Maxlrainer Kultursommer: Sommer, Sonne und Musik

Funky Reflection sorgte für euphorische Stimmung im Landgasthof Stahuber

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Feldkirchen-Westerham – Acht junge Leute, sieben Männer und eine Frau, standen am vergangenen Sonntag im Mittelpunkt des Jazz-Frühschoppens im Landgasthof Stahuber. Organisiert vom Maxlrainer Kultursommer stellte sich die Band Funky Reflection mit Cover- und eigenen Songs vor. Die Amateur-Musiker, alle um die zwanzig Jahre alt, interessieren sich nicht etwa für Hip-Hop, Rap oder Heavy Metal – zumindest nicht, wenn sie selbst Musik machen.

Ihr Herz schlägt vielmehr für den Jazz in all seinen Variationen. Swing, Funk oder Crossover reizt die ambitionierte Band. Auch dem schwermütigen Tango verleihen die jungen Musiker in der Eigenkomposition von Sebastian Kolb („Tango Bizarro“) einen Hauch von Leichtigkeit.

2013 von drei Schülern gegründet, ist Funky Reflection mittlerweile auf 13 Mitglieder angewachsen, die in wechselnden Besetzungen bei verschiedensten Veranstaltungen auftreten. Meist allerdings vor Gleichaltrigen. Und so war dem Bandleader Marinus Weidinger beim Jazz-Frühschoppen die Nervosität anzumerken: Mit großteils deutlich älteren Besuchern haben die Musiker kaum Erfahrung. Ab und an scheute Weidinger in seinen Zwischenansagen im letzten Moment vor dem eigentlichen Witz zurück und verwässerte eine vielleicht frecher angelegte Pointe. Aber seine Unsicherheit machte den jungen Mann nur umso sympathischer, zumal er an seinen Instrumenten, Piano und Akkordeon, mehr als überzeugte.

Schon beim ersten Stück zeigte sich, dass die Chemie zwischen den jungen Musikern und ihren Zuhörern stimmte. Eifrig fotografierten und filmten viele Gäste die Darbietungen und klatschten der gesundheitlich etwas angeschlagenen Sängerin Tamara Zühlsdorff aufmunternd zu. Mit Bravour schlug sich diese dann auch durch das vierstündige Programm und überzeugte vor allem in den tieferen Tonlagen mit ihrem warmen Timbre. „Bei mir biste scheen“ und „Fly me to the Moon“ gehörten zu den bekanntesten ihrer Songs. Aber auch die verjazzte Version von Nickelbacks „Lullaby“ gefiel dem gut gelaunten Publikum. Max Gregers „So what’s new“ verlieh Marinus Weidinger mit Akkordeontönen einen eigenen Sound. Die beiden herausragenden Saxophonisten Tobias Walter (Tenorsaxophon) und Sebastian Kolb (Altsaxophon) lieferten sich während des Konzerts ein hinreißendes Battle. Überhaupt überzeugten alle Bandmitglieder sowohl mit ihren Soli als auch im Zusammenspiel: Neben Weidinger und Sängerin Zühlsdorff, zeigte Anian Merk an der Trompete sein Können. Dominik Franke erwies sich als Meister an der Gitarre, Julian Stmad überzeugte am Bass und Lukas Schöberl, leider optisch oft verdeckt von seinen Kollegen, gab an den Drums den Ton an.

Zum Ende des Konzerts hielt es die Gäste nicht mehr auf den Stühlen. Bei hochsommerlichen Temperaturen sorgten sie mit spontanen Tanzeinlagen ihrerseits für Euphorie bei der Band, die sie nicht ohne Zugabe heimgehen ließen.

 

 

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