Brannenburg: Die Natur im Fokus

Heute um 9.30 Runder Tisch zum Managementplan für FFH-Gebiet „Standort-Übungsplatz St. Margarethen / Brannenburg“

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Brannenburg – Die Regierung von Oberbayern veranstaltet heute um 9.30 Uhr zusammen mit der Forstverwaltung und der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Rosenheims einen Runden Tisch zum Managementplan für das FFH-Gebiet „Standort-Übungsplatz St. Margarethen / Brannenburg“. Der Termin findet statt im Rathaus Brannenburg, Schulweg 2, Sitzungssaal 7, EG. Grundeigentümer sowie andere interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.

Das etwa 60 Hektar große FFH-Gebiet ist sowohl ein wichtiger Bestandteil im oberbayerischen „Natura 2000“-Netz als auch von überregionaler Bedeutung. Vor allem der an Orchideen reiche Kalk-Magerrasen neben inzwischen selten gewordenen Feucht-Lebensräumen zeichnet dieses FFH-Gebiet aus. Aufgrund von klimatischen und geologischen Standortfaktoren sowie extensiver Nutzung konnten sich auf den Flächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes bedeutende Lebensraumtypen entwickeln und erhalten.

In dem Gebiet finden sich auch kalkreiche Niedermoore, Pfeifengraswiesen und feuchte Hochstaudenfluren. Zur besonderen Bedeutung des FFH-Gebiets trägt auch das Vorkommen interessanter und seltener Schmetterlinge bei. Hier gibt es beispielsweise einen der größten Bestände des Kreuzenzian-Bläulings in Bayern.

Für die Managementplanung in den oberbayerischen Natura 2000-Gebieten ist die Regierung von Oberbayern als höhere Naturschutzbehörde federführend zuständig. Im Rahmen der Managementplanung wird für jedes Natura 2000-Gebiet ein Gesprächsforum eingerichtet. Darin können alle Belange – naturschutzfachliche, soziale, forst-, land- und wasserwirtschaftliche – eingebracht werden. Denn nur durch gemeinsames Handeln aller Beteiligten lässt sich die wertvolle Kulturlandschaft Oberbayerns und damit der gute Zustand der Natura 2000-Gebiete erhalten.

Die Vertreter der Behörden möchten deshalb den aktuellen Stand des Managementplans vorstellen und am Runden Tisch die Anregungen und Wünsche aller Beteiligten diskutieren. Berechtigte Hinweise werden anschließend in den Managementplan einfließen. Der abgestimmte Maßnahmenkatalog des Managementplans ist dann zukünftig Richtschnur für die zuständigen Behörden, um den Erhalt des guten Zustandes des Natura 2000-Gebiets zu gewährleisten.

Ergänzende Informationen zu Natura 2000

In den europäischen Mitgliedsstaaten soll die Vielfalt der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Pflanzen und Tiere für zukünftige Generationen aufrechterhalten werden. Grundlage für den Aufbau des europäischen Biotopverbundnetzes mit der Bezeichnung Natura 2000 sind die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) und die Vogelschutz-Richtlinie (VS-RL).

Die EU fordert einen guten Erhaltungszustand für die Natura 2000-Gebiete. Naturschutz- und Forstbehörden erfassen und bewerten dazu im sogenannten Managementplan Lebensräume und Arten und formulieren Vorschläge für zweckmäßige Erhaltungsmaßnahmen. Für Grundstückseigentümer und Nutzer hat der Managementplan Hinweischarakter. Eigentümer und Nutzer dürfen die Flächen entsprechend der guten fachlichen Praxis auch weiterhin bewirtschaften. Der Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten darf sich jedoch nicht verschlechtern (Verschlechterungsverbot). Die Umsetzung des Managementplans ist für die Eigentümer und Nutzer freiwillig und soll vorrangig durch Förderprogramme finanziert werden. Nähere Informationen zum europäischen Biotopverbund Natura 2000 bietet das Bayerische Umweltministerium unter www.natur.bayern.de an.

 

Fotos: Weidende Rinder (© Kornelia Walter), Kleines Knabenkraut (© Albert Lang)

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