Gedanken des Tages

Anderls Kopfwäsche - heute geht's um Marketingprofis

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„Unsere Waffen seien Waffen des Geistes, nicht Panzer & Geschosse. Was für eine Welt können wir bauen, wenn wir die Kräfte, die den Krieg entfesseln, für den Aufbau einsetzen …“ Diesen Text habe ich heute auf einer CD beim Autofahren gehört. Und so schön er auch klingt und so wahr er auch ist, bin ich mir ganz sicher: Da sind einige Leute aber sowas von dagegen. Weil bei ihnen nämlich immer dann die Kasse klingelt, wenn irgendwo auf der Welt ein …

… Geschoss einschlägt. Wenn man sich mal vor Augen führt, dass alleine die Nato 900 Milliarden Euro für Rüstung ausgibt, dann ist dieses Geschäft eine goldene Gans, die man nicht so leicht hergibt. Auch wenn diese Einnahmen letztendlich mit Blut bezahlt werden. Jetzt wäre es ein Leichtes über Sinn und Unsinn von Aufrüstung, Geld für Waffen und die damit verbundene Blödheit zu schreiben. Doch mich bewegt da noch was Anderes. Als ich mir – durch den eingangs zitierten Text dazu angeregt – noch weitere Gedanken dazu gemacht habe, ist mir mal wieder auf- und eingefallen, welch geniales Marketingkonzept hinter diesem ganzen Rüstungs- und Waffengeschäft steckt und welche Profis dafür arbeiten.

Denn eines habe ich auch durch meine Tätigkeit im Network Marketing längst kapiert: Das beste und stabilste Geschäft ist und bleibt das mit Verbrauchsprodukten. Also Produkte, de jeder jeden Tag hernimmt, gebraucht und verbraucht. Produkte, die man auch wirklich braucht. So weit so logisch.

Was das mit Rüstung und Waffen zu tun hat? Das braucht man doch nicht! Stimmt. Trotzdem bekommen wir es alle jeden Tag eingeredet: „Dieser Staat ist böse – gegen den müssen wir uns wehren können. Also aufrüsten!“ „Dort baut ein anderes Land eine Atombombe, dann bauen wir gleich drei!“ „Wir können bei diesem und jenem Krieg nicht mehr tatenlos zusehen – wir müssen eingreifen.“ Jeden Tag wird uns durch die bestens geschulten Vertreter der Waffenindustrie gesagt, dass wir neue, bessere, genauere Waffen brauchen, dass unsere Armee schlecht ausgestattet ist, dass wir auf dem modernsten Stand sein müssen, weil wir sonst von den „Feinden“ überrollt werden.

Diese Vertreter, also echte Marketingprofis, haben einen Namen, den man sich leicht merken kann: Politiker. Und was das allergenialste an diesem Konzept ist – wo andere Firmen ein Heidengeld dafür ausgeben, dass sie ihre Produkte der Öffentlichkeit durch die Medien bekannt machen und vor allem in den Menschen das Bedürfnis wecken, eben dieses Produkt zu brauchen, hat die Waffenindustrie da keinerlei Probleme. Denn Politiker, dürfen sich in jedem Medium zum Nulltarif äußern, den Wahlkampf einmal ausgenommen. Das bedeutet: Waffenwerbung auf die subtilste und nachhaltigste Art, und das auch noch ganz für lau. Wie schlau ist das denn?!

Und so funktioniert’s: Durch das ständige Heraufbeschwören von Gefahren und Feindbildern wird uns suggeriert, dass es nur zu unserem Besten ist, wenn der Staat mal wieder in die Kasse greift und sich ein paar schicke neue Panzer oder Raketen gönnt.  Jetzt war ich aber noch nicht beim Thema „Verbrauchsprodukt“. Denn eine Waffe, die nur im Arsenal liegt, nutzt dem Hersteller nur bedingt. Also schaffen es ihre Marketingprofis, Situationen zu schaffen, in denen die Dinger auch eingesetzt werden müssen. So eine Situation nennt man im Volksmund „Krieg“. Und unter dem Deckmantel der Humanität kann man als geschickter Verkaufsstratege, auch „Politiker“ genannt, jede noch so üble Ballerei auf dieser Erde als „gerecht“, „sinnvoll“ oder „notwendig“ verkaufen.

Merke: So lange auf der Welt geschossen wird, sind Waffen die allerbesten Verbrauchsprodukte, die man sich vorstellen kann. Weil sie nicht nur verschleißen und nachgekauft werden müssen, sondern darüber hinaus auch noch einen gepfefferten Preis haben. Den übrigens wir alle bezahlen. Ohne darüber zu schimpfen, denn die Notwendigkeit wird uns ja seit Jahren in einer 24/7-Marketing-Kampagne auf allen Kanälen eingetrichtert.

Doch das Beste kommt noch: Durch die USA haben die Nato-Staaten quasi auch eine Umsatzverpflichtung aufs Auge gedrückt bekommen. Und wir machen das brav mit, was uns in irgendeinem anderen Geschäftszweig Amok laufen lassen würde. Noch was: Wusstet Ihr, dass jede Stunde auf dieser Welt vier Menschen durch deutsche Waffen umkommen? Das sind 96 am Tag. 2.920 im Monat. 35.040 im Jahr. Von den Schüssen, die da daneben gingen und von den Menschen, die dadurch „nur“ verwundet wurden, rede ich noch gar nicht.

Ich glaub, ich bin im falschen Job. Oder etwa doch nicht?

Nochmal zur Erinnerung:  „Unsere Waffen seien Waffen des Geistes, nicht Panzer & Geschosse. Was für eine Welt können wir bauen, wenn wir die Kräfte, die den Krieg entfesseln, für den Aufbau einsetzen …“

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