Hagelabwehr: Doppelte Einsatz-Zahl

Neuwahlen gestern beim Forschungsverein Rosenheim - 7500 (!) Mitglieder

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Rosenheim – Neuwahlen gab’s am gestrigen Abend beim Hagelforschungsverein Rosenheim. Unser Foto zeigt die neu gewählte Vorstandschaft, die kaum personelle Änderungen hat. Bis 2022 leiten der stellvertretende Landrat Josef Huber aus Babensham, Landrat Wolfgang Berthaler, August Voit, Josef Bodmaier, Johann Hacklinger, Professor Peter Zentgraf, Thomas Paukert, Hans Stöttner und Johann Bauer die Geschicke des Hagelforschungsvereins. 43 Einsatzflüge gab es im vergangenen Jahr. Laut Georg Vogl, Einsatzleiter der Hagelabwehr, waren das doppelt so viele Einsatzflüge als noch 2016 …

Für Rosenheims Hagelflieger sei das vergangene Jahr trotzdem ein durchschnittliches Einsatzjahr gewesen. In der Jahreshauptversammlung des Hagelforschungsvereins meinte der erste Vorsitzende Josef Huber, „es war ein Jahr mit vielen Einsätzen, aber Gott sei Dank ohne größere Schäden.“

Um die Zukunft der Hagelflieger will sich Landrat Wolfgang Berthaler kümmern. Der Gesprächstermin mit den Eigentümern und den Anliegergemeinden ist laut Berthaler bereits vereinbart. „Der Landkreis steht zur Hagelabwehr“, sagte er, „daher ist es wichtig, den Flugplatz für die nächsten Jahrzehnte zu sichern.“ Den sechs Hagelpiloten wünschte der Landrat immer eine glückliche Heimkehr.

14 Einsatzflüge führten die Hagelpiloten auch ins benachbarte Tirol. In den Bezirken Kufstein und Kitzbühel haben sich Gemeinden ebenfalls zu einem Hagelforschungsverein zusammengeschlossen. Dessen erster Vorsitzender Professor Walter Mayr bedankte sich schriftlich für die geleisteten Einsätze. Auch wenn man die Hagelflieger nicht sehen könne: Sobald die Bevölkerung die Motoren höre, sei sie beruhigt, schrieb Mayr.

Gastreferent in der Jahreshauptversammlung war Professor Dr. Thomas Oppenländer von der Hochschule Furtwangen, der die Hagelabwehr im Raum Schwarzwald wissenschaftlich begleitet. Oppenländer präsentierte eine Zusammenfassung einer Studienarbeit sowie einer Literaturrecherche zur Hagelabwehr. Er kam zu dem Schluss, dass ausgebrachtes Silberjodid weder für den Boden noch für die Luft eine Belastung zur Folge hat.

Zudem stellte Professor Oppenländer fest, dass der Erfolg der Wolkenimpfung vom Geschick und der Erfahrung der Piloten abhängt. „Wenn sie rechtzeitig am richtigen Ort sind, funktioniert es“, sagte er. Seit 2008 sind die Hagelflieger im Schwarzwald im Einsatz, seitdem gab es keinen Hagel-Horror mehr, wie Oppenländer es bezeichnete. Als Beleg für „Hagel-Horror“ zeigte er ein Foto mit einem Hagelkorn in der Größe eines Tennisballes.

Mit rund 7.500 Mitgliedern ist Hagelforschungsverein Rosenheim der größte Verein in der Region. Vorsitzender Josef Huber will darauf aber nicht ausruhen. „Wir brauchen den Rückhalt in der Bevölkerung“, sagte er und bat darum, weitere Mitglieder zu werben.

Foto: Landrat Wolfgang Berthaler, Bürgermeistersprecher August Voit, Josef Bodmaier (Bayerischer Bauernverband Rosenheim), Hans Stöttner, stellvertretender Landrat Josef Huber, Johann Bauer, Thomas Paukert und Johann Hacklinger (Bayerischer Bauernverband Miesbach). Es fehlt Professor Peter Zentgraf (v.l.)

 

 

 

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