Gelebte und gebraute Tradition

Unternehmertreffen des GVK Kolbermoor in der Schlossbrauerei Maxlrain

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Maxlrain/Kolbermoor – So groß waren das Interesse und die Teilnehmerzahl noch selten! Denn das traditionelle Unternehmertreffen des Gewerbeverbandes Kolbermoor (GVK) führte die Mitglieder und Freunde am Montag dieser Woche in die Schlossbrauerei Maxlrain. Und dort gingen Theorie und Praxis Hand in Hand – nach der ausgiebigen Brauereiführung durch Maxlrains Brauerei-Direktor Roland Bräger (r.) ging’s noch zur anschließenden Verkostung ins Bräustüberl. Schließlich wollte ein jeder Teilnehmer mit dem eigenen Gaumen erfahren, was das Maxlrainer Bier so besonders macht.

Nicht ohne Grund erhielt die Schlossbrauerei schon zum zehnten Mal in Folge den Bundesehrenpreis der DLG, zweimal – 2012 und 2016 – glänzte er in Gold. Im vergangenen Jahr durfte sich Maxlrain darüberhinaus noch mit der Auszeichnung „Beste Brauerei Deutschlands“ schmücken. Dies ist kein Zufall, sondern vielmehr das Ergebnis von harter Arbeit und vor allem gelebter Praxis und Überzeugung. Roland Bräger: „Das geht nicht durch Chefanweisung von oben, sondern beruht auf der Einstellung eines jeden Mitarbeiters.“ Die Menschen hier machen nicht nur ihren Job, sie lieben auch das Maxlrainer Bier und das, was sie dafür tun.

Der Erfolg gibt der kleinen Brauerei Recht. In einem hart umkämpften Markt und in einer Zeit, in der der Bierkonsum zurückgeht, kann Maxlrain schon seit Jahren mit stabilen oder ansteigenden Umsätzen glänzen. „Das war nicht immer so“, gibt Bräger zu. Ende der 80er Jahre, bevor Dr. Erich Prinz von Lobkowicz die Unternehmensführung übernahm, lag Vieles im Argen in der kleinen Brauerei. Vor allem das Gebäude hatte eine Renovierung mehr als nötig.

Roland Bräger erzählt: „Als erstes mussten zum Beispiel die Dachrinnen für eine sechsstellige Summe erneuert werden.“ Eine Naturkatastrophe erwies sich dann im Nachhinein als Glücksfall für Maxlrain: Das Hagelunwetter im Jahre 2003 zog auch das Brauerei-Gebäude in Mitleidenschaft, durch die ausbezahlte Versicherungssumme konnte das Werk dann modernisiert werden.

Eine Investition, die sich auszahlte – das Bier aus Maxlrain wird auch über die Grenzen der Region hinaus immer beliebter. Einige der inzwischen 16 Biersorten gibt es mittlerweile schon in China, Moskau oder Chile. Dabei betreibt die Brauerei kein aktives Auslands-Marketing. „Wir werden entdeckt“, sagt Roland Bräger.

Dass die Beliebtheit der Sorten ständig steigt, hat noch mehr Gründe als nur engagierte Mitarbeiter. Der wichtigste Punkt ist wohl das Festhalten an alten Werten. Als Traditionsbrauerei, die schon 1636 erstmals erwähnt wurde und die seitdem fest in der Region verankert ist, hat sich Maxlrain nie dazu verführen zu lassen, mal eben schnell ein Trend-Bier in knallig-buntem Etikett auf den Markt zu bringen. Vielmehr setzen Dr. Erich Prinz von Lobkowicz, Roland Bräger, Braumeister Sepp Kronast und ihre Mitarbeiter auf Regionalität und Qualität.

So bezieht die Brauerei ihre Rohstoffe wo immer möglich aus dem regionalen Umfeld. Bräger: „Wir bevorzugen „alte“ Gerstesorten, die vor allem von Bauern im Speckgürtel von München angebaut werden und mit denen wir seit vielen Jahren gut zusammenarbeiten.“ Auch hier ist die Besinnung auf Tradition Programm, auf „modische“ und vielleicht billigere Sorten verzichtet man bewusst. Der Hopfen kommt aus der Hallertau und das Wasser aus dem eigenen Brunnen, der in Adlfurt vor den Toren Maxlrains liegt.

Ein weiterer Punkt, der laut Peter Bräger ein wichtiger Faktor für die Qualität der Maxlrainer Biere ist, ist das, was die Menschen heute oft immer weniger haben: Zeit. In den Lagerkellern des altehrwürdigen Gebäudes ruhen je nach Jahreszeit zwischen 4.500 und 6.000 Hektoliter Gerstensaft. Dort bekommt das Bier sechs Wochen lang  Zeit zum Reifen, und das schmeckt man. Der Brauerei-Direktor, der einst selbst wie er sagt „Braumeister mit Leib und Seele“ war, ist sich davon überzeugt, dass gerade in dieser Zeit das Bier seinen wahren runden Geschmack entfalten kann.

Nach gut zwei Stunden Rundgang, in denen Roland Bräger den GVK-Mitgliedern so gut wie alles über die hohe Kunst des Brauens, die Geschichte Maxlrains und die Philosophie erklärt hat, endete das Unternehmertreffen, wie bereits erwähnt, bei einer abendlichen Brotzeit im Bräustüberl. Dort überreichte GVK-Vorsitzende Manuela Mack dem Brauerei-Direktor zum Dank für die aufschlussreiche Führung ein kleines Geschenk. Anschließend konnte jeder Teilnehmer, neben dem regen Austausch über das gerade Erlebte, für sich selbst Schluck für Schluck erfahren, dass die guten Dinge oft so nah liegen – in Form von süffigem Maxlrainer-Bier, gebraut in unserer Region.

 

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