Gedanken des Tages

Anderls Kopfwäsche - heute geht's um Pragmatismus

image_pdfimage_print

Es ist tatsächlich eines meiner Lieblingswörter. Wahrscheinlich deshalb, weil es eines der wenigen Fremdwörter ist, dessen Sinn ich instinktiv immer richtig deute, obwohl ich’s selber gar nicht sagen könnte. Pragmatismus. Wikipedia sagt dazu: „Der Ausdruck Pragmatismus bezeichnet umgangssprachlich ein Verhalten, das sich nach bekannten praktischen Gegebenheiten richtet, wodurch das praktische Handeln über die theoretische Vernunft gestellt wird.“ Ganz ehrlich: So wirklich schlauer macht mich das nicht. Aber darum …

… geht es ja heute bei mir gar nicht. Vielmehr geht es um die Gedankengänge, die sich bei mir eigentlich schon fünf Minuten vor Spielabpfiff des Deutschland-Spiels eingestellt haben. Ich dachte mir: „OK. Blöd, dass sie raus sind, aber es war ja auch verdient.“ Und dann setzte bei mir sofort der nächste Gedanke ein: „Richtig gut für den FCB. Endlich kommen die Nationalspieler nach einem Turnier nicht so spät zurück auf den Trainingsplatz. Zumal sie mit Niko Kovac einen neuen Trainer haben, der seine Zeit brauchen wird, um das Team nach seinen Vorstellungen zu formen.“ Im Klartext: Mir ist eigentlich eine gute neue Bayern-Saison mit dem ersehnten CL-Sieg lieber, als der erneute WM-Titel.

Das ist, so muss ich ehrlicherweise gestehen, „Stand jetzt“ (Grüßle an Niko Kovac). Denn wahrscheinlich hätte ich mich nach einer korrekten Leistung der Nationalmannschaft und einem Sieg über das Weiterkommen gefreut wie ein (veganes) Schnitzel. Aber nach dieser Leistung in der Vorrunde bin ich null enttäuscht oder traurig. Das Ausscheiden war voll und ganz verdient. Ich mach gedanklich einfach das Beste draus. Zumal auch Robert Lewandowski raus ist und Zeit hat, sich zu regenerieren. Jetzt wär’s schön, wenn sich auch Thiago und Tolisso mit ihren Teams nicht mehr allzu lange mit ihren Nationalteams durch die WM quälen müssten. Es kann  also eine richtig gute Saison für die Bayern werden.

Aber: Wollte ich jetzt einfach nur über Fußball schreiben? Ja und nein. Weil ich denke, dass man in jeder noch so bescheuerten Lebenssituation auch das Positive daran sehen sich darauf konzentrieren sollte. Und das hat nicht nur was mit dem Leben auf dem Platz, sondern auch mit dem Dasein auf dieser Welt zu tun. Jeden Tag, überall.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren