Gedanken des Tages

Anderls Kopfwäsche - heute geht's um Geruchsbelästigung

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Kann es sein, dass meine Geruchsnerven innerhalb von nur 18 Monaten sich so extrem geändert haben? Ich denke nicht. Obwohl ich seit dieser Zeit auf Fleisch verzichte und seit einem Jahr komplett nur noch vollwertige pflanzliche Lebensmittel zu mir nehme. Und trotzdem ist es mir am Wochenende wie eine Attacke auf meinen Geruchssinn vorgekommen, als jemand im Freien (!) neben mir Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat gegessen hat. Denn das war beinahe unerträglich. Die Dinger hatten so …

… eine Ausdünstung, die ich mal vorsichtig mit dem „Hauch des Todes“ umschreiben möchte. Für mich unvorstellbar, wie man sich voller Freude mit Messer und Gabel auf diesen müffelnden Leichengeruch stürzen kann. „Du hast eben eine andere Wahrnehmung und bist in der Minderheit“, wurde mir dann gesagt. „Für uns andere riecht das total gut.“ Bei aller Liebe: Ich bin nicht so verblendet, dass ich alles tierische eklig und stinkend finde. Grillwürstl auf dem Grill oder Geräuchertes finde ich geruchstechnisch durchaus ansprechend.

Und doch habe ich nicht nur über Gerüche nachgedacht, sondern über weitere Zusammenhänge. Mir kam in den Sinn, wie denn wohl die Viecher, aus denen diese Fleischpflanzerl gemacht wurden, „gelebt“ haben. Vegetiert trifft’s bei einer Sau wohl besser. Und viele Rinder haben auch nicht das pralle Leben gelebt, bevor der Bolzen bei ihnen den Tag zur Nacht gemacht hat. Meine Gedanken dabei: Ein Tier, das sich durch den Tag schleppt, wenig Auslauf hat, vielleicht sogar sein ganzes Leben auf engstem Raum indoor zubringt – welche Lebensfreude und vitale Energie kann das überhaupt entwickeln? Ich behaupte mal: So gut wie keine.

Und da beißen viele Menschen hinein und denken, dass ihnen diese tote Materie Kraft geben kann? Ausgehend von einer Kreatur, für die der Tod fast einer Erlösung ist? Ich hab da so meine Zweifel. Energiefluss – und Nahrung soll ja Energie geben – sieht anders aus. Mit Energie meine ich hier nicht die Makronährstoffe wie Fett, Eiweiß oder Kohlenhydrate. Beim Essen geht’s um mehr. Lebensmittel sollen uns Vitalität geben, mit positiven Schwingungen versorgen, die Lebenskraft soll in uns hinein fließen. Doch dazu muss sie erst einmal vorhanden gewesen sein.

Aber vielleicht sind Tiere bis weit über ihren Tod hinaus noch klüger, als die meisten ihrer Esser. Ich vermute sogar, dass sie in Form von stinkenden Fleischpflanzerl die Menschen warnen wollen. Der Geruch sagt: „Iss mich nicht! Das müllt Deinen Körper zu. Ich tu Dir nicht gut.“ Wohl dem, der diese Signale noch vernehmen kann …

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