Niedrigste Arbeitslosigkeit seit 27 Jahren

Der Monat April im Überblick der Rosenheimer Agentur - Gute Lage nutzen

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Landkreis – Der Frühjahrs-Aufschwung hat sich im April fortgesetzt – der Arbeitsmarkt bleibt bei uns dynamisch und aufnahmefähig: Der Landkreis Rosenheim hat aktuell eine Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent (Vormonat 2,5 und Vorjahr 2,5 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 3 103. Bei der Hauptagentur sind 1 820 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 371 weniger als im Vormonat. „Der Arbeitsmarkt in unserem Agenturbezirk zeigt sich weiterhin von seiner sonnigen Seite …

… Eintrübungen sind nicht erkennbar. Im Gegenteil, der Frühjahrsaufschwung, der schon im März eingesetzt hatte, hat an Schwung zugelegt“, sagt Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur, bei der Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarktdaten.

Cujai weiter: „Wir können mit 7 290 statistisch erfassten Arbeitslosen die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 27 Jahren in einem April im ganzen Agentur-Bereich ausweisen. Gegenüber dem Vormonat beträgt der Rückgang fast elf Prozent oder knapp 900 Arbeitslose. Die Veränderung zum Vorjahr fällt deutlich aus, und zwar minus 8,4 Prozent oder 670 Arbeitslose weniger.

Die Arbeitslosenquote ist von 2,8 Prozent im März auf 2,5 Prozent (Vorjahr 2,7 Prozent) zurückgegangen. Der Arbeitsmarkt bleibt äußerst dynamisch, und der Rückgang bei den arbeitslos gemeldeten Menschen zeigt die Aufnahmefähigkeit des Marktes.

Von Mitte März bis Mitte April haben sich insgesamt 3 380 Personen bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern abgemeldet, die Zahl der neuen oder erneuten Meldungen blieb mit 2 500 deutlich hinter den Abmeldungen zurück, so dass sich im Ergebnis ein Rückgang bei der Arbeitslosenzahl auf 7 290 ergibt.“

Zur Monatsmitte (Zähltag war der 11. April) waren knapp 700 arbeitslose junge Menschen in der Altersgruppe bis unter 25 Jahren gemeldet, das sind deutlich weniger als im Vormonat (minus 190) und auch deutlich weniger als noch vor einem Jahr (minus 130). Bei den älteren Arbeitslosen (55 Jahre und älter) ist die Entwicklung ähnlich positiv, minus 155 zum Vormonat und minus 15 zum Vorjahr, auf 1 880 Betroffene.  

Das Thema Langzeitarbeitslosigkeit wurde in den letzten Wochen von Politik und Medien stark in den Fokus gerückt. Dr. Cujai dazu: „Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ist nicht erst seit gestern ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Wir sehen uns Monat für Monat genau die Zahlen an, werfen aber gleichzeitig einen Blick zurück auf die Entwicklung der letzten Jahre.

Dabei wird deutlich, dass mit dem guten Arbeitsmarkt auch eine Verbesserung bei der Langzeitarbeitslosigkeit eingetreten ist. Waren 2014 im Jahresdurchschnitt noch 2 030 Personen davon betroffen, ging deren Zahl binnen drei Jahren auf jahresdurchschnittlich 1 630 im Jahr 2017 zurück. Aktuell sind 1 490 Männer und Frauen seit einem Jahr und länger ohne Arbeit. Die meisten werden von den Jobcentern betreut. Natürlich ist die Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit ein Problem, der Rückgang zeigt aber auch, dass unser präventiver Ansatz wirkt.

Wir organisieren umfassende Unterstützung über den eigentlichen Bewerbungsprozess hinaus, damit Langzeitarbeitslosigkeit erst gar nicht entsteht. Gleichzeitig steht fest, dass die Bemühungen in Zeiten eines florierenden Arbeitsmarktes intensiviert werden müssen. Denn innerhalb der Gruppe der Langzeitarbeitslosen sind die Anteile derer, die besonderen Unterstützungsbedarf haben, etwa Schwerbehinderte, Ausländer und Ungelernte, gewachsen.

Die meisten hoffen jedoch darauf, dass sie trotz ihrer schwierigen Lage als potentielle Arbeitskräfte in Betracht gezogen werden. Arbeitgeber sollten daher ihre Bedenken überwinden und Menschen mit Beschäftigungslücken eine Chance geben. Es gibt immer wieder Beispiele, die Mut machen und die zeigen, wie es gelingen kann.“

Zur Stellensituation:

Die meisten Firmen, auch Klein- und Mittelbetriebe, blicken weiterhin optimistisch in die Zukunft. Im Berichtszeitraum (13. März bis 11. April) wurden 1 060 Arbeitsstellen, darunter fast 1 000 sozialversicherungspflichtige, der Agentur für Arbeit neu zur Besetzung gemeldet. Zur Monatsmitte gab es 4 780 Arbeitsstellen, darunter 4 480 sozialversicherungspflichtige. Viele dieser Stellenangebote sind auch in der Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de zu finden.

Je nach ausgeübtem Beruf werden die Arbeitslosen den jeweiligen Berufsgruppen  zugeordnet. Bei dieser Betrachtung sieht man deutlich, wo nach den Osterfeiertagen Arbeitslosigkeit ab- und Beschäftigung aufgebaut wurde.

Darunter fallen alle Außenberufe bei Gartenbau- und Forstbetrieben, im gesamten Baugewerbe und bei Transportunternehmen, die im weiteren Sinne für den Bausektor tätig sind. Hier ging die saisonale Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat deutlich zurück. Im allgemeinen Verkehr und Logistikbereich dürfte sich die nächsten Wochen noch etwas bewegen.

Der Bereich Tourismus, Hotellerie und Gastronomie hat erst einen Teil der Mitarbeiter wieder eingestellt. Gleichzeitig liegen für die kommende Sommersaison bereits Stellenangebote für diesen speziellen Wirtschaftszweig vor, so dass auch hier mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit im nächsten Monat zu rechnen ist.

Noch ein kurzer Blick auf den Ausbildungsstellenmarkt:

Seit Oktober letzten Jahres haben sich 2 930 Burschen und Mädchen für eine betriebliche Ausbildung vormerken lassen, fast 50 weniger als im letzten Jahr um diese Zeit. Aktuell suchen noch 1 480 Jugendliche für den Herbst eine Lehrstelle.

Dem gegenüber wurden der Agentur für Arbeit von Industrie- und Handwerksbetrieben, Verwaltungen und den so genannten freien Berufen wie Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern etc. 3 180 Ausbildungsplätze gemeldet, von denen 1 760 noch zu besetzen sind.

Die Agenturleiterin zum Ausbildungsmarkt: „Die Situation ist gut, und die Jugendlichen haben beste Chancen, eine betriebliche Lehrstelle zu bekommen. Bei vielen Arbeitgebern stehen nicht mehr die Noten im Vordergrund, sondern gute Bewerbungsunterlagen und/oder ein Praktikum sind wichtiger geworden.

Das Angebot umfasst unter anderem die Berufe (es gilt jeweils auch die weibliche Form) Industriemechaniker, Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär/Heizung/Klima, Kaufmann im Einzelhandel und Verkäufer (beide Berufe mit einer großen Branchenvielfalt), Fleischer, Koch, Hotel- und Restaurantfachmann, Steuerfachangestellte, medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte

und.. und.. und – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Ich möchte daher alle Jugendlichen – auch ältere, die bis dato nach der Schulzeit nur gejobbt oder ein Studium abgebrochen haben – ermuntern: Nutzt die gute Lage und beginnt mit einer betrieblichen Ausbildung.

Sie ist auf jeden Fall eine gute Grundlage für alle weiteren beruflichen und/oder schulischen Schritte bis hin zum Studium. Vereinbart am besten gleich unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 00 einen Termin mit der Berufsberatung oder schickt eine E-Mail an Rosenheim.berufsberatung@arbeitsagentur.de .

Die Kollegen haben Ausbildungsplatzangebote und helfen Euch auch dabei, gute Bewerbungsunterlagen zu erstellen.“

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

• Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent (Vormonat 4,4 und Vorjahr 4,6 Prozent). Derzeit sind 1 407 Bürger/innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 107 auf 613. Für 794 arbeitslose SGB II-Kunden, 12 mehr als im März, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 416 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 881 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

• Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im April eine Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent aus (Vormonat 2,4 und Vorjahr 2,4 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 1 486. Von der Insgesamtzahl sind 962 Männer und Frauen, 181 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 524 (4 mehr als im März) sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 104 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 670 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

• Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 292 Bürger arbeitslos gemeldet. Insgesamt errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent  (Vormonat 2,8 und Vorjahr 2,5 Prozent). Von den 1 292 Arbeitslosen sind 869 bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 172 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Bei diesem Landkreis Jobcenter sind 423 Arbeitslose, 20 weniger als im März, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 171 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 934 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Grafik/Foto: Arbeitsagentur Rosenheim

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