Wenn die Tagesmutter ausfällt

Rosenheimer Agentur für Arbeit will Mitarbeitern helfen und hat deshalb eigens ein neues Zimmer eingerichtet

image_pdfimage_print

Rosenheim – Der kleine Leo malt derweil im Eltern-Kind-Zimmer, wenn die Mama in der Arbeit ist: Die Agentur für Arbeit Rosenheim versucht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bestmöglich zu unterstützen und hat deshalb jetzt dieses Zimmer eingerichtet, auf das Mitarbeiter ab sofort im Betreuungs-Notfall zurückgreifen können.

 

„Als meine Tagesmutter mir für heute absagte, wusste ich erst einmal nicht, was ich machen soll und dann habe ich an das Eltern-Kind-Zimmer in der Arbeit gedacht“, sagt Linda Schlacher, die bei der Agentur für Arbeit im Arbeitgeberservice arbeitet.

In dem Zimmer warten auf das Kind ein Spielteppich, große Kisten mit Legobausteinen, Playmobilfiguren, Büchern, Malheften, Stiften und und und …

„Immer mehr Eltern stehen heute vor der Herausforderung Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Durch unser neu eingerichtetes Eltern-Kinder-Zimmer wollen wir sie ein wenig dabei unterstützen, Betreuungsengpässe zu überbrücken“, sagt Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur, die seit dem vergangenen Jahr auch Mitglied im Familienpakt Bayern ist.

„Wenn wie bei Leo die Tagesmutter plötzlich ausfällt, oder ein Kind wegen einer Einschränkung wie einem verstauchten Bein nicht in den Kindergarten gehen kann, ist unser Eltern-Kind-Zimmer eine mögliche Lösung. Wichtig ist dabei, dass das Elternteil trotzdem ganz normal arbeiten kann und das Kind keine ansteckende Krankheit hat. Ein genereller Ersatz für die Betreuung soll und kann das Zimmer jedoch nicht sein.“

Während Leo über den Spielteppich krabbelt und seinen Abschleppdienst und verschiedene Baustellenfahrzeuge dort über die Straßen fahren lässt, sitzt seine Mutter am Schreibtisch, nimmt Telefonate entgegen, macht sich Notizen und dokumentiert diese im Computer. „Toll, ich hätte nie gedacht, dass das so gut klappt“, sagt Linda Schlacher begeistert.

Nach einiger Zeit nimmt der Kleine im Kinderstuhl mit Tischchen neben seiner Mutter Platz und fängt mit zufriedener Miene an, die Tiere in einem Malbuch mit bunten Stiften zu verzieren. Die Arbeitsvermittlerin dokumentiert währenddessen die Gesprächsinhalte im Computer und stellt nach ihrem Arbeitstag fest: „Ich habe fast so viel geschafft wie sonst und kann meinen braven Sohn nur loben.“

Dr. Nicole Cujai hofft nun, dass das Zimmer vielen Eltern helfen wird, die eine oder andere Betreuungs-Notsituation zu überbrücken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.