Gedanken des Tages

Anderls Kopfwäsche - heute geht's um frische Luft

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Das war heute ein richtig gespenstisches Bild: An unserer Wohnung wird das Stück zwischen Schuppen und Haus neu gepflastert. Dabei musste ein Arbeiter einen großen Stein zerschneiden. Als er sich an dem Ding zu schaffen machte, stand der gute Mann in einer riesigen Staubwolke – ohne Atem- und Mundschutz. Dagegen ist der größte Smog-Horrorfilm ein Kindergeburtstag. Dabei habe ich erst gestern wieder von einer Studie gelesen, wie gefährlich und auch unterschätzt Feinstaub ist. Das war heute allerdings kein unsichtbarer Feinstaub mehr, das war ein dichter Gesteins- und Staubnebel, der wohl auch den am meisten abgehärteten Einwohner Pekings in die Knie gezwungen hätte. Wie’s der Teufel will: Erst vor drei Wochen …

… haben wir eine Feinstaub-Messung auf unserer Terrasse gemacht. Die ergab mal eben so schlappe 3.400 Partikel pro Kubikmeter, die größer als 0,3 µm waren. Ein „klarer“ warmer Frühsommertag auf dem Land. Unbedenklich wären übrigens bis zu 300 µm. Noch Fragen? Und dann stellt sich dieser Arbeiter im totalen Gottvertrauen hin, schneidet an einem Stein herum und wundert sich Jahre später, dass er dann einen halben Fels in der Lunge hat.

Das ist wieder ein Beispiel dafür, wie sorglos wir oft mit unserem Körper umgehen. So lange es nicht weh tut, ist ja scheinbar alles noch gut. Doch die Rechnung kommt leider erst Jahre später und ganz selten kann man da auf Gnade hoffen. Sicher kann man deshalb jetzt nicht immer und überall mit einem Mundschutz rumrennen und ein Feinstaub-Messgerät in der Hand halten. Für mich war die Messung auf unserer Terrasse trotzdem so ein kleiner Aha-Effekt, weil ich mal wieder erkannt habe, dass man keiner Idylle wirklich trauen sollte und dass man Dinge und Zustände stets hinterfragen muss. Nicht, weil man anderen damit auf die Nerven gehen will, sondern zum Schutz des eigenen Wohlergehens. Kleine Info am Rande: Wir haben, weil die Staubwerte auch innerhalb der Wohnung nicht zum Angeben waren, deshalb probeweise einen Luftfilter installiert, der sogar Partikel bis zu 0,007 µm aus der Atmosphäre schnupft. Müsste ich vielleicht mal dem Steinschneider vor unserer Wohnung empfehlen, damit er wenigstens zu Hause richtig durchatmen kann …

In diesem Sinne: achten wir ein bisschen besser auf uns.

 

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