Ein neues Zeitalter beginnt

Der Erhalt Burg Falkensteins ist Aufgabe eines neu gegründeten Fördervereins

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Flintsbach – An der Zukunft der Burg Falkenstein in der Gemeinde Flintsbach wird auch ein Förderverein mitwirken. Über 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger trafen sich am Montagabend zur Gründerversammlung in der Alten Post in Fischbach. Sie billigten einstimmig die Vereinssatzung und wählten Landrat Wolfgang Berthaler zum ersten Vorsitzendenden.

Seine Mitstreiter im Vereinsvorstand sind Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher als zweiter Vorstand, Marcus Edtbauer als Kassier, Karl Seidl als Schriftführer sowie Daniela Kauer, Eva Lagler und Franz Weiß als Beisitzer.

Nach zwei spannenden Vorträgen von Ausgrabungsleiter Dr. Bernhard Ernst und dem bauleitenden Architekten Johannes Fischer sagte Berthaler: „Sie sehen, wir haben noch viele Aufgaben.“ Der Landrat, der auch Vorsitzender der Eigentümerin der Burg, der Umwelt-, Kultur- und Sozialstiftung im Landkreis Rosenheim ist, blieb optimistisch: „Wir haben heute den Beginn eines neuen Zeitalters für die Burg.“

2009 hatte die Stiftung Falkenstein erworben. Den Zustand des Gemäuers beschrieb Berthaler als marode, „die Mauern zerbröckelten langsam und Teile waren einsturzgefährdet.“ Aus diesem Grund wurden zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege Konzepte für die Sanierung sowie dessen Finanzierung erstellt. Während der Arbeiten stellte sich heraus, dass die Mittel aufgestockt werden müssen.

Der Landrat nannte drei Punkte, die man zunächst umsetzen könnte. Er schlug vor, Schautafeln am Wanderweg zum Petersberg aufzustellen, um die Geschichte der Burg darzustellen. Nachdem im Zuge der archäologischen Arbeiten der ursprüngliche Eingang zur Burg gefunden wurde, „wäre die Vision, die Brücke zu erneuern und den Zugang wieder herzustellen.“ Zudem schlug Berthaler noch vor, die Burg abends zu beleuchten. Trotz vieler Vorschläge ließ der neue Vereinsvorsitzende eine zukünftige Nutzung von Falkenstein offen: „Hier sollte die Bevölkerung bei der Konzeptfindung eingebunden werden.“

Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher meinte rückblickend: „Gott sei Dank haben wir die Burg nicht gekauft. Die Gemeinde hätte das nicht stemmen können.“ Trotzdem ist Falkenstein Teil der Geschichte der Gemeinde. Das Ziel ist für Lederwascher deshalb klar: „Wir müssen schauen, dass dort wieder Leben einzieht.“ Die Gründung des Fördervereins ist für den Bürgermeister daher ein Schritt in die richtige Richtung: „Ich bin guter Hoffnung, dass wir das gemeinsam hinbringen.“

Laut Ausgrabungsleiter Dr. Bernhard Ernst war die größte Burgruine im Landkreis im Laufe der Jahrhunderte immer wieder um- und ausgebaut worden. Im Zuge der archäologischen Arbeiten waren Reste von bisher unbekannten Gebäuden gefunden worden. Die Funde belegen zudem, dass Glas gebrannt und Eisen verarbeitet wurde.

Der bauleitende Architekt Johannes Fischer beschrieb anhand zahlreicher Fotos die Schwierigkeiten bei der Sanierung der Mauern. Schutt und Erdreich, das sich über die Jahrhunderte angesammelt hatte, drückte innen auf die Außenmauern und sorgte für Überhänge an den Mauern von bis zu 30 Zentimetern. Darüber hinaus wurde das Mauerwerk durch eindringende Pflanzen- und Baumwurzeln geschädigt. Fischer machte noch einmal deutlich, dass die Sanierung nicht bedeutet, die Mauern wieder aufzubauen, sondern sie im Bestand zu erhalten.

 

An der Burg Falkenstein interessierte Bürgerinnen und Bürger sind im Förderverein herzlich willkommen. Das Beitrittsformular ist im Rathaus der Gemeinde Flintsbach und im Landratsamt Rosenheim erhältlich. Zudem kann es online von der Homepage www.landkreis-rosenheim.de heruntergeladen werden.

Foto: Der erste Vorstand des neugegründeten Fördervereins: (von links) Karl Seidl (Schriftführer), Daniela Kauer (Beisitzerin), Landrat Wolfgang Berthaler (1. Vorstand), Eva Lagler (Beisitzerin), Marcus Edtbauer (Kassier), Franz Weiß (Beisitzer) und Bürgermeister Stefan Lederwascher (2. Vorstand)

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