Gedanken des Tages

Anderls Kopfwäsche - Heute geht's um einen dicken Lottogewinn

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Spielt Ihr Lotto? Habt Ihr da auch schon mal einen Sechser gehabt? Warum ich das frage: Ich habe heute von einer eigentlich sinnlosen Studie gehört, in der Studenten errechnet haben, dass es für jeden Menschen dreimal wahrscheinlicher ist, einen Sechser im Lotto zu bekommen, als dass er auf die Welt gekommen ist. Völliger Nonsens? Vielleicht nur auf den ersten Blick. Denn was sagt mir das? Dass jeder Mensch per se schon mal ein Gewinner ist. Doch dann schießt mir durch den Kopf: Was machen …

… wir eigentlich tagtäglich mit diesem Geschenk, das da „Leben“ heißt? Wir tun oft so, als ob das alles völlig normal wäre und – noch viel schlimmer – als dass wir alle jede Zeit dieser Welt hätten. Führt man sich noch einmal vor Augen, dass es wirklich ein großes Glück und Geschenk (KEIN Zufall!!!) ist, auf der Welt zu sein und dass das sehr endlich ist, dann sollten wir in vielen Momenten um einiges sorgsamer damit umgehen, wie wir den Tag verbringen. Ihr merkt: ich sage ganz bewusst „wir“. Weil es auch mich betrifft. Weil ich selber an die ganzen Zeitfresser denke, die mich tagtäglich noch aus der Bahn werfen, die mich auch in der Vergangenheit oft an vielen Dingen gehindert haben. Hier im Internet herumgesurft, dort eine Sensationsmeldung gelesen und da eine stinklangweilige Sendung im Volksverdummungsapparat angeschaut. Oder einfach nichts gemacht in Momenten, in denen Aktivität sinnvoll gewesen wäre.

Alles Dinge, die einen in keiner Hinsicht weiterbringen. Wenn ich mich dann auch noch umschaue: Ich kenne Menschen, die wissen über jede Kochsendung dieser Welt Bescheid, unterhalten sich stundenlang über irgendeine Naturkatastrophe oder einen Amoklauf in einem ganz entlegenen Winkel dieser Welt. Doch dass sie sich mal mit sich selbst oder mit ihrer Familie beschäftigen, dass sie etwas dafür tun, dass sie ein Stück weiter kommen im Leben – das ist oft Fehlanzeige.

Das wäre aber dringend nötig. Denn wenn man sich vor Augen führt, mit welchem Geschenk man von Geburt an gesegnet ist, dann ist es doch geradezu frevelhaft, wenn man nicht versucht, das Beste aus seinem Leben zu machen. Doch wie viele Menschen machen eine Arbeit, die ihnen aber so was von überhaupt keinen Spaß macht. Wie viele leben in einer Partnerschaft, in der sie kreuzunglücklich sind. Und wie viele haben die Träume, die sie vielleicht mal als Kind oder als Jugendlicher hatten, schon längst begraben. Sie ertragen das manchmal klaglos, manchmal auch jammernd. Ich befürchte, wenn man da mal bei einzelnen Leuten ein, zwei Steine umdreht, dass da dann doch einige unschöne Dinge zum Vorschein kommen.

Was mich oft sprachlos macht, ist, wenn Menschen wissen, dass sie in einer sehr unbefriedigenden Situation leben, das aber dann so akzeptieren und gar nicht daran denken, etwas bei sich und in ihrem Leben verändern. Mein Credo ist, wenn ich etwas ändern will oder etwas Neues kennen lerne: „Ich weiß nicht, ob es bei mir hinhaut, doch ich will sagen können, dass ich es auf jeden Fall ernsthaft probiert habe.“

Weil diese Dinge auf ein kommendes Leben zu verschieben, ist angesichts der Wahrscheinlichkeit, wie ich heute ja statistisch gehört und gelernt habe, sehr mutig.  Selbstverständlich war ich auch schon in Situationen, in denen ich jobmäßig nur aufs Wochenende hingelebt habe, in denen ich völlig unglücklich war. Doch der Wunsch nach Veränderung, nach Verbesserung war und ist in mir stets da. Hoffentlich auch bei Euch. Weil der nachlässige, respektlose Umgang mit dem Geschenk Leben hat ja beinahe was damit zu tun, als ob man den eingangs erwähnten fetten Lottogewinn jeden Tag sinnlos verprassen würde. Übrigens: Wusstet Ihr, dass mindestens 80 Prozent der Lottogewinner nach einer gewissen Zeit weniger in der Tasche haben, als vor dem Gewinn? Auf das eigene Leben übertragen will ich zu den 20 Prozent gehören, die etwas in ihrem Sinne daraus gemacht haben. Gehört Ihr auch dazu?

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