Gedanken des Tages

Anderls Kopfwäsche - heute reden wir über Freude am Leben

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Meistens sind es oft die ganz kleinen Dinge, Gesten, Worte, die im Gedächtnis bleiben und die einen berühren. Und oft weiß man das erst etwas später, wenn diese Kleinigkeiten nachwirken. So war es bei mir heute. Gestern am späten Abend kam unsere jüngste Tochter zu mir und zeigte mir, was sie als Selbstcharakterisierung auf einem Blatt für ein Schüleraustausch-Programm geschrieben hat. Da stand unter anderem mit drauf: „Ich bin an neuen Dingen interessiert und bin sehr lebensfreudig.“ Ich musste lächeln und fand das ganz nett. Heute Morgen allerdings …

… hat es mich nach einigem Nachdenken regelrecht stolz gemacht und bewegt. Denn in mir hat sich so ein Gefühl ausgebreitet in der Art von: „dann haben wir vielleicht doch einiges richtig gemacht.“ Weil wir immer versuchen, unseren Kindern bei allem Ernst und allen Herausforderungen, die der Alltag so mit sich bringt, auch zu vermitteln, dass das Leben schön ist und dass man selbst den größten Ärger noch mit Humor und Selbstironie betrachten kann. Denn das Leben geht immer weiter und nichts ist nur gut oder nur schlecht. Und wenn man sich so wie ich manchmal denkt, ob man zu viel von dem, was einen belastet, an die Kinder hat durchsickern lassen, ist es schön zu erfahren, dass die eigene Tochter sich als jemand einschätzt, die Bock auf dieses Leben hat.

Und da geht bei mir dann die Gedankenspirale weiter. Ich denke mir: Offensichtlich hast du deinem Nachwuchs etwas von deiner Lebensfreude mitgegeben, offensichtlich fühlt sich die Tochter trotz massiver Pubertät immer noch in deiner Nähe wohl. Aber wie ist das mit den anderen Menschen in meinem Leben? Kann ich denen Energie und Freude geben oder bin ich eher das Gegenteil: eine Spaßbremse und ein Energieräuber? Wie gehen wir mit anderen Menschen um, wie auf sie zu? Laden wir unseren Müll auf ihnen ab oder geben wir ihnen wieder etwas Kraft und Hoffnung?

Man sollte es sich tatsächlich gut überlegen und immer wieder selbstkritisch den Spiegel vor Augen halten: Was haben andere davon, dass es mich gibt? Um klar zu sehen: Das bedeutet nicht, dass man den Anderen vollschleimt und etwas vorspielt, das nicht vorhanden ist und was man nicht ist. Doch ich denke, dass wir – und da nehme ich mich kein bisschen aus – oft zuviel den eigenen Gedanken- und Seelenschrott woanders deponieren. Schauen wir eher darauf, dass wir in vielen Momenten Lebensbereicherer sind und dass wir andere inspirieren. Im privaten wie auch im beruflichen Bereich. Uups, da mache ich schon wieder ein Fass auf, das ich an einem anderen Tag ausführlicher besprechen will und muss: Habe ich einen Beruf, mit dem ich anderen das Leben leichter machen kann, mit dem ich meine Mitmenschen in welcher Form auch immer unterstützen kann? Oder, um die Klammer dann zu schließen: mit dem ich meinem Umfeld Lebensfreude vermittle? Ich überlege selbst noch.

 

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Ein Gedanke zu „Gedanken des Tages

  1. Schilcher Margit

    Die Gedanken des Tages sind einfach „jeden“ Tag eine Bereicherung – vielen Dank!

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