Ist der Winter schon komplett durch?

Derzeit turbulentes Wetter - Wind und Regen hören aber auf

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„Das Wetter ist derzeit auf der gesamten Nordhalbkugel richtig turbulent. In Nordamerika ist es in Kanada und Teilen der USA extrem kalt und nun gibt es dort auch noch einen Schneesturm. Bei uns in Deutschland gibt es dagegen immer wieder stürmische und sehr nasse Tage. Aktuell hat sich im gesamten Westen und Süden Hochwasser eingestellt. Doch bald ist Entspannung in Sicht und das auf beiden Seiten des Atlantiks“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

„In den USA wird es ab Montag teilweise deutlich wärmer. Im frostigen New York klettern die Höchstwerte auf fünf Grad und mehr. In Deutschland hören Sturm und Regen auf, dafür stellt sich bei uns eine Art „Gammelwetter“ ein. Wir geraten zwischen kühlere Luft im Nordosten und mildere Luft im Südwesten. Niederschläge, sei es Regen oder Schnee sind nächste Woche nur selten zu erwarten. Es passiert beim Wetter nicht mehr viel. Das bedeutet auch Entspannung an der Hochwasserfront. Bis dahin werden die Flusspegel aber erstmal noch weiter steigen. Denn gerade beim Rhein dauert es eine Zeit bis das gesamte Wasser abgeflossen ist“, so Jung.

Der Experte weiter: „Ein richtiger Wintereinbruch ist für Deutschland in den kommenden sieben bis zehn Tagen nicht in Sicht. Die Kälte aus den USA kommt nicht zu uns, das wäre auch gar nicht möglich. Zwischen den beiden Kontinenten liegt der warme Atlantik. Ein so massiver Kaltlufteinbruch wie in den USA und in Kanada wäre bei uns auch gar nicht möglich. In Nordamerika kann die polare Kaltluft nahezu ungehindert und ohne wärmendes Meerwasser zu überqueren bis nach Kanada und in die USA gelangen. Bei uns dagegen würde die polare Kaltluft immer über den recht warmen Atlantik strömen bzw. über die Nord- und Ostsee. Richtig knackig kalt wird es bei uns daher meist immer nur dann, wenn wir aus Osteuropa durch ein Winterhoch mit eisiger Kälte versorgt werden. Dann kann es bei uns nachts auch schon mal auf minus 20 Grad und über Schnee auch noch deutlich kälter werden. Doch das ist aktuell nicht der Fall. Bis Monatsmitte und wahrscheinlich bis Ende Januar wird sich bei uns kein Winterwetter etablieren können. Wir bekommen keinen Jahrhundertwinter, wie es noch im August in einigen Medien zu lesen war. Bereits damals deutete der seriöse Langfristtrend ohnehin auf einen eher milden und nassen Winter hin.“

HAT DER KLIMAWANDEL SEINE FINGER IM SPIEL?

„Nein, das ist einfach nur Wetter. Eisige Kälte ist in Kanada und den USA im Winter immer wieder möglich. In Mitteleuropa ist windiges und mildes Westwindwetter ebenfalls keine Seltenheit. Das gab es schon immer. Es ist sogar häufig der Fall, dass es bei uns sehr mild und wechselhaft ist, wenn es zugleich in Nordamerika sehr kalt und schneereich ist. Da bilden die beiden Kontinente quasi das Gegenstück. Das gleiche Spiel hatten wir bereits im Januar 2014. Damals war es ebenfalls in den USA eisig kalt und in Europa gab es einen sehr milden Wintermonat.“

„Die Aussage, dass dies ein für den Klimawandel typisch milder Winter sei passt nicht, denn woanders auf der Nordhalbkugel herrscht derzeit eine rekordverdächtige Kältewelle, also quasi das Gegenstück. Die Welt besteht eben nicht nur aus Deutschland und Europa. Wir sind vom mildem Meerwasser umgeben. Da kann die richtig massive Kälte fast nur aus Osteuropa kommen“, erklärt Wetterexperte Jung.

Und nach einer Kältewelle aus Osteuropa sieht es für Deutschland und Mitteleuropa derzeit ganz und gar nicht aus.

Grafik oben: Großwetterlage am kommenden Mittwoch: die Temperaturen in ca. 1,5 km Höhe sind bei uns teilweise über 0 Grad, Quelle: meteociel

 

So geht es in den nächsten Tagen weiter:

 

Samstag: 6 bis 13 Grad, im Westen noch etwas Regen, sonst bedeckt, aber trocken

Sonntag: 2 bis 10 Grad, vielfach bewölkt, kaum Niederschlag

Montag: 2 bis 9 Grad, viele Wolken, selten Sonne, meist trocken

Dienstag: 1 bis 11 Grad, viele Wolken, im Nordosten etwas Niederschlag und dort Glättegefahr

Mittwoch: 1 bis 10 Grad, viele Wolken, etwas Regen

Donnerstag: 0 bis 7 Grad, wolkig, teils stark bewölkt, trocken

Freitag: 0 bis 7 Grad, viele Wolken, nur selten Sonne

Samstag: 0 bis 6 Grad, Mix aus Sonne und Wolken, trocken

Sonntag: 0 bis 7 Grad, mal Sonne, mal Wolken, etwas Regen

 

Die tieferen Höchstwerte werden dabei im Nordosten und die höheren Werte im Südwesten erwartet.

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