Gedanken des Tages

Anderls Kopfwäsche - heute geht's um Reichtum

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Manche Veranstaltungen wirken auf eine andere Art nach, als zuvor gedacht. So war das bei mir heute. Es war eigentlich eine ganz normale Einweihungsfeier eines neuen Supermarktes in Bad Feilnbach. Mit mehreren Ansprachen und der obligatorischen ökumenischen Segnung. Doch da blieben mir die Worte des Pfarrers doch hängen. Denn es ging um Reichtum. Zuerst nur um Bibelworte, die mal wieder das Thema „Reichtum teilen“ zum Inhalt hatten. Aber dann hat mich der Pfarrer doch kalt erwischt. Weil er dazu das aussprach, was ich mir insgeheim dachte.

„Mal ehrlich, wer von uns hat sich nicht seine Gedanken darüber gemacht, als er in die Runde geschaut hat – wer von denen ist wohl reich?“ Die Antwort gab’s prompt und ehrlich: Wir alle sind reich. Wir, die wir bei einer Supermarkt-Eröffnung dastehen und bei der uns gesagt wird, was es dort ab sofort alles zu kaufen gibt. Das ist für so gut wie alle in unserem Land ganz normal. Kein langes Anstehen nach einem Stückchen trockenem Brot. Kein Nachdenken darüber, wann es wohl wieder was zu essen geben wird. Eher achten wir darauf, ob hier und da das Verfallsdatum noch passt, ob es im Obst und Gemüse keine faule Stelle gibt. Im Vergleich zu einem großen Teil der Weltbevölkerung sind wir wirklich reich. Dazu kommt: Trotz aller politischer Kapriolen, die wir in dieser Zeit miterleben müssen, leben wir seit zig Jahren in Frieden. Wenn wir uns schlecht fühlen, können wir einen Arzt aufsuchen, ohne dass wir dafür gleich Haus und Hof verkaufen müssen. Das alles ist Reichtum. Und ich sage: Wer das auch so erkennt, deshalb glücklich ist und deshalb von diesem Geschenk – ob materiell oder durch Unterstützung – den ärmeren Mitmenschen etwas abgibt, der ist wirklich reich.

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