein Großteil der offenen Arbeitsstellen wird auch in der Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de veröffentlicht.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Die 7 400 Arbeitslosen werden – abhängig von ihrem leistungsrechtlichen Anspruch – von den Agenturen für Arbeit oder den Jobcentern betreut. Dabei fielen im September 4 250 Menschen in die Betreuung einer Agentur nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III, 3 150 Arbeitslose, die zum Rechtskreis SGB II gehören, werden durch die jeweiligen Jobcenter betreut.

Hier ist die Übersicht über die weiteren Bereiche des Agentur-Bezirks:

Die Stadt Rosenheim weist im September eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent auf (Vormonat 4,7 Prozent). Derzeit sind insgesamt 1 511 erwerbsfähige Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, fiel die Anzahl der Arbeitslosen um 79 auf 655. Für 856 arbeitslose SGB II-Kunden ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 399 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 856 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im September eine Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent (Vormonat 2,2 Prozent) aus. Die Zahl der Arbeitslosen liegt für den Landkreis insgesamt bei 1 442. Davon sind 998 Männer und Frauen, 90 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 444 Personen (zwei weniger als im August) sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen als arbeitslos registriert. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 095 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 669 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 208 Bürger ohne Erwerbstätigkeit. Insgesamt errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent. Von den Arbeitslosen sind 733 bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 75 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (Optionskommune) zuständig. Bei diesem Jobcenter sind 475 Arbeitslose, 3 weniger als im August, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 221 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 979 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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