Rosenheim: Anlaufstelle für seelische Krisen

SPD-Bezirksrätin Elisabeth Jordan besuchte den sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas

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Rosenheim – Bei einem Besuch beim Sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas, Träger des Krisendienstes Psychiatrie hier vorort, informierte sich SPD-Bezirksrätin Elisabeth Jordan (Foto) über die Arbeit des Krisendienstes Psychiatrie in Stadt und Landkreis Rosenheim. Siegfried Zimmermann, Leiter des Caritas-Sozialpsychiatrischen Dienstes und Cornelia Moskart, stellvertretende Fachdienstleitung Sozialpsychiatrischer Dienst berichteten Bezirksrätin Jordan eindrücklich wie die Arbeit des Krisendienstes, der vom Bezirk Oberbayern initiiert und finanziert wird, angelaufen ist.

„Im Zeitraum von Februar 2017 bis Ende März 2018 gab es 122 von der Leitstelle des Krisendienstes ausgelöste Einsätze“, erläuterte Siegfried Zimmermann. Allein aus Stadt und Landkreis Rosenheim nahmen weitere 516 Menschen in einer seelischen Krise das Beratungsangebot an, indem sie bei der Leitstelle des Krisendienstes anriefen.

Für die Mitarbeiter des Krisendienstes, die für den Landkreis und die Stadt Rosenheim zuständig sind, bedeutet dies eine sehr hohe Arbeitsbelastung. Bislang sind die Krisendienste personell noch nicht nach Einwohnerzahl und Einsatzzahlen ausgestattet, wie Siegfried Zimmermann bedauert. Auch durch die weiten Anfahrtswege im Landkreis bei den mobilen Einsätzen zur Krisenintervention gestalten sich diese sehr zeitintensiv und sind mit dem zugeteilten Personal schwer zu bewältigen.

„Die durchschnittliche Einsatzzeit bei mobilen Einsätzen beträgt vier Stunden“, führt Cornelia Moskart aus. Dennoch betonen beide ausdrücklich, wie positiv die Einführung des Krisendienstes durch den Bezirk gewesen sei und bedankten sich bei Bezirksrätin Jordan, dass die politische Ebene in Oberbayern dieses wichtige Angebot umsetzt und finanziert. Direkt beim Sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas in Rosenheim melden sich jedoch auch Menschen in seelischer Not, die nicht über die Telefonnummer des Krisendienstes Kontakt aufnehmen. Diese erscheinen in dessen Statistik nicht, erhalten jedoch die gleiche Beratung und Unterstützung. „Dies verdeutlicht die dringende Notwendigkeit die personelle und finanzielle Ausstattung der Krisendienste und der Sozialpsychiatrischen Dienste, zukünftig neu zu ordnen“, bekräftigt SPD-Bezirksrätin Jordan. „Ich fordere die Bayerische Staatsregierung dringend auf, das grundlegend, nach den Einschätzungen der Experten, überarbeitete Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz nun endlich vorzulegen. Die dann darin enthaltenen Verbesserungen für den Krisendienst Psychiatrie dürfen nicht auf die lange Bank geschoben werden. Der Freistaat muss in die Finanzierung der Krisendienste einsteigen und muss gewährleisten, dass es dieses Angebot in ganz Bayern gibt“, zeigte sich Bezirksrätin Jordan abschließend kämpferisch.

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