Gedanken des Tages

Anderls Kopfwäsche - heute wird's nass

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Das kann jeden treffen und es kann ganz schnell gehen: Bei uns in der Verwandtschaft ist ein Fall von Demenz aufgetreten. Das hat sich seit ein paar Monaten zusehends verschlechtert, der gute Mann hat manchmal sogar seine eigene Frau nicht mehr erkannt und das große Thema war, ob er denn auch seine Medikamente regelmäßig nimmt, damit die Krankheit noch einigermaßen beherrschbar ist. Scheinbar war’s dann doch nix mit der Tabletten-Dosis, denn der Zustand wurde schlimmer. Er kam in die psychiatrische Klinik.

Dort wollte er türmen, ist aus dem Bett geklettert, dabei natürlich gestürzt und hat sich den Oberschenkelhals gebrochen. Die Folge war dann eine OP in einem anderen Krankenhaus. Scheinbar ist die ganz gut verlaufen und nach wenigen Tagen kam er von der Intensivstation wieder auf die normale Station. Und dort war er plötzlich wie ein umgedrehter Handschuh: er erkannte wieder alle Leute, seine Frau, seine Töchter, seinen Sohn und auch den anderen Besuch. Er war wieder um einiges klarer im Kopf als in den Wochen und Monaten zuvor und man konnte sich wieder mit ihm unterhalten.

Was war passiert? Haben sie auf dem OP-Tisch gleich noch im Kopf rumgeschnippelt? Hat er mehr oder andere Medikamente bekommen? Weder noch. Ein Krankenpfleger sagte, dass er total ausgetrocknet gewesen sei und dass sie ihm über eine gewisse Zeit gute sechs Liter Flüssigkeit zugeführt hätten. Das war alles.

Und jetzt wird’s nass. Denn was predigen wir unseren Kindern seit Jahren? Was sagen wir auch unseren Verwandten und Bekannten? Trinken, trinken, trinken! Klares, reines Wasser. Zwei bis drei, besser noch vier Liter am Tag. Am allerbesten ohne Kohlensäure und um gotteswillen nicht aus einer PET- oder sonstigen Plastikflasche. Nein, da bin ich der vollen Überzeugung: Wasser kann so viele Beschwerden lindern oder gar nicht erst aufkommen lassen. Und was mir bei dieser Geschichte wieder mal klar wurde: Viele (nicht alle!) Ärzte schauen nur auf den Pharma-Cocktail, den sie verabreichen und nicht auf die vielleicht naheliegendere natürliche Lösung, die dann zudem meistens auch die weitaus billigere ist.

Ich kann mich auch noch daran erinnern, als ein Onkel von mir früher mal sagte, dass er jeden Morgen Kopfweh habe. Mein Rat: „Trink gleich nach dem Aufstehen einen halben Liter Leitungswasser.“ Ich hatte keine Ahnung, ob das bei ihm wirklich was helfen wird, aber jeder hat’s im Haus und kosten tut’s auch so gut wie gar nichts. Der Effekt: Die Kopfschmerzen waren ganz schnell Geschichte, mein Onkel war happy. Mit einer kleinen Pointe dazu – mittlerweile lässt er das mit dem Wasser wieder, weil ihm das zu „aufwendig“ ist. Die Kopfschmerzen sind zwar wieder da, doch „die sind jetzt nicht so schlimm.“ Wer’s mag …

Übrigens: Sicher wird das Wasser meinen demenzkranken Verwandten nicht auf Dauer vor der Krankheit bewahren, zumal er mit hoher Wahrscheinlichkeit auf seine alten Tage seine Trinkgewohnheiten nicht radikal ändern wird. Aber man kann so was selber wieder einmal zum Anlass nehmen, sich und seine Flüssigkeitszufuhr kritisch zu hinterfragen (ja, heute am Vatertag wird die wohl bei vielen passen ;-)) und das Glas wieder öfter unter den Wasserhahn stellen. Das ist ja eigentlich unser wahrer Luxus, um den uns so viele andere Menschen dieser Welt beneiden: Frisches Wasser ist quasi zum Spottpreis immer und überall verfügbar. Wir müssen uns nur dessen bewusst sein und es zu unserem Vorteil nutzen.

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Ein Gedanke zu „Gedanken des Tages

  1. …Bier geht aber auch … da ist ja auch Wasser drin 🙂

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