Sudelfeld: Training für den Ernstfall

Alpinübung der Polizei mit Bergwacht – Staatsminister Dr. Marcel Huber als Gast dabei

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Sudelfeld – Dramatische Stunden in den Bergen. Eine Lawine im Sudelfeldgebiet hat mehrere Skifahrer mitgerissen und verschüttet. Die Tourengeher waren bei erheblicher Lawinengefahr, Stufe drei von fünf, abseits der gesicherten Pisten unterwegs, als sich das Schneebrett am Grafenherberg löste. Für die Rettungskräfte von Polizei und Bergwacht beginnt der Wettlauf gegen die Zeit. Vor diesem anspruchsvollen Übungsszenario standen heute Einsatzkräfte der Bayerischen Polizei und der Bergwacht Bayern im Sudelfeldgebiet.

 

Staatsminister Dr. Marcel Huber (Foto u., vordere Reihe, 4.v.l.)  war von der hohen Leistungsfähigkeit der Retter beeindruckt: „Mein tiefster Respekt vor dem professionellen Können unserer Rettungskräfte! Sie sind routiniert, ruhig und arbeiten in Gefahrensituationen reibungslos zusammen. Was heute praktisch geübt wurde, wird im Ernstfall professionell und kompetent umgesetzt. Darauf können sich die Menschen verlassen. Dieses Wissen darf aber nicht dazu führen, dass Bergsportler leichtsinnige Risiken eingehen oder lebensgefährliche Abenteuer suchen. So ein Einsatz bedeutet für unsere Rettungskräfte Höchstleistung unter höchster Anspannung. Das muss absolute Ausnahme für den Notfall bleiben.“

Spurenziehen im Tiefschnee und hochalpines Berg-Feeling – aus diesem Stoff sind Skifahrer- und Snowboarder-Träume gemacht. Aus dem Traum wird aber schnell einen Albtraum, wie uns der 21. Januar dieses Jahres eindrucksvoll vor Augen führte. Drei Lawinenabgänge in nur drei Stunden, die Bergretter werden diesen Sonntag nicht so schnell vergessen. In den heimischen Bergen am Zwiesel, am Geigelstein und an der Brünnsteinschanze, in unmittelbarer Nähe des Übungsgeländes, werden fünf Tourengeher von Lawinen erfasst und von den Schneemassen teilweise verschüttet. Es kam zu einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit, der am Geigelstein nicht zu gewinnen war. Ein 30-jähriger Tourengeher konnte nur mehr tot geborgen werden, die vier anderen Opfer hatten mehr Glück und überlebten.

In solchen Situationen ist rasche Hilfe durch die Rettungskräfte gefragt. Damit die optimal vorbereitet sind, wurde im Sudelfeldgebiet für den Ernstfall geprobt. An dieser alpinen Großübung waren Polizeibergführer und Alpinbeamte der Polizeipräsidien Oberbayern Süd, die Polizeihubschrauberstaffel Bayern sowie Mitglieder der Bergrettungswachen Oberaudorf-Kiefersfelden, Bayrischzell und Brannenburg mit knapp 30 Einsatzkräften beteiligt. Das reibungslose Zusammenwirken ist ganz entscheidend für eine professionelle und erfolgreiche Einsatzbewältigung, im Extremfall auch für die Rettung von Menschenleben. Unter den besonderen Bedingungen im alpinen Gelände ist die Polizei darauf angewiesen, mit den Bergrettungskräften zu kooperieren und dieses enge Zusammenspiel unter realitätsnahen Bedingungen zu üben.

Staatsminister Dr. Marcel Huber hat mit weiteren Gästen des Bayerischen Staatsministerium des Innern, der Polizeipräsidien Oberbayern Süd und Schwaben Süd/West, der Bayerischen Bereitschaftspolizei, der Landespolizeidirektion Tirol, der Österreichischen Bergrettung und Alpinpolizei, der Staatsanwaltschaften Traunstein, München II und Kempten, der Bergwacht Bayern, sowie der Landratsämter Rosenheim und Miesbach an der Einsatzübung teilgenommen. Die Übungsbeobachter waren von der hohen Leistungsfähigkeit der Retter beeindruckt, die bei schwierigsten äußeren Umständen ihr Können eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Polizeipräsident Robert Kopp (Foto, vordere Reihe, 3.v.r.): „Die alpine Großübung hat realistisch gezeigt, dass die Spezialisten von Polizei und Bergwacht selbst in schwierigsten Situationen einen kühlen Kopf bewahren und die gestellten Herausforderungen in einem sehr professionellen Miteinander mit höchstem Engagement bewältigen.“

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