Gedanken des Tages

Anderls Kopfwäsche - heute geht's um Bestimmung

image_pdfimage_print

Heute habe ich während meiner morgendlichen Einheit auf dem Ergometer etwas getan, das ich bisher noch nicht gemacht habe: ich habe einen sehr esoterischen Spielfilm angeschaut. Und ja – ich kann ja schnell dazulernen – da kam was zur Sprache, das mir sehr oft durch den Kopf geht. Es ging um Bestimmung. Was ist unsere Bestimmung auf dieser Welt, was hat das Leben mit uns vor? Das passt zu der Frage, die ich kürzlich hier schon mal gestellt habe: Was haben andere davon, dass es mich gibt?

Der Film handelte auch davon, dass man sich auch einfach treiben lassen und auf sein Inneres hören solle, um seine Bestimmung zu erkennen. Nun bin ich in Wahrheit zwar offen für Spirituelles, aber als Esoteriker sehe ich mich noch lange nicht. Deshalb denke ich, dass nur Treiben lassen und Warten auf seine Bestimmung wohl nicht so zielführend ist. Wohl aber das Nachdenken über das eigene Leben und damit verbunden eine Veränderung in so manchen Bereichen. Wieder komme ich dabei auf die Frage zurück: Was haben andere Menschen davon, dass es mich gibt? Stopp! Ich leide nicht unter dem Helfersyndrom und will es auch nicht jedem Menschen recht machen. Trotzdem glaube ich, dass es uns allen nützlich sein kann, den ganz banalen Alltag zu überdenken. So habe ich, weil ich manchmal ein richtig fauler Hund bin, ein bereits vorgedrucktes Tagebuch, in dem ich mir jeden Abend neben anderen Dingen eine Frage beantworten muss: Was habe ich heute für wen Gutes getan?

Das ist gar nicht immer so leicht, weil man auch viel zu oft mit sich selbst beschäftigt ist und die Augen vor den Bedürfnissen anderer verschließt. Mache ich mir aber darüber meine Gedanken, geht es oft noch tiefer: „Habe ich wirklich einen Job, mit dem ich meinen Mitmenschen weiterhelfen kann?“, „Kümmere ich mich in meiner Freizeit genug um andere Menschen?“, „Wo kann ich mich für die Gemeinschaft nützlich machen?“ Wie gesagt, ein Samariter will ich nicht sein. Und doch glaube ich, ist es auch für das eigene Seelenheil gut, den Sinn vieler Tätigkeiten und Aktionen zu hinterfragen. Dann komme ich oft ins Grübeln und überlege, ob ich als Redakteur wirklich immer so soft sein kann/muss/soll? Wenn man journalistisch die Finger in eine Wunde legt, dann trifft man quasi immer jemanden, dem das nicht gefällt. Ist es das wert? Obwohl ich denke, dass es in manchen Fällen wichtig ist, eine Position zu beziehen und auch unbequeme Dinge anzusprechen – eine hundertprozentige Antwort auf diese Frage habe ich mir selber noch nicht geben können. Aber ich arbeite daran. Vielleicht komme ich dann so meiner Bestimmung näher.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren