In Lkw-Aufliegern versteckt

Bundespolizei nahm in Rosenheim gestern 14 Migranten aus einem Güterzug in Gewahrsam

image_pdfimage_print

Rosenheim – Die Bundespolizei hat am gestrigen Dienstag bei Güterzugkontrollen in Rosenheim erneut 14 Migranten in Gewahrsam genommen, die sich in Lkw-Aufliegern versteckt hatten. Mit Hilfe der Besatzung eines Polizeihubschraubers waren die aufgeschlitzten Planen der transportierten Auflieger entdeckt worden. Die Afrikaner, vier von ihnen sind noch minderjährig, waren offenbar bei ihrer gefährlichen Reise schon in Italien auf die Ladeflächen geklettert.

 

Im Rahmen eines Schwerpunkteinsatzes am Rosenheimer Bahnhof fand die Polizei auf zwei Güterzügen mit Abfahrtsort Verona eine elf- und eine dreiköpfige Personengruppe. Nach ersten Erkenntnissen stammen die „blinden Passagiere“ aus Gambia, Ghana, Nigeria, Kamerun, Sierra Leone und der Elfenbeinküste. Keiner der 14 Migranten konnte sich ausweisen. Die zehn Erwachsenen waren zwischen 18 und 40, die vier Minderjährigen zwischen 15 und 17 Jahre alt.

Die am Dienstag etwa einen halben Tag andauernden Güterzugkontrollen wurden durch einen Polizeihubschrauber unterstützt.

Dessen Besatzung konnte die Einsatzkräfte am Boden in beiden Fällen informieren, dass Planen der Lkw-Auflieger aufgeschnitten waren. Somit war ein schnelles und zielgerichtetes Vorgehen der Kontrollbeamten gewährleistet.

Zunächst wurden die leicht unterkühlten Migranten aus dem Gleisbereich geordnet zu den beheizten Containern der Bundespolizei am Bahnhofsvorplatz geleitet. Von dort aus konnten sie zur örtlichen Bundespolizeiinspektion gefahren werden.

In der Dienststelle schlossen sich an eine medizinische Untersuchung unter anderem die Durchsuchung sowie die grenzpolizeiliche Befragung der Afrikaner an.

Dabei sagten Fünf von ihnen, dass es ihnen nicht auf Schutz oder Asyl in Deutschland ankäme. Sie wurden nach Österreich zurückgewiesen. Die vier Minderjährigen wurden der Obhut des Jugendamtes anvertraut. Der zuständigen Aufnahmestelle für Flüchtlinge wurden eine Frau und drei Männer zugeleitet.

Diese Güterzug-Fälle schließen sich nahtlos an die Feststellungen des Vorjahres an: Im Jahr 2017 hat die Rosenheimer Bundespolizei rund 330 Migranten, die zum Teil unter lebensgefährlichen Umständen auf Güterzügen mitgefahren waren, gefunden. Die meisten von ihnen stammen ursprünglich aus Guinea, Gambia, Nigeria und Eritrea. Bayernweit hat die Bundespolizei im vergangenen Jahr etwa 980 illegale Einreisen auf Güterzügen gezählt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.