Bad Aibling: Arbeitssieg am Samstag

Fireballs mühen sich mehr als erwartet gegen Schrobenhausen

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Bad Aibling – In einem mühsamen, aber dennoch spannenden und letzten Endes gewonnenen Spiel konnten sich die Fireballs-Herren mit einem 85:76 gegen die Green Devils aus Schrobenhausen durchsetzen. Durch den Sieg bleibt man weiter am Tabellenführer FC Bayern München dran und konnte sich zeitgleich vom dritten Platz absetzen.

Bad Aibling musste neben Quirin Stolle mit Michi Westphal, Alex Stahl und Jasko Uzunalic auf gleich drei Big Men verzichten und war somit auf den großen Positionen dezimiert besetzt. Jedoch konnte man weiterhin auf Mio Mirceta zurückgreifen, dessen Einsatz vor der Partie fraglich war.

Die Heimmannschaft startete gut ins Spiel, schnell konnte man sich eine 16:8 Führung erspielen, unter anderem durch Würfe von „Downtown“ wie von Felix Kristian oder in der Zone durch Vale Engel. Der 20-Jährige dominierte vor allem im ersten Viertel am offensiven sowie am defensiven Brett, räumte allein in diesen zehn Minuten ganze vier Mal die Schrobenhausener kompromisslos ab. Vorne versenkte er seinen ersten Dreier der Saison und war auch stets unterm Korb als Anspielstation zu finden. Doch Ende des Viertels erlebte das Aiblinger Spiel einen Bruch, die Green Devils kamen immer näher ran und konnten auf 23:17 verkürzen.

Das Spiel schien den Aiblingern immer mehr zu entgleiten. Statt sich mit dem Gegner zu beschäftigen, konzentrierten sich die Spieler mehr auf die Schiedsrichterleistung. Diese pfiffen eine harte Linie und wollten scheinbar den Spielfluss unter den Augen von Schiedsrichterbeobachter Nicolas Rotter nicht zu sehr durch Foulpfiffe unterbrechen. Lukas Bäumel hatte sich nun auf seinen Gegenspieler Engel eingestellt und konnte ein ums andere Mal durch geschickte Bewegungen am Korb gut punkten. Wie in der Saison schon öfter zu beobachten, hatte Aibling große Probleme, den Gegner vom Korb fernzuhalten und ließ ein ums andere Mal einen Offensivrebound zu. Somit lagen plötzlich die Gäste zur Halbzeit mit 38:43 vorne.

Nach der Pause schien auch in der Offensive der Fireballs nichts mehr zu laufen. Ganze 14 Punkte erzielten die jungen Wilden, das offensiv schlechteste Viertel der bisherigen Saison bekamen die Zuschauer in eigener Halle zu sehen. Einzig Simon Bradaric (12) und Marco Hack Vázquez (2) konnten in diesen 10 Minuten für die Aiblinger punkten, während auf Schrobenhausener Seite Spatschek und Ritzer munter von der Dreipunkte-Linie einschenkten. Mio Mirceta erwischte einen rabenschwarzen Tag und konnte keinen seiner Dreier bis zum letzten Viertel durchs Netz rauschen sehen. Die Konzentration im Abschluss ließ bedenklich nach, einfache Korbleger fanden den Weg nicht ins Ziel, es fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss und der nötige Biss in der Verteidigung. Fazit des Viertels: 52:61 für Schrobenhausen, die ihre Chance witterten, die Sensation perfekt zu machen.

Die Hausherren begannen gut, konnten den Vorsprung auf weniger als fünf Punkte verkürzen, doch den Gästen aus der Lenbachstadt gelangen erneut zwei einfache Körbe in Folge. Das Trainerduo Sovarzo und Kandzic nahmen die dringend benötigte Auszeit. Assistant Coach Milos Kandzic zeigte, dass er auch durchaus Qualitäten als Marktschreier besitzt und verpasste dem Team in maximaler Lautstärke eine klare Ansage über deren Spielweise. Diese schien die entsprechende Wirkung zu haben: Aibling war nun hellwach, man zwang Schrobenhausen zu Turnover, Mio Mirceta traf endlich seine Dreipunktewürfe und plötzlich war das Spiel wenige Minuten vor Ende ausgeglichen.

Mio Mirceta konnte nun erneut von hinter der Linie einnetzen, Aibling hatte nun kurz vor Schluss die Führung zurückerlangt. Die Green Devils starteten einen Angriff, konnten diesen aber nicht verwerten, Fireballs erneut in der Offensive. Man lief das System, mit dem man bereits zuvor erfolgreich war, nur fand Simon Bradaric dieses Mal Marco Hack Vázquez frei am Dreier. Der Halbspanier verwandelte seinen einzigen, aber wichtigsten Distanzwurf des Tages zur Sechs-Punkte-Führung, von der sich die Gäste, trotz eines Distanzwurfs mit Foul von Spatschek, nicht mehr erholten. Mio Mirceta und Simon Bradaric machten am Schluss den Sack von der Freiwurflinie zu.

Somit sahen die Zuschauer sicher kein sehr attraktives, aber ein hochspannendes Spiel, das am Ende keinen Sieger verdient hätte, aber es beim Basketball nun mal einen hervorbringen muss.

„Auch solche Spiele müssen wir gewinnen, um uns oben zu etablieren. Am Anfang waren wir konzentriert, aber in der Mitte der Partie haben wir total nachgelassen. Wenn wir uns so eine Phase im Spitzenspiel erlauben, kann das ein Faktor werden“, war Simon Bradarics Fazit nach dem Spiel.

„Vor allem auch an der Intensität, schon im Warmup, müssen wir arbeiten. Ich denke, wir haben den Gegner auch ein wenig unterschätzt und das Ganze zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Am Ende konnten wir aber zeigen, dass wir als Team funktionieren und auch die wichtigen Würfe treffen. Vor allem in der Defensive läuft es immer besser, aber es fehlt ein bisschen der Rhythmus im Offensivspiel“, meint auch Dennis Nimphius.

Nächste Woche beim Auswärtsspiel in Milbertshofen steht die nächste schwere Partie auf dem Plan. Gegen den Bayern-Besieger wollen sich die Aiblinger jedoch keine Blöße geben, zumal der Gegner am Wochenende eine überraschende Niederlage gegen die BG Leitershofen/Stadtbergen 2 einstecken musste.

Es spielten: Bradaric (24/2), Engel (18/1), Hack Vázquez Manuel (4), Hack Vázquez Marco (13/1), Ihenacho, Kaifosch (4), Kristian (3), Mirceta (13/3), Nimphius (2), Weiß (4)

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