Fireballs: Platz 3 in Reichweite

Bad Aiblings Basketballerinnen siegen in Heidelberg - Lena Bradaric nach langer Verletzungspause wieder dabei

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Heidelberg/Bad Aibling – Die TuS Bad Aibling Fireballs sind weiterhin auf Schlagdistanz auf den Herner TC, denn die 1. Ligadamen aus der Thermen- und Kurstadt haben in einem packenden und hochklassigen Spiel gegen Heidelberg in der Ferne die zwei Punkte nach Hause holen können. Mit 93 zu 83 gewann man gegen die tapfer kämpfenden Baden-Württembergerinnen.

Der Herner TC hat zwar ebenso zu Hause gewonnen (Anm. d. Red. 82:70 gegen TK Hannover) ist aber nur zwei Punkte vor den Fireballs entfernt. Bad Aibling hat nun 26 Punkte und Herne 28 Punkte in der Tabelle. In den Zweikampf mischt sich zudem noch der BC Pharmaserv Marburg in den Kampf um das wichtige Heimrecht in der 1. Runde der Playoffs mit ein. Denn die Hessinnen sind mit 24 Punkten in Lauerstellung und spielen am Dienstag in Wasserburg. Sollte Marburg hier verlieren, wären die FireGirls etwas weggezogen, sollten sie aber gewinnen, wären beide Teams punktgleich.

Es sind noch zwei Partien in der Hauptrunde der 1. Planet Photo Damen Basketball Bundesliga zu spielen. Die Aiblingerinnen spielen am kommenden Samstag zu Hause um 19:00 Uhr gegen die SV Halle Lions, die definitiv nun abgestiegen sind, aber dennoch nicht zu unterschätzen sind. Und am 17. März müssen die Fireballs noch mal auswärts ran; hier spielt man gegen den zweiten Abstiegskandidaten, die Veilchen aus Göttingen.

Also zwei machbare Aufgaben für die Firegirls. Das Restprogramm sieht hingegen für Herne und Marburg noch dicke Brocken vor. Beide Teams spielen unter anderem noch selbst gegeneinander und Marburg muss am letzten und 22. Spieltag in Nördlingen gegen die starken Angels ran. Hier hat Herne mit Chemnitz den vermeintlich einfacheren Gegner. Es kann dennoch spannend werden, weil die Sächsinnen noch um die Playoffteilnahme kämpfen könnten. Am Ende gibt es wohl den absoluten Showdown, bei dem es um den direkten Vergleich von Bad Aibling, Herne und Marburg kommen könnte. Entscheidend wird der nächste Spieltag sein, wenn Herne in Marburg spielen wird.

Die Fireballs fokussieren sich aber laut Headcoach Milos Kandzic auf sich selbst. „Wir werden sehen wo wir am Ende in der Tabelle stehen werden und wer unser Gegner in der 1. Runde sein wird. Diese Saison ist die Liga so ausgeglichen wie nie und hier kann von den ersten 5 bis 6 Teams wirklich jeder jeden schlagen. Es wird also ein heißer Kampf und wir sind gut gewappnet. Der Kader ist nun wieder komplett und da freue ich mich ganz besonders“, sagt der Denker und Lenker an der Linie der Fireballs.

Das Spiel in Heidelberg begann auf Seiten der Fireballs etwas zerfahren, unkonzentriert und ohne Körperspannung. Dies wussten die AXSE BasCats USC Heidelberg sehr gut zu nutzen und legten wie die Feuerwehr im ersten Spielabschnitt los. Mit 27 zu 17 gewannen die Baden-Württembergerinnen das 1. Viertel. Milos Kandzic war hier gar nicht mit seinen Ladies zufrieden. Die erste ernstere Ansprache folgte in der Viertelpause. Diese fruchtete aber nur teilweise. Heidelberg konnte seinen Vorsprung im 2. Viertel weiter halten und sogar auf über 13 Punkten knapp zwei Minuten vor der Halbzeit ausbauen.

Doch Lindsay Sherbert und Lauren Engeln hielten die FireGirls im Rennen und konnten so bis zum Pausentee den Abstand auf 7 Punkte verkürzen (47 zu 40 für Heidelberg). Die zweite direkte Ansage vom Aiblinger Headcoach kam dann wohl in der Kabine zur Halbzeitpause. Wie ausgewechselt kamen die FireGirls heraus. Hochkonzentriert, fokussiert und mit der Tugend, um jeden Ball kämpfen zu wollen, spielten die Aiblingerinnen nun im 3. Spielabschnitt auf. Mit 29 zu 19 gewann man dieses und konnte somit erstmalig in Führung gehen.

Die USC Damen zollten wohl auch ein wenig dem sehr hohen Anfangstempo Tribut und die Treffsicherheit nahm entscheidend hierbei ab. Dennoch stemmte sich Heidelberg vehement gegen eine drohende Niederlage, denn man wollte wichtige zwei Punkte gegen Bad Aibling einfahren, um final das Abstiegsgespenst los zu werden und sogar noch die Playoffchancen wahren zu können. Vor allem Veshaundra Young hielt enorm dagegen und war mit 26 Punkten und 21 Rebounds überragende Spielerinnen auf Seiten der Damen vom Neckar. Doch eine überragte selbst sie noch: Lindsay Sherbert (im Foto r.), aus Sicht der Fireballs der MVP der 1.Liga, konnte selbst durch die harte Gangart des Gegners nicht gestoppt werden. Mit 28 Punkten und 18 Rebounds und einem unbändigen Siegeswillen hielt sie die Fireballs immer wieder über Wasser und war in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Am Ende gewannen die Aiblingerinnen auch Spielabschnitt 4 mit 24 zu 17 und setzen sich am Ende verdient mit 93 zu 83 gegen Heidelberg durch.

Einen absoluten Emotionsmoment gab es dann auch noch im Spiel. Lena Bradaric, die sich über Monate hinweg gequält hatte und im Therapie- und Trainingszentrum von Hans Friedl und dem COROX Team auf ihr Comeback vorbereitet hatte, bekam letzte Woche von Prof. Hinterwimmer von der Starmed Klinik in München und Hans Friedl nach einem Belastungstest grünes Licht. So betrat Lena Bradaric nach Anfang September 2017 zum ersten Mal wieder das Basketball-Parkett, spielte 20 Minuten, führte ihr Team als Kapitän als wäre nie etwas gewesen und erzielte gar zwei Punkte und zwei Rebounds. Am kommenden Samstag, 10. März, wird es wohl dann ganz emotional, denn hier kann der Local Hero dann vor heimischem Publikum auflaufen und wird wohl mit offenen Armen empfangen und gefeiert. Mit der Rückkehr der Damen-Nationalspielerin haben die Fireballs nun mit 9 Spielerinnen wieder einen ausgewogenen Kader und können sich in den kommenden Wochen beruhigt auf die Playoffs vorbereiten. In dem Team steckt ein Winner-Gen, das am Ende sogar die absolute Überraschung in der 1. Ligasaison 2017-2018 ausmachen könnte.

Es spielten auf Aiblinger Seite gegen Heidelberg: Lindsay Sherbert (28 Punkte, 18 Reounds), Lauren Engeln (22 Punkte), Alina Hartmann (16), Destinee Young (14), Cyrielle Recoura (8), Chelsea Waters (3), Lena Bradaric (2), Julijana Kancevic und Sandra Wimmer.

Foto: Tom Eisele

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