Viele Aktionen geplant

Fortbildung der Behindertenbeauftragten im Landkreis Rosenheim

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Rosenheim/Landkreis – Die Behindertenbeauftragten der Kommunen und des Landkreises Rosenheim haben sich jetzt im Hotel zur Post in Rohrdorf zu einer zweitägigen Fortbildung getroffen. Dabei ging es zum einen um aktuelle Themen, Termine und den gegenseitigen Austausch, zum anderen um das Bundesteilhabegesetz. Etwa 30 Behindertenbeauftragte der Kommunen waren der Einladung der beiden Behindertenbeauftragten des Landkreises Rosenheim Christiane Grotz und Irene Oberst gefolgt.

Nach der Begrüßung stellte Irene Oberst den Anwesenden den Inklusionskoffer für Kindergärten und Grundschulen vor. Der Koffer enthält fünf Handpuppen, von denen jede eine andere Behinderung repräsentiert. Das soll Kindern helfen, sich spielerisch mit dem Thema Behinderung auseinanderzusetzen. Zielgruppen sind Kindertageseinrichtungen sowie erste und zweite Klassen an Grundschulen. Der Koffer kann im Landratsamt über die Fachstelle Inklusion ausgeliehen werden.

Anschließend referierte der Behindertenbeauftragte der Gemeinde Bernau, Alexander Herkner über den Laurenzimarkt. Der Markt stand im September vergangenen Jahres ganz im Zeichen der Inklusion „Bernau-all-inklusiv“. Den ganzen Tag über gab es zahlreiche Aktionen zur Barrierefreiheit und zur Inklusion. So konnten sich die Besucher zum Beispiel in einen Rollstuhl setzen und bekamen dann einen Eindruck, wie schwierig es ist, Hindernisse zu überwinden.

Ein weiterer Punkt war ein Aktionstag am 7. Mai im Kindergarten „Sonnenblume“ in Raubling. Der Integrationskindergarten leistet eine hervorragende Arbeit. Die pädagogische Arbeit soll an diesem Tag allen Interessierten vorgestellt werden.

Der Impulsvortrag von Jakob Brummer, von der Fachstelle Inklusion im Rosenheimer Landratsamt hatte den Titel „Inklusion vor Ort“. Darin brachte er zahlreiche Beispiele, wie Integration in verschiedenen Gemeinden vorangetrieben wird. So haben sich zum Beispiel in Amerang und Bernau Netzwerke aus Bürgern gegründet, um Barrieren abzubauen und Menschen mit Behinderungen besser einzubinden. Der Aufbau von Unterstützerkreisen ist wichtig, damit Behindertenbeauftragte nicht als Einzelkämpfer unterwegs sind.

 

Ein weiteres Thema war der anstehende Fachtag in der inklusiven Schule in Oberaudorf am 26. April. Hier werden Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam unterrichtet. Lehrer und Schulleiter haben an diesem Tag die Möglichkeit zu hospitieren, sich die Arbeit vor Ort anzuschauen und gegebenenfalls einige Angebote in die eigene Schule mitzunehmen.

Um in Zukunft noch mehr zu sensibilisieren, wurde außerdem angeregt, ein kleines Redaktionsteam zu gründen. Dieses Team soll über Probleme schreiben, mit denen Menschen mit Behinderungen zu kämpfen haben. Die Artikel sollen dann in den Gemeindeblättern veröffentlicht werden.

 

Der zweite Tag stand unter dem Motto „Bundesteilhabegesetz“. Referent war Thomas Venten von der Akademie Recht in Amtzell in Baden-Württemberg. Der Fachanwalt für Sozialrecht informierte in seinem Intensivseminar über den aktuellen Stand des Bundesteilhabegesetzes.

Das zum Jahresende 2016 verabschiedete Bundesteilhabegesetz tritt in drei Schritten in Kraft. Das Seminar gab einen Überblick darüber, welche Schritte schon umgesetzt wurden und was sich 2018 ändert.

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