Deutscher Olympia-Judoka in Bad Aibling

Top-Judokämpfer Sebastian Seidl zu Gast beim Oberbayerischen Tageslehrgang

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Bad Aibling – Der Deutsche Top-Athlet Sebastian Seidl (Foto M.) war Ende Januar beim TuS Bad Aibling zu Gast. Er hielt einen oberbayerischen Tageslehrgang, welcher in drei Einheiten eingeteilt war und mit knapp 100 aus verschiedenen Vereinen stammenden Teilnehmern von der U12 bis zu Erwachsenen der am besten besuchte aller Zeiten war.

In der ersten Trainingseinheit demonstrierte der sympathische Nationalmannschaftskämpfer, der weltweit in der Kategorie -66 kg an den Start geht, den Teilnehmern einige Aufwärmübungen und danach zwei verschiedene Schulterwurftechniken (Ippon seoi nage und Morote seoi nage), die in Bahnen geübt und geworfen wurden.

Im Anschluss wurden in der zweiten Trainingseinheit einige Bodentechniken demonstriert, wie die „Brasilianer-Rolle“ (Rolle zur Verteidigung im Boden) und für den Angriff die „Gurke“ mit anschließendem Festhalter.

In der Nachmittagseinheit wurde eine Variante vom Yoko gake (Seitenfallzug) vorgeführt und trainiert, sowie der Angriff aus abgebeugter Position.

Unterstützt wurde Sebastian Seidl von Technikpartner „Uke“ Tamani Bauer, sowie Anamaria Budiu und weiteren Co-Trainern, die sich um die Nachwuchskämpfer/-innen kümmerten. Gegen Ende des Lehrgangstags wurden noch einige Randoris (Übungskämpfe) durchgeführt, bei denen man mit vielen neuen Partnern das Erlernte ausprobieren und üben konnte.

Der Ausnahmekönner stand dabei auch selbst als Randoripartner zur Verfügung und demonstrierte eindrucksvoll seine Weltklasse. Auch für Autogramme und Fotos war genügend Zeit, so dass die kleinen und großen Fans voll auf ihre Kosten kamen und man schöne Erinnerungsstücke mit nach Hause nehmen konnte. Nachdem das anstrengende, aber auch schöne Training vorbei war, hat Aydin Dervic, der 14-jährige Junior-Media-Manager des TuS Bad Aibling noch ein Interview mit dem Weltklasseathleten durchgeführt:

 

  1. Wie bist Du auf Judo gekommen / wann hast du angefangen?

Ich bin durch einen judobegeisterten Vater darauf gekommen und mache seit 1999 Judo.

  1. Welcher war Dein erster Verein?

Angefangen habe im TSV Abensberg, wo ich heute noch immer trainiere.

  1. Wer ist Dein Lieblingspartner?

Mein Vereinskollege Phillip Graf.

  1. Welche ist Deine Lieblingstechnik?

Im Stand der O-uchi-gari (Große Innensichel) und im Boden die „Gurke“.

  1. Was war Dein schönster Kampf?

Gegen den aus Portugal stammenden Sergiu Oleinic, als ich Dritter der Europameisterschaft wurde. 

  1. Was waren außerdem Deine größten Erfolge?

            Meine dreimaligen EM-Teilnahmen. Ich war auch dreimal Deutscher Meister und die Olympia-Teilnahme in Rio de Janeiro war etwas ganz Besonderes.

  1. Wie bereitest Du Dich unmittelbar auf einen Wettkampf vor?

Ich höre dann immer Rockmusik.

  1. Wie lautet Dein Tipp für junge Athleten, damit sie auch so erfolgreich werden wie du?

Bei Rückschlägen immer wieder zurückkommen.

  1. Was bist Du von Beruf?

            Polizeiobermeister

  1. Warum machst du Judo?

Weil man da sein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann. 

Denis Weisser, Abteilungsleiter der Aiblinger TuS-Judoka und Bezirksvorsitzender Oberbayerns meinte nach dem Lehrgang: „Dass ein Weltklassejudoka wie Sebi Seidl die Zeit findet, sein Judo-Wissen an die Basis weiterzugeben, ist sensationell. Schließlich steckt er momentan in der Vorbereitung auf die Weltturniere in Paris und Düsseldorf und sammelt Quali-Punkte für die nächsten Olympischen Spiele. Die Kids und alle Trainer können glücklich sein, heute dabei gewesen zu sein.“

In der Tat zeigte Seidl seine Top-Form auf Weltniveau kurze Zeit später:

Am Wochenende startete er beim Grand Slam in Paris. Dort besiegte der WM-Siebte von 2015 im Kampf um Bronze den Franzosen Kilian Le Blouch in der Klasse bis 66 kg in der Verlängerung und sicherte sich im Hexenkessel von Paris-Bercy trotz Heimvorteils seines Kontrahenten einen hervorragenden dritten Platz. Ihm gelang im Golden Score eine große Innensichel, mit der er, konditions- und nervenstark, den Lokalmatador zu Fall brachte. Paris galt davor nicht als sein Lieblingsturnier, doch mit dieser starken Leistung in einem absoluten Weltklassefeld machte er einmal mehr eindrucksvoll auf sich aufmerksam.

Man darf nun auf das folgende Grand-Slam-Turnier in Düsseldorf gespannt sein, bei dem Sebastian Seidl starten wird und wo ihm die Unterstützung seiner Aiblinger Fans sicher sein wird, die mit einer Delegation an den Rhein reisen werden.
Text: Aydin Dervic und Denis Weisser

Fotos: Denis Weisser

 

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