Hoher Bedarf an barrierefreien kleinen Wohnungen

„Gute Gespräche" der SPD-Feldkirchen-Westerham mit Betty Mehrer zum Thema Wohnen und Bauen

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Feldkirchen-Westerham – Unter dem Motto „Gute Gespräche“ lädt der SPD-Ortsverein Feldkirchen-Westerham in unregelmäßigen Abständen Gäste zu Veranstaltungen ein, die fachkundig zu bestimmten Themen Auskunft geben können. Dieses Mal war die Gemeinde- und Kreisrätin Betty Mehrer aus Weyarn Gast im SPD Bürgerbüro in Westerham.

Das Thema des Abends lautete: „Der Wohnungsmarkt im Spannungsfeld zwischen Sozialem Wohnungsbau und schicker Eigentumswohnung“.

Betty Mehrer kommt aus einem Handwerkerhaushalt und ist daher schon in früher Jugend mit dem Thema „Bauen“ in Berührung gekommen. Seit 25 Jahren ist sie für die Verwaltung von Immobilien verantwortlich und seit 5 Jahren zertifizierte Wohnberaterin für Senioren und Behinderte, mit Schwerpunkt auf der Beratung zu allen Fragen des Wohnens und der Wohnungsanpassung.

Die politisch Verantwortlichen der Gemeinde Weyarn, einschließlich eines einschlägigen Arbeitskreises, befassten sich vor einigen Jahren mit der Frage, in welche Richtung die Ortsentwicklung, insbesondere beim Wohnungsbau, gehen soll. Es wurde beschlossen, im ganzen Ort eine gründliche Bestands- und Bedarfsermittlung durchzuführen. Besonderer Augenmerk wurde auf die Wohnsituation von älteren Bürgern (65+) gelegt.

Das Ergebnis der Umfrage zeigte, dass

•   ein hoher Bedarf an barrierefreien kleinen Wohnungen für Senioren, Singles und junge Paare besteht

•   viele Häuser nur von 1-2 meist älteren Personen bewohnt werden, die selbst sagen, dass ihnen die Häuser eigentlich zu groß sind (wegen Rasen mähen, Hecken schneiden etc.)

•   Wohnungen mindestens einen mittleren Standard haben müssen – da sonst keine Bereitschaft zum Tausch Haus gegen Wohnung besteht

•   in Weyarn kaum Bedarf an Sozialwohnungen besteht – eher an Wohnungen für „Mittlere Einkommen“

Betty Mehrer berichtete dann, wie die Erkenntnisse der Umfrage in die weitere bauliche Ortsentwicklung von Weyarn eingeflossen sind. Es wurden sieben Mehrgenerationenhäuser gebaut mit je zehn Wohneinheiten von 55 bis 110 qm. Diese kleinen, barrierefreien Wohnungen waren attraktiv für Singles, Kleinfamilien und auch für Senioren – die dann ihre Häuser frei machen und dadurch ausreichend Wohnraum für junge Familien und Menschen mit mittlerem Einkommen schafften konnten. Für Menschen mit niedrigen Einkomme sah sich die Gemeinde in der Pflicht, Wohnraum im vorhandenen Altbestand vorzuhalten, damit auch dieser Bedarf gedeckt werden kann.

Dieses „Weyarner Modell“ fand bei den Zuhörern ein sehr positives Echo. Betty Mehrer wies allerdings darauf hin, dass es im Hinblick auf den Wohnungsmarkt keine generelle Patentlösung gibt, sondern dass alle Maßnahmen passgenau auf die jeweiligen Verhältnisse in einer Gemeinde zugeschnitten sein müssen. Der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Erhard Passauer bedankte sich am Ende der Veranstaltung bei der Referentin mit der obligatorischen Flasche Rotwein und gab der Hoffnung Ausdruck, dass im Hinblick auf ähnliche Entwicklungen in Feldkirchen-Westerham weitere Gespräche stattfinden werden.

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