Bad Aibling: Einweihung mit flauem Bauchgefühl

Stadtrat stimmt zähneknirschend den überplanmäßigen Ausgaben für Bahnunterführung und Brunnen zu

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Bad Aibling – In exakt vier Wochen weiht die Stadt Bad Aibling zwei Bauprojekte ein, die den Beteiligten in den vergangenen Monaten mehr als einmal Bauchschmerzen verursacht hat: Die Fußgänger-Unterführung am Bahnhof und der Maximiliansplatz, auf dem ein Brunnen (Foto) steht, der zwar ein Geschenk ist, sich am Ende jedoch als Sorgenkind herausstellte. Doch der Reihe nach:

Es war im August 2015, als im Stadtrat Bad Aibling das Thema „Brunnen auf dem Maximiliansplatz“ plötzlich wieder aktuell wurde. Nachdem die Stadt aus Kostengründen den Ur-Entwurf eines Brunnens von Planer Mathias Overbeck verworfen hatte, schien es schon so, dass der Platz ohne Wasserspiele auskommen musste. Denn der geplante Brunnen hätte die Stadt 129.000 Euro gekostet.

Ein Lichtblick tat sich dann auf, als der Aiblinger Künstler Peter Tomschiczek der Stadt den preisgekrönten Entwurf eines Brunnens stiftete. Alle Stadträte fanden die Sache und die Geste prima und, weil man einem geschenkten Gaul nicht ins Maul schaut, auch schön. Kostengünstig war sie sowieso. Denn Material und Installation hätten die Stadt nach damaliger Planung nur etwa 25.000 Euro gekostet. Ein Schnäppchen!

Doch dann ging der Ärger los. Zuerst wollte das damit beauftragte Architekturbüro keine Planung dafür machen, dann wurde es zum Problem, dass unter dem Platz eine Tiefgarage liegt. Bürgermeister Felix Schwaller dazu in der gestrigen Stadtratssitzung: „Normalerweise plant man so keinen Brunnen, der muss auf festem Untergrund stehen.“ Dazu kamen Mehrkosten für die komplizierte Wasserherleitung und, und, und …  Am Ende hat die Stadt für den Brunnen nun Kosten von 174.000 Euro auf der Uhr – rund 50.000 mehr als für den einst aus Kostengründen abgelehnten Entwurf.

Auch die Unterführung für Fußgänger und Radler unter den Bahngleisen macht die Stadt nicht wirklich glücklich. Zu ärgerlich war die Zusammenarbeit mit der ausführenden Firma, zu lange zog sich die Bauzeit hin und zu sehr explodierten die Kosten. Beim Bau wurden stets neue Hindernisse bekannt. So war die Beschaffenheit des Bodens nicht so wie erwartet, es mussten weitere Untersuchungen gemacht werden. Dazu kamen Posten wie vorher nicht eingeplante Kabelarbeiten, zudem wurde die vorab veranschlagte Bauzeit durch immer wieder auftauchende Hindernisse weit überschritten. Ein für den vergangenen November geplante Eröffnung musste abgesagt werden, da zu dem Zeitpunkt die Beleuchtung noch nicht installiert war. Unterm Strich beträgt der Preis für das gesamte Drama vier statt wie zuerst berechnete zwei Millionen Euro.

Da werden die Häppchen, die vielleicht im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten gereicht werden, dann doch etwas spärlicher belegt werden müssen …

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