Bad Aibling: Der Schutz von Menschen

Gut besuchte Infoveranstaltung im Kurhaus zum Thema „Brandschutz bei Veranstaltungen"

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Bad Aibling/Landkreis – Wir leben in einer Region mit vielen Vereinen und noch mehr Festen. Klar, dass die neuen und verschärften Brandschutzbestimmungen für Veranstaltungen bei vielen Fest-Organisatoren auf wenig Gegenliebe stoßen. Der schwarze Peter wird dann meist beim Landratsamt gesucht, denn die Mitarbeiter dort entscheiden letztendlich darüber, ob und in welcher Form eine Veranstaltung durchgeführt werden darf. Damit alle Beteiligten im Dialog bleiben und Missverständnisse ausgeräumt werden können, luden Landrat Berthaler und seine Leute gestern Abend ins Kurhaus Bad Aibling, um vor allem die Vereinsvertreter noch einmal über die wichtigsten Bestimmungen zu informieren.

Bevor allerdings Abteilungsleiterin Inga Thiemicke und Kreisbaumeister Thomas Spindler den Details widmeten, betonte Landrat Berthaler (Foto) in seiner einführenden Ansprache, dass sie beim Landratsamt „nicht dazu da sind, um zu verhindern“. Und er hatte einen Wunsch an die zahlreichen  Anwesenden: „Nehmt die Emotionen raus.“

Die kochten dann auch nicht hoch, denn sowohl Inga Thiemicke (Foto oben l.) als auch Thomas Spindler (r.) referierten sachlich über Bestimmungen, die nun mal da sind und erklärten auch: „Von 48 beantragten Festen und 60 Zeltabnahmen im vergangenen Jahr wurden zwei zurückgezogen und einem nicht zugestimmt.“ In allen anderen Fällen durfte gefeiert werden. Spindler: „Die große Masse fand statt und wird auch stattfinden.“ Das Wichtigste dabei sei ohnehin, dass man sich rechtzeitig um eine Genehmigung beim Landratsamt kümmert. Anträge für Feiern mit über 200 Personen müssen mindestens vier Wochen vorher gestellt werden, freistehende Zelte haben eine Vorlaufsfrist von zwei Wochen, gibt es einen direkten Anbau eines Zeltes an ein Gebäude, sind allerdings drei Monate nötig. Weil hier die Brandschutzbestimmungen selten wirklich eingehalten werden können.

„Wenn man die Wahl hat, sind freistehende Zelte immer den Anbauten vorzuziehen“, sagte Spindler und ging dabei auch auf den umstrittenen Punkt „weiche Bedachung“ ein. Hier gab es im Vorfeld die Befürchtung vieler Festorganisatoren, dass heuer gar keine Zeltbauten mehr genehmigt werden würden. Spindler dazu: „Es heißt nicht, dass man ab sofort kategorisch keine Zeltanbauten mehr machen darf. Allerdings werden an das Material höhere Anforderungen gestellt.“ Alles muss aus schwer brennbarem Material bestehen.

Bei allem Hin und Her, bei allen Wenns und Abers – der wichtigste Faktor in der Party-Planung ist die Zeit. Wenn man nämlich genügend Vorlauf hat, besteht auch die Möglichkeit, um eventuelle Schwachpunkte in Sachen Brandschutz auszuräumen. Deshalb empfehlen die Behörden-Mitarbeiter, frühzeitig den Dialog zu suchen, die Unterlagen vollständig einzureichen und dann gemeinsam Lösungen zu finden. Denn auch Inga Thiemicke bekräftigte am Ende noch einmal: „Uns liegt nicht daran, Veranstaltungen zu verbieten. Wir haben nur eine Aufgabe: Der Schutz von Leben und von Menschen …“

 

 

 

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3 Gedanken zu „Bad Aibling: Der Schutz von Menschen

  1. Ehrenamtlicher Veranstalter

    Dieser völlig einseitige Pressetext des Landratsamtes darf so natürlich nicht unkommentiert bleiben. Sich mit dem zweifellos wichtigen Argument des Schutzes von Menschenleben hinter immer mehr ausufernden Paragrafen zu verstecken ist selbstverständlich bequem, löst aber das Problem für die Veranstalter in keiner Weise! In anderen Landkreisen (z.B. Mühldorf am Inn) nutzen die Entscheider in den Landratsämtern die vorhandenen rechtlichen Spielräume bei Brandschutzauflagen und Genehmigungen sehr wohl aus. Die negativen Auswirkungen für das soziale Zusammenleben – gerade in kleinen Kommunen auf dem Land – werden leider erst in den nächsten Jahren sichtbar werden. Wenn nach und nach traditionelle Feste sterben, Wirte schließen, Schützenstände gesperrt bleiben, usw. bricht beispielsweise Jugendarbeit in Vereinen weg und, und, und. Aber diese andere Seite der Medaille interessiert Bürokraten eben leider nicht. Zumindest der Bevölkerung sollte sie jetzt aber verstärkt bekannt gemacht werden.

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    1. Also erstens ist das kein Pressetext des Landratsamtes. Und zweitens möchte ich Sie fragen: waren Sie bei der Veranstaltung? Oder krakeelen Sie hier nur rum? Drittens würde ich gerne wissen, wo genau Sie Spielräume bei Brandschutzauflagen sehen, deren Nichtausnutzung das soziale Zusammenleben gefährden könnte. Ihnen geht es wohl um andere Vorschriften als den Brandschutz.

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      1. z.B. Schwarzgastronomie
        Jugendschutz
        Jugendarbeitsschutz
        Lärmbelästigung
        Veranstaltungen ohne Versammlungsstättenverordnung

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