Heiß auf Eis

Vor dem ersten Heimspiel der Aibdogs am Sonntag: Trainer Markus Berwanger im Portrait

image_pdfimage_print

Bad Aibling – Ein Guter ist gegangen, ein Guter ist gekommen: Nach dem Weggang von Trainer Manuel Kofler, der jetzt die Starbulls Rosenheim trainiert, waren viele Eishockey-Fans in Bad Aibling besorgt – hat der neue Coach das Zeug dazu, um in die Fußstapfen seines Vorgängers treten zu können? Ja, hat er. Denn Markus Berwanger hat viel Erfahrung als DEL-Profi und als Trainer. Außerdem kennt der Rosenheimer den EHC Bad Aibling bestens – hier startete er 2000 seine Karriere als Trainer.

Deshalb dauerte es auch nicht lange, als er im April nach der ersten Anfrage der Aiblinger zusagte, den Job zu übernehmen, obwohl er mit dem 1. EV Weiden einen Oberligisten trainierte. Als „Abstieg“ sieht er es nicht, dass er nun als hauptamtlicher Trainer den Landesligisten aus Aibling leitet. „Natürlich ist es etwas anderes“, sagt Markus Berwanger. „Doch die Arbeit hier ist sehr gut.“

An den Verein aus der Kurstadt hat der 54-Jährige nur die besten Erinnerungen, er führte die damaligen „Dragodiles“ des EHC bis in die Play-Off-Runde der Oberliga. Deshalb sagte er nach einer gewissen Bedenkzeit zu und hat den Job bisher noch keine Sekunde bereut. Was ihn freut und ehrt: „Hier haben sich alle sehr bemüht um mich, im Verein fühle ich mich sehr wohl.“

Von seinem Team ist er begeistert. „Das sind alles tolle Sportsmänner, die sich voll engagieren, obwohl sie kein Geld dafür bekommen“, sagt Berwanger und bewundert die Qualität in der Landesliga. „Von wegen Hobbyliga. Das war vielleicht früher einmal. Mittlerweile ist das Tempo in der Landesliga enorm nach oben gegangen, die Zeiten, in denen ein Oberligist einen Landesligisten mal locker vom Eis fegt, sind längst vorbei.“

Obwohl der Trainer von sich sagt, dass er immer das Beste und den maximalen Erfolg will, genießt er es, hier nicht so den enormen Druck zu haben wie in den Profi-Ligen. Was nicht heißt, dass er es locker angehen lässt. „Den Druck mache ich mir selbst. Ich will immer gewinnen“, gesteht er. Im Training arbeitet er deshalb akribisch mit der Mannschaft und hat da eine klare Strategie: „Ich will das Eishockey nicht neu erfinden. Deshalb üben wir vor allem die elementaren Dinge wie harte Pässe, Puck-Kontrolle, Schnelligkeit, Dynamik und Sauberkeit.“

Dass Bad Aibling keine kurze Durchgangsstation in seiner Trainer-Karriere sein soll, hat er mit seiner Unterschrift in diesem Frühjahr bewiesen – Markus Berwanger hat einen Vertrag, der über vier Jahre geht. Dabei ist er nicht nur für die erste Mannschaft zuständig, auch im Jugendbereich betreut er Teams. Er trainiert zusätzlich die Knaben- und die Jugendmannschaft. Mit den Trainern, die für die anderen Altersklassen zuständig sind, steht er im engen Kontakt. „Das sind alles gute und engagierte Leute. Denen mache ich keine Vorgaben, doch wir tauschen uns aus, haben regelmäßige Trainerbesprechungen.“

Für ihn, der bisher in der Oberliga nur für ein Team zuständig war, ist das jetzt tatsächlich mehr Arbeit. „Es ist anstrengend“, gibt er zu. „Aber ich will der Sache auch gerecht werden.“ Jetzt, während der Saison, hat er keinen freien Tag. Immer ist irgendein Training, am Wochenende sind Spiele. Oft steht er dann auch zweimal am Tag an der Bande.  Doch er beklagt sich nicht, denn Markus Berwanger lebt diesen Sport und für diesen Sport. „Ich bin ein sehr emotionaler Trainer“, beschreibt er sich. Einer, der vom Eissport am besten abschalten kann, indem er selber Sport macht. In seinen freien Stunden macht er vor allem Krafttraining zum Ausgleich. Was ihn ebenfalls erdet und ein weiterer Grund für ihn war, wieder nach Bad Aibling zu kommen: Er kann durch den neuen Job jetzt wieder zuhause in Rosenheim sein, bei seiner Lebenspartnerin und seiner 17-jährigen Tochter. Die hat er allerdings bis jetzt noch nicht aufs Eis gebracht. „Sie geht lieber ins Ballett“, erzählt er. „Doch jetzt hat sie mir gesagt, dass sie gerne einmal Eiskunstlauf probieren möchte.“ Kann sein, dass die Leidenschaft fürs Eis dann doch vererbt wurde.

 

Erstes Heimspiel:
Aibdogs vs. Klostersee

Sonntag, 22. Oktober, 18.45 Uhr
Eisstadion Bad Aibling

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.