Bad Aibling: Eher Stadt oder eher Dorf?

Modern vs. traditionell - Die beiden Sieger-Entwürfe für das Lichtspielhaus polarisieren

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Bad Aibling – Wer sich gedacht hat, die Stadt Bad Aibling geht ganz geruhsam ins Frühjahr hinein, wird sich wohl täuschen. Denn der Architekturwettbewerb um den Neubau des ehemaligen Lichtspielhauses ist entschieden, und ohne Hellseher sein zu müssen – Bad Aibling werden in den nächsten Wochen viele Diskussionen ins Haus stehen. Weil die ersten beiden Plätze unterschiedlicher nicht sein könnten, und weil es hier nicht nur um gut oder schlecht geht, sondern darum, in welche Richtung Bad Aibling sich in den kommenden Jahren städtebaulich entwickeln wird. Eher Stadt oder eher Dorf?

Das Preisgericht hat getagt und am 23. Februar schließlich nach langer Diskussion und  Beratung aus elf eingereichten Plänen entschieden, dass der Entwurf der abp Architekten Edgar Burian, Thomas Pfeiffer und Arwed Sandner aus München den ersten Platz belegt (Foto u.). Zweiter wird der Entwurf des Architekturbüros Auer Weber, ebenfalls aus München.

Bernhard Peck (Foto u., 4.v.l.), der Vorsitzende des Preisgerichts, erklärt am Freitagnachmittag bei der öffentlichen Vorstellung der Arbeiten im Rathaus, was die Juroren zu ihrer Entscheidung gebracht hat: „Wir haben uns schließlich für die Variante der abp Architekten entschieden, da uns das Gebäude städtebaulich überzeugt hat. Es hat durch seine Schaufassade die Chance, identitätsstiftend für Bad Aibling zu werden. Uns hat auch die Unverwechselbarkeit gefallen, wir denken: das soll sich Bad  Aibling ruhig trauen.“

Der zweite Platz (Foto o.) gefiel der Jury, weil hier über eine eher kleinteilige Ausrichtung gearbeitet wurde und weil hier eher traditionelle Elemente vorherrschen. Peck: „Ich denke, das sind zwei schöne Arbeiten, mit jeweils einem ganz anderen Ansatz, mit diesen zwei Gewinnern haben wir die Kontroverse, in welche Richtung sich die Stadt in Zukunft entwickeln soll, ganz gut getroffen.“

Obwohl der Sieger des Preisgerichts feststeht, heißt das nicht, dass dieser Entwurf nun in die Tat umgesetzt wird. Beide Entwürfe gehen noch einmal durch den Stadtrat.

Maximilian Werndl (Foto o., 3.v.l.) von der Werndl & Partner GmbH, die Bauherr ist, findet beide Entwürfe sehr gelungen. „Am Ende wird die Entscheidung nicht heißen: gut oder schlecht? Sondern eher: Wo will Bad Aibling in Zukunft hin?“

Für Werndl und Geschäftspartner Florian Eisner ist klar, dass sie mit beiden Entwürfen leben können und das Projekt Lichtspielhaus gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Stadtrat zum Gelingen bringen.

Alle eingereichten Arbeiten sind noch in den kommenden zwei Wochen im zweiten und dritten Stock des Rathauses ausgestellt, hier können sich die Bürger während der Öffnungszeiten selbst ein Bild machen. Am besten, man wagt mehr als nur einen Blick darauf, denn wie Maximilian Werndl sagt: „Architektur muss man auch begreifen können und manchmal etwas wirken lassen. Nach den Nächten, die ich darüber geschlafen habe, gefallen mir die Siegerentwürfe noch viel besser.“

Eine Übersicht über die eingereichten Entwürfe:

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