Gedanken des Tages

Anderls Kopfwäsche - heute geht's um Ziele und Glauben

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Auch Menschen, die selbst keinen Sport machen und keinen schauen (was ich mir in beiden Fällen schwer vorstellen kann), sollten sich wenigstens eines zu Herzen nehmen: Hinhören, was erfolgreiche Sportler zu sagen haben. Oft ist das nämlich eine Schule für fast alle Lebensbereiche. Diesen Gedanken hatte ich heute, als Manuel Neuer auf der Pressekonferenz über seine lange Reha-Zeit sprach. Obwohl so gut wie jeder vermeintliche …

… Experte während dieser langen Verletzungspause erwähnte, dass es der Torwart nicht mehr bis zur WM schaffen würde und dass er ja dann auch keine Spielpraxis hätte, wusste er selbst immer, dass er rechtzeitig wieder fit werden würde. Und das geht natürlich nicht nur mit der notwendigen täglichen Arbeit. Das geht nur mit der entsprechenden Einstellung. Und die war, trotz aller Rückschläge während der Genesungszeit, stets positiv und zielgerichtet. Das hat er gesagt und das glaube ich ihm aufs Wort.

Weil es wie in vielen anderen Situationen und Phasen des Alltags auch im Sport nicht anders funktioniert. Da kann sich jemand das höchste Ziel stecken – ohne den absoluten Glauben daran und die damit verbundene positive Einstellung wird man’s ganz schwer erreichen können. Was mir da immer in Krisensituationen hilft: Augen zu und sich im Ziel vorstellen. Wenn sich das schlecht anfühlt, dann ist entweder das Ziel nix oder der wirkliche Glaube daran fehlt. Wenn es sich aber gut anfühlt, dann wird das eine Positiv-Spirale: Das Ziel wird greifbarer, weil im Kopf ein immer klareres Bild davon entsteht, gleichzeitig wächst der Glaube daran und parallel kommen die ersten Ergebnisse, die wiederum das Ziel und die Einstellung stärken.

Was mir zu diesem Thema auch immer einfällt: Fragt doch mal einen Menschen in Eurem Umfeld nach seinen Zielen in verschiedenen Bereichen. Meistens gibt’s da keine klare Antwort. Es ist wie’s ist: Viele Leute haben in vielerlei Beziehung einfach keinen Plan, weil ihnen dazu das Ziel fehlt. Und damit wir uns nicht falsch verstehen und ich nicht als der perfekt durchgetaktete Typ rüberkomme – auch ich habe da in vielen Momenten erhebliche Defizite. Doch schon allein das zu wissen, ist ein kleiner Schritt in Richtung Besserung. Denn ich weiß, dass man ohne Ziel erst gar nicht anfangen muss. Wohin soll man sich auch in so einem Fall bewegen?  Außerdem macht ein Ziel vor Augen alles leichter.

Um wieder auf den Nationalkeeper zurückzukommen: Einfach Reha-Übungen machen ohne sich dabei bei der WM im Tor stehen zu sehen lässt wahrscheinlich jedes Gewicht doppelt so schwer werden, jede Viertelstunde eine Stunde lang und jede Pedal-Umdrehung auf dem Ergometer wahnsinnig mühsam. Das merke ich bei mir ja schon an so banalen Dingen wie Schlagzeugüben. Einen Auftritt vor Augen trommelt sich’s unter der Woche um einiges leichter und inspirierter, als in einer Phase ohne Termine. Bei beruflichen Zielen sieht’s dann noch einmal etwas anders aus. A propos: Wir haben am Wochenende einen Auftritt. Ich geh jetzt üben. Und zwar voll motiviert und mit dem Bild vor Augen, wie ich am Samstag selbst die schwierigeren Dinge locker-leicht daher klopfe. Welche Ziele habt Ihr in der nächsten Zeit?

 

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Ein Gedanke zu „Gedanken des Tages

  1. Uwe Lamaack

    Deine Gedanken sind auch für mich immer wieder sehr motivierend, Andreas. Einfach unbezahlbar, was Dir jeden Tag einfällt. Herzlichen Dank dafür.

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