Einfach und miteinander

Im Portrait: Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter

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Bruckmühl – Die Arbeit auf einer Gemeinde: Für Richard Richter war das schon immer so etwas wie ein Traumberuf. In Feldkirchen-Westerham war er deshalb schon im Steueramt und als stellvertretender Kämmerer tätig, und seitdem er vor fast vier Jahren in Bruckmühl mit über 60 Prozent der abgegebenen Stimmen zum Bürgermeister gewählt wurde, scheint Richter endgültig in seinem Metier angekommen.

Denn der 49-Jährige, der in diesem April 50 Jahre alt wird, ist nicht nur Bürgermeister, weil es eben einer machen muss. Richard Richter geht seine Aufgabe mit Leidenschaft an und setzt dabei auf ein kollegiales Miteinander, sowohl im Rathaus als auch im Gemeinderat. „Es sind immer gemeinsame Erfolge, die wir in der Gemeinde erzielen“, sagt er. „Man soll nicht denken, dass hier der Bürgermeister der König ist und sich alles seinem Willen unterzuordnen hat.“

Wenn Richter über die Marktgemeinde spricht, klingt in vielen seiner Sätze die Hochachtung vor den Mitarbeitern heraus. „Wir haben ganz tolle Leute in der Gemeinde und es hat seinen Grund, warum vieles in Bruckmühl geräusch- und reibungslos abläuft.“ Auch was die Zusammenarbeit mit dem  Marktgemeinderat anbetrifft, setzt der Rathauschef auf ein konstruktives Miteinander. So hat er zum Beispiel den Fraktionsclub eingeführt, bei dem sich die Sprecher der einzelnen Fraktionen eine Woche vor der Gemeinderatssitzung treffen und die anstehenden Themen vorbesprechen. Dadurch haben sich Abläufe vereinfacht – langwierige vorberatende Sitzungen gehören im Bruckmühler Rathaus der Vergangenheit an.

Die Abläufe in der Marktgemeinde konnte Richard Richter lange genug verinnerlichen, schließlich gehörte der gebürtige Rohrdorfer, der 1992 an die Mangfall zog, seit 1999 dem Gemeinderat an, seit 2008 war er Stellvertreter von Altbürgermeister Franz Heinritzi. Dessen Verdienste für die Gemeinde hebt Richter immer wieder lobend hervor. Vor allem Heinritzis unbeirrbarer Glaube an die Notwendigkeit der neuen Mangfallbrücke. „Für ihn war das trotz aller Widerstände, die es da in der Gemeinde gab, eine zwingend erforderliche Lösung“, erzählt Richard Richter. Deshalb enthüllte er bei der Eröffnung der Brücke im vergangenen Herbst dann auch eine Gedenktafel, die Heinritzis Engagement gebührend würdigt. Mit fremden Federn will sich das Gemeindeoberhaupt nicht schmücken, es widerspricht seinem Selbstverständnis von einer Politik des Miteinanders.

Die Schwerpunkte in seiner Arbeit kann der Bürgermeister klar umreißen, es sind hauptsächlich zwei Themen: „Bildungsmöglichkeiten in Bruckmühl sowie Leben und Arbeiten im Ort.“ Und so freut sich Richter darüber, dass die Realschul-Erweiterung geklappt hat und dass die Gemeinde eine eigenständige Mittelschule bekommen hat. „Ich bin sehr froh, dass  wir das Schulamt von unseren Argumenten überzeugen konnten und dass wir da gemeinsam mit Elternbeiräten, Schulreferenten, Lehrern, Rektorin und dem Landtagsabgeordneten Otto Lederer unsere Interessen durchsetzen konnten“ sagt er. Einen Balanceakt muss er in der Ausgewogenheit zwischen Arbeitsplätzen und Lebensqualität in Bruckmühl leisten. Denn Richard Richters Wunschvorstellung ist es, das viele Bürger hier arbeiten können und gleichzeitig ein attraktives Freizeitumfeld haben. Und so will er beispielsweise die Kiesgruben rund um den Höglinger Weiher für die Bruckmühler noch schöner und besser machen lassen. Dass dies ein Wunsch vieler Bürger ist, hat er in zahlreichen Gesprächen erfahren. „ein Bürgermeister muss ein guter Zuhörer sein“, ist er überzeugt.

Dabei lautet sein oberstes Gebot: Ruhe bewahren. Auch wenn Diskussionen emotional und hitzig verlaufen, bemüht sich der Bürgermeister, sachlich und fair zu bleiben. Das betrifft vor allem die Themen in der Gemeinde, die eine echte Herausforderung für ihn sind. Er nennt die Trocknungsanlage in Hornau als Beispiel. Denn neben Grünfutter soll hier auch Klärschlamm getrocknet werden, was vor allem den Ginshamer und Hornauer Bürgern nicht gefällt. Richter: „Bei solchen Themen stellt man sich schon die Frage, wie man als Bürgermeister damit umgeht, hier überlegt man öfter.“ Wichtig für ihn ist, dass der Dialog zwischen den betroffenen Bürgern, der Gemeinde und der Betreiber-Firma Dettendorfer nicht abbricht. „Hier muss man offen miteinander umgehen und immer im Gespräch bleiben.“

Dass er bei derart sensiblen Themen Gegenwind bekommt, kann er aushalten. Was ihn aufbringt, ist, wenn auch seine Familie in die Kontroversen einbezogen wird. „Die können da ja nichts dafür.“ Doch glücklicherweise sind derartige Angriffe selten, in Bruckmühl konnte letztendlich das Meiste noch immer übers Gespräch geregelt werden. Das macht ihn stolz. Genauso wie das überdurchschnittliche Engagement vieler Bürger in der Gemeindearbeit. „Was bei uns im Ehrenamt geleistet wird, ist herausragend“, sagt er. „Da liegen wir in Bayern deutlich über dem Durchschnitt.“

Wenn er einmal seinen Schreibtisch verlassen kann, widmet sich der zweifache Familienvater seinen beiden liebsten Hobbys: Musik und Sport. „Ich gehe gerne Skitouren und Skifahren, Radeln und gehe ins Fitnessstudio“, erzählt er. „Meine frühere Leidenschaft Fußball kann ich nicht mehr ausüben – da habe ich mir das Knie kaputt gemacht.“ Dafür hat Richard Richter, der seit vielen Jahren vegetarisch lebt, ein neues Hobby für sich gefunden: „Ich liebe Musik, habe daheim ein Klavier stehen und ich habe auch das Orgelspielen gelernt. Doch seit einiger Zeit habe ich das Tenorhorn für mich entdeckt. Das bringe ich mir selber bei und versuche, so viel wie möglich zu üben.“ Bei dem vollgepackten Terminkalender eines Bürgermeisters und den vielen Herausforderungen, die in der Gemeinde noch anstehen, dürften die Tenorhorn-Einheiten trotzdem überschaubar bleiben.

 

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Ein Gedanke zu „Einfach und miteinander

  1. Das gilt auch für Herrn Richter
    „Nach den Wahlen allgemein schaut mancher Mensch gar komisch drein“
    Bitte beachten: Nur dieser Satz ist von mir!

    Und nun (frei nach Wilhelm Busch)
    von einem Altgemeinderat -.-.-.- nicht von mir!
     
    Jedermann im Dorfe kennt,
    Jene, die man Räte nennt.
    Die, gewählt von der Gemeinde
    Fürchten weder Freund noch Feinde.
    Unbeirrbar, klug und weise
    Zieh`n sie ihre Amteskreise.
      Ängstigt sich des Bürgers Frau,
    Weil die Gassen trist und grau?
    Droht Gefahr von Bodenwellen
    An des Weges engen Stellen?
    Oder ist dem  Mütterlein,
    Allzu karg der Lampen Schein?
    Amtsbesonnen, klug und schnell
    Ist man da an Ort und Stell.
    Wartet dann mit viel Bedacht
    was des Dorfes Schultheiß macht.
      Diese schweren Amtesbürden
    Steh`n demnächst vor hohen Hürden,
    Da nach vorbestimmter Frist
    Das Mandat zu Ende ist.
      Also gilt sich zu besinnen
    Ob man lieber geht von hinnen
    Oder ob mit frischer Kraft
    Man erneut den Einzug schafft.
    Doch da kommen bange Fragen.
    Was wird wohl der Wähler sagen?
      War man, wenn ertönt die Glocke,
    Stets präsent im Sonntagsrocke?
    Zog man froh den Hut zum Gruße
    Wenn man schritt  durchs Dorf zu Fuße?
    Ging man hin zur Feuerwehr
    Wo es geht um Gott und Ehr?
    Hat man mit Geduld ertragen
    Was die steten Nörgler sagen?
    Hat gebuhlt um Wählergunst
    Man genug im Stammtischdunst?
    Hat man gar – nicht auszudenken! –
    Ganz vergessen zu beschenken
    Jene, die mit Wortes Macht,
    Manchen um das Amt gebracht?
    Schwer sind die Gewissensqualen
    Rechnet man sie um in Zahlen.
    Denn nur diese ganz allein
    Richten über Ja und Nein.
    Doch den braven Bürgersmann
    Ficht dies alles gar nicht an.
    Objektiv, gerecht und klar
    Ordnet er der Kreuzchen Schar.
      In der Liste langen Reihung
    Sieht er viel zu viel Parteiung!
    Also panaschiert er schnell
    Jeden an die rechte Stell`.
    Streicht, wen er nicht leiden kann,
    Kumuliert auch, dann und wann,
    Schreibt am Ende wohl sogar
    Einen eig`nen Kommentar.
    (Der, das hat er nicht bedacht,
    Seinen Zettel wertlos macht)
      Hat genügt er seiner Pflicht
    Und verteilt das Wahlgewicht,
    Lenkt er würdig seine Schritte
    Hin zur heimatlichen Hütte;
    Hüllt sich ein und sieht in Ruh`
    „Lindenstraße (1000)“ zu.
    Währenddes, mit manchem Bangen,
    Und Gesichtern, manchen langen,
    All die vielen Kandidaten
    Auf das Wählerurteil warten.

    wäre schön, wenn es Herr Richter zur Erbauung bekommt.

    Antworten