Nutzen Sie den Eimer!

Appell des Landratsamtes: Bioabfälle am Wertstoffhof abgeben

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Landkreis – Bioabfälle getrennt sammeln – das bedeutet, den Restmüll reduzieren! Das Landratsamt Rosenheim erinnert die Bürger im Landkreis noch einmal daran, die Bioabfälle auf den Wertstoffhöfen kostenfrei abzugeben. Um die Sammlung und den Transport der Bioabfälle möglichst einfach und komfortabel zu gestalten, gibt das Personal auf sämtlichen Wertstoffhöfen des Landkreises Zehn-Liter-Kunststoffeimer und dazu passende Papiertüten aus.

Für die Gemeinden im Landkreis (außer Wasserburg) gilt: Strikt zu meiden sind Kunststoffbeutel (Tüten), auch solche aus kompostierbaren Kunststoffen. Begründet ist dies durch die Verwertung der Bioabfälle. Aus ihnen wird Energie erzeugt und deshalb werden sie vor der Kompostierung in einer Vergärungsanlage behandelt. In der zur Verfügung stehenden Zeit bauen sich die Kunststoffbeutel nicht ab. In weiterer Folge würden sie dann im Kompost oder in der Erde wieder auftauchen.

Ganz sicher zu den Bioabfällen gehören gekochte und ungekochte Speiseabfälle, Fleisch- und Wurstreste, Knochen, Küchenfette oder verdorbene Lebensmittel. Sie alle haben gemein, dass sie nicht für die Eigenkompostierung im Garten geeignet sind.

Die getrennte Erfassung der Bioabfälle ist daher eine Ergänzung zu der vom Landkreis Rosenheim geförderten und weitverbreiteten Eigenkompostierung. Zudem können die nicht zu den Bioabfällen gehörenden Grünabfälle aus dem Garten wie Gras, Laub, Strauch- oder Baumschnitt weiterhin zu den Wertstoffhöfen oder Kompostieranlagen gebracht werden.

Für die Entsorgung von gewerblichen Abfällen etwa aus Kantinen oder Restaurants ist die Sammlung von Bioabfällen nicht geeignet. Die Bioabfälle aus privaten Haushalten können auf den Wertstoffhöfen in haushaltsüblichen Menschen in 120 Liter-Tonnen entsorgt werden, die im Deckel mit der Aufschrift „Bioabfall“ gekennzeichnet sind.

Das Sachgebiet Kreislaufwirtschaft/Abfallberatung bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürger, die sich im ersten Jahr an der getrennten Erfassung von Bioabfällen beteiligt haben und bittet alle, dieses Angebot des Landkreises Rosenheim wahrzunehmen.

Verpflichtend ist die Teilnahme an der Bioabfall-Erfassung nicht, aus Sicht des Sachgebiets Kreislaufwirtschaft/Abfallberatung im Landratsamt Rosenheim in jedem Fall aber empfehlenswert.
Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.landkreis-rosenheim.de sowie im Sachgebiet Kreislaufwirtschaft/Abfallberatung, telefonisch unter 08031 392 1513 oder per E-Mail unter abfallberatung@lra-rosenheim.de.

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4 Gedanken zu „Nutzen Sie den Eimer!

  1. Marlene Winter

    Es ist absurd… in einem Landkreis, in welchem recyclebare Leichtverpackungen in rauen Mengen im Restmüll entsorgt werden, weil das System der Wertstoffhöfe für einen durchschnittlichen Haushalt nicht praktikabel ist, soll nun die Wurstpelle gesammelt und in Eimerchen vorbeigebracht werden? Wie sieht es mit der Klimabilanz aus, wenn jeder Haushalt des Landkreises diese Eimerchen durch die Gegend fährt? Weshalb die deutschlandweit üblichen und offenbar ja sinnvollen Modelle der gelben Säcke und Tonnen und der Biotonnen im Landkreis noch immer nicht eingeführt werden sollen, bleibt ein Rätsel. Mülltrennung wird langfristig nur erfolgreich sein können, wenn die Vorsortierung in den eigenen vier Wänden einfach und sauber möglich ist und Entsorgungsfirmen den recyclebaren Abfall (egal ob Verpackungen oder Biomüll) abholen.

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    1. Sie haben vollkommen recht, Frau Winter. Das Bringsystem im Landkreis ist ökologisch gesehen grober Unfug und außerdem Augenwischerei. „Zum Glück“ funktioniert es nicht, sonst würde der Verkehr am Wertstoffhof in der Thürhamer Straße zusammenbrechen.
      Das kleine „Biotönnchen“ ist eine Zumutung und derart unbrauchbar, dass entsprechend auch nur geringe Mengen Bioabfall im Landkreis Rosenheim abgeliefert werden. Dabei ist die getrennte Verwertung von Bioabfall eigentlich Pflicht – beileibe nicht jeder Haushalt hat einen funktionierenden Kompost. Im Nachbarlandkreis Miesbach wird mit der Biotonne die hundertfache Menge gesammelt und zu Biogas, Strom, Kompost und Erde verarbeitet – in geschlossenen Kammern, die nicht das hochwirksame Klimagas Methan in die Atmosphäre freigeben.
      Mit einer schwachen Empfehlung an die Bürgerinnen und Bürger ist es sowieso nicht getan. Damit wird der Landkreis seiner Aufgabe nicht gerecht und unterläuft die Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Es geht um nichts weniger als um Ressourcenschutz und Klimaschutz. Kreislaufwirtschaft ist eine Notwendigkeit zur Sicherung unserer natürlichen Lebensgrundlagen, jetzt und in Zukunft.
      Abfallmengen insgesamt zu reduzieren und – soweit nicht zu vermeiden – hochwertig zu recyceln, ist eine Daueraufgabe, der wir uns ernsthaft stellen, und wo wir noch viel besser werden müssen.

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      1. Marlene Winter

        Herzlichen Dank für die weiterführenden Erörterungen, Frau Fuchs. Sie sagen, der Landkreis unterlaufe die Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Ich stecke in dieser Materie nicht wirklich tief drin… gibt es nach Ihrer Kenntnis Möglichkeiten von juristischer Seite den meiner Ansicht nach überfälligen Druck bei den Verantwortlichen zu machen, um eine Änderung anzustoßen?

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        1. Schon im Januar 2014 haben die Grünen im Landtag die flächendeckende Einführung der Biotonne beantragt. Ergebnis: Der Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz hat die Ablehnung des Antrags mit CSU-Mehrheit empfohlen gegen SPD, Freie Wähler, Grüne, siehe Drucksache Bayerischer Landtag 17/1445.
          Eine Anfrage im März 2016, aus welchem Grund der Landkreis Altötting sich weigern kann, die Biotonne einzuführen, wurde so beantwortet: „§ 11 Abs. 1 Kreislaufwirtschaftsgesetz verpflichtet zwar zur getrennten Sammlung von Bioabfällen, gibt aber kein bestimmtes System vor. Die Staatsregierung geht deshalb davon aus, dass die Getrenntsammlungspflicht durch Einrichtung von Hol- oder Bringsystem erfüllt werden kann.“ usw., siehe Drucksache Bayerischer Landtag 17/10314.
          Meines Erachtens wird mit diesem „Hintertürchen“ Sinn und Geist des Kreislaufwirtschaftsgesetzes unterlaufen. Nur wenn Biobafall effizient erfasst und verwertet wird, ist die gesetzliche Vorgabe wirklich erfüllt. Die Ausführung muss stimmen – die Biotonne muss her! Ansonsten wird eben viel Bioabfall mit dem Restmüll weiter verbrannt.
          Wenn die Fach- und Aufsichtsbehörden auf Weisung der Staatsregierung in den Landkreisen nicht weiter einschreiten, könnte möglicherweise nur der Klageweg Klarheit und Rechtssicherheit schaffen.
          Oder – wir wählen im Oktober eine bessere Landesregierung …

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