Gedanken des Tages

Anderls Kopfwäsche - heute geht's um Dankbarkeit

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Gestern wollte ich mich schon daran machen, die „Gedanken des Tages“ aufzuschreiben, da kam meine Frau ziemlich geschafft von der Arbeit nach Hause – und da musste ich Prioritäten setzen und mich erst mal um sie kümmern. Das Schreiben wurde eben auf heute verschoben. Prioritäten werden mit Sicherheit auch mal ein Thema werden. Doch die Gedanken von gestern und auch von heute betreffen eine andere Sache, die mich gestern am Vormittag richtiggehend überfallen hat …

… da war ich nämlich schon beim ersten Büchsenlicht mit meinem Radl (KEIN E-Bike!!!!) auf der Wirtsalm-Tregleralm-Reibn unterwegs. Um mich erstens fit zu halten und auch deswegen, um den Kopf mal wieder frei zu bekommen. Das funktioniert bei mir alleine auf dem Mountainbike am besten. Vor allem wollte ich die belastenden Dinge in meinem Leben, die wie bei vielen bei mir oft zu sehr im Vordergrund des Gehirns sind, mal nach hinten drängen. Ob so was mit Ansage klappt? Eher schwierig. Doch mit jeder weiteren Pedalumdrehung kam dann etwas auf, das mich mit tiefem Glück aufgefüllt hat: Dankbarkeit.

Der von der Morgensonne beschienene Wendelstein vor Augen und das Wissen darum, dass ich hier in einer Gegend lebe, in der ich das von der Haustüre aus quasi zum Nulltarif machen kann – das erfüllt mich stets mit tiefer Dankbarkeit. Klare, frische Luft einatmen zu können, fit zu sein, die Natur intensiv erleben zu können – all das macht mich so dankbar. Und plötzlich kamen mir noch so viele andere Dinge in den Sinn: Dass ich gesund bin, dass meine Familie gesund sind, dass wir uns lieben, dass ich in einer coolen Band mitspiele, mit der ich meine Leidenschaft zum Schlagzeugspielen ausleben kann, dass ich eine geschäftliche Alternative kennengelernt habe, mit der ich optimistisch in die Zukunft blicken kann: All das ist nicht selbstverständlich und für all das bin ich so dankbar.

Nur: Manchmal im Leben geraten bei vielen von uns derartige Dinge eher in den Hintergrund. Man nimmt das als normal hin und ist sich nicht darüber im Klaren, welches Geschenk man oft in der Hand hat. Und klar könnte ich manchmal in das tiefste Loch, das es gibt, hineinkriechen, wenn ich mir all die finanziellen Herausforderungen, die das Leben mir hinwirft, bedenke. Und doch glaube ich, dass wahrer Reichtum in anderen Dingen steckt. Ich kenne einige Menschen, die mit Sicherheit jede Menge Asche haben, dafür aber Lebenssituationen bewältigen müssen, die ich meinen ärgsten Feinden nicht wünsche. A propos Feinde: ich habe von meiner Sicht heraus keine. Das ist auch ein Punkt, wofür ich dankbar bin. Dass ich mit Menschen, die vielleicht nicht immer leicht sind, meistens in Frieden leben kann.

In der vergangenen Woche habe ich mir ein Online-Seminar angeschaut, in dem es hieß, man solle sich mal eine Liste mit den sogenannten „Lost Days“ machen. Also Tage, an denen man überhaupt nicht produktiv war. Laut dieser Liste wäre der gestrige Tag ein „Lost Day“. Doch ich denke: Tage wie dieser gestern sind ein Gewinn für das Leben und die eigene Geisteshaltung. Seien wir einfach jeden Tag auch für scheinbar „normale“ Dinge dankbar. Denn nichts ist einfach selbstverständlich.

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